Matthias Heller ist Montageprofi mit dem besonderen Blick
Gute Arbeit entsteht immer im Team. In den Werthmann-Werkstätten des Caritasverbandes in Südwestfalen tragen jeden Tag viele engagierte Beschäftigte dazu bei, dass Aufträge für namhafte Kunden zuverlässig, termingerecht und in hoher Qualität umgesetzt werden. Einer von ihnen ist Matthias Heller.
Der 37-jährige aus Oberelspe arbeitet seit knapp 20 Jahren in der Montagegruppe 3 der Lennestädter Abteilung und hat sich dort zu einem echten Experten für das Montageprodukt „Gerda“, einen Touring-Tresor der Firma Westmark entwickelt. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 15.000 Exemplare des beliebten Fahrradkoffers montiert, kontrolliert und versandfertig verpackt.
Matthias Heller kennt jeden Arbeitsschritt und Handgriff, weiß genau, welche Bauteile benötigt werden, wie die Befestigungssätze zusammengestellt werden müssen und worauf bei der Endkontrolle zu achten ist. „Ich mag Arbeiten, bei denen man genau aufpassen muss“, sagt er. „Dann kann ich zeigen, was ich kann.“ Und genau das tut er jeden Tag. Oft genügt ihm ein kurzer Blick, um selbst kleinste Abweichungen zu erkennen. Fehlt eine Mutter? Sitzt eine Schutzkappe nicht richtig? Befindet sich ein Kratzer auf einem Bauteil? „Matthias arbeitet sehr präzise und hat ein außergewöhnliches Auge für Qualität – ihm entgeht nichts“, zeigt sich Gruppenleiterin Claudia Büdenbender begeistert. „Wenn die Produkte seinem prüfenden Blick standhalten, können wir sicher sein, dass alles in Ordnung ist. Er gibt jeden Tag 100 %. Für unsere Endkunden bedeutet das ein Höchstmaß an Sicherheit und Zuverlässigkeit.“
Mit Präzision zum Erfolg
Matthias Heller lebt seit seiner Geburt mit einer geistigen Behinderung. Dennoch war für ihn früh klar, dass er arbeiten und Verantwortung übernehmen möchte. Nach seiner Schulzeit absolvierte er die berufliche Bildung in der Attendorner Abteilung der Werthmann-Werkstätten und lernte dank verschiedener Praktika mehrere Arbeitsbereiche kennen. Doch schnell zog es ihn in den Montagebereich 3 in der Sachtlebenstraße, in der insgesamt 15 Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen gemeinsam an vielfältigsten Kundenaufträgen arbeiten. Hier hat er seinen Platz gefunden, hier fühlt er sich bis heute wohl. „Das ist einfach meins“, betont er.
Dass Matthias Heller seine Aufgaben mit großer Sorgfalt und Verlässlichkeit erledigt, kommt nicht von ungefähr. Struktur und Ordnung spielen in seinem Alltag eine wichtige Rolle. Schon der Weg zur Arbeit folgt jeden Tag einem festen Rhythmus. Mit dem ÖPNV fährt er von Oberelspe nach Meggen – Umsteigen und Fußweg inklusive. Das gehört für ihn dazu. Ähnlich verhält es sich an seinem Arbeitsplatz, der extra auf den 1,95 m großen Mann ausgerichtet ist. Hier hat auch alles seinen festen Platz: Werkzeuge und Materialien sind ordentlich sortiert und die Arbeitsabläufe klar strukturiert. „Das hilft mir, mich auf meine Aufgaben zu konzentrieren“, so der Beschäftigte.
Wertvoller Allrounder
Seine Fähigkeiten gehen jedoch weit über die Montage hinaus. In der Werkstatt gilt Matthias Heller als echter Allrounder. Kommt es zu Materialengpässen oder ändern sich die Aufträge, unterstützt Matthias Heller flexibel in anderen Bereichen der Werkstatt. Ob Montage, Verpackung, Lager oder Materialversorgung – er packt dort mit an, wo Hilfe gebraucht wird. Besonders beeindruckend ist sein Überblick über die Lagerbestände. Listen und Bestandsübersichten benötigt er nicht, ihm genügt ein kurzer Blick ins Regal. „Matthias hat die Bestände praktisch im Kopf“, berichtet Claudia Büdenbender. „Er weiß genau, welche Materialien vorhanden sind, welche Schrauben oder Schutzkappen knapp werden und wann neue Etiketten bestellt werden müssen. Sein Überblick hilft uns im Arbeitsalltag enorm.“
Auch beim innerbetrieblichen Transport übernimmt der Mann aus Oberelspe zunehmend Verantwortung. Mit dem Hubwagen bewegt er Materialien und Waren selbstständig durch die Werkstatt. Aktuell steht er kurz vor dem Abschluss seines Ameisenführerscheins. „Dann kann ich künftig noch flexibler eingesetzt werden“, freut er sich. Für seine Gruppenleiterin ist diese Entwicklung wenig überraschend. „Matthias ist nicht nur zuverlässig, sondern auch lernbereit. Er übernimmt Verantwortung, denkt mit und entwickelt sich kontinuierlich weiter. Das zeichnet ihn aus und verdient großen Respekt“, betont Claudia Büdenbender.
Die Eigenschaften, die ihn im Arbeitsalltag auszeichnen, prägen auch sein Privatleben. Besonders gern verbringt Matthias Heller seine Freizeit im Garten seiner Familie. Dort kümmert er sich mit derselben Sorgfalt um Pflanzen und Beete, mit der er auch seine Arbeit erledigt. „Wenn ich etwas mache, dann richtig“, sagt er. Ein Satz, der viel über seine Persönlichkeit verrät. Jeden Freitag verlassen die fertig montierten Touring-Tresore die Werthmann-Werkstätten und machen sich auf den Weg zur Firma Westmark. In vielen von ihnen steckt auch ein Stück Matthias Heller: Seine Erfahrung, seine Sorgfalt, sein Blick fürs Detail und vor allem ganz viel Herzblut. Eigenschaften, die ihn nicht nur zu einem Experten für „Gerda“ gemacht haben, sondern auch zu einem unverzichtbaren Teil der Werkstattgemeinschaft.
„Es freut uns, dass Herr Heller seine Arbeit mit Freude und Selbständigkeit erledigt. Hierzu ist ein individuell abgestimmtes, vertrautes und strukturiertes Arbeitsumfeld notwendig. Dies findet er in unseren Werkstätten. Die kontinuierliche pädagogische Begleitung und Unterstützung ist der Erfolgsfaktor“, betont Susanne Rüenauver, Abteilungsleiterin der Werthmann-Werkstätten.
