Tradition verpflichtet. Zukunft verändert.
Wer heute durch Attendorn geht, begegnet an vielen Stellen Spuren der Vergangenheit. Manche sind sichtbar, andere fast vergessen. Zu ihnen gehört auch die Geschichte der Familie Frey, die seit dem 3. September 1879 mit der Entwicklung unserer Stadt verbunden ist.
Als Theodor Frey sen. am 3. September 1879 in der Kölner Straße ein Buch- und Schreibwarengeschäft mit angeschlossener Buchbinderei eröffnete, lebten in Attendorn rund 2.000 Menschen. Landwirtschaft und Handwerk bestimmten den Alltag. Telefon, Auto oder Radio spielten noch keine Rolle. An Computer oder Internet war selbstverständlich nicht zu denken.
Was damals begann, entwickelte sich über fünf Generationen hinweg zu einem Unternehmen, das die Medien- und Kommunikationsgeschichte unserer Region maßgeblich mitprägte.
Aus der Buchbinderei wurde eine Druckerei. Aus Bleisatz wurde Fotosatz. Aus Buchdruck wurde Offsetdruck. Später kamen Digitaldruck, Internet, Webdesign und digitale Kommunikation hinzu.
Immer wieder musste sich FREY neu erfinden. Und genau darin liegt vielleicht die eigentliche Geschichte dieses Unternehmens.
Denn die vergangenen 150 Jahre waren nie eine Geschichte des Stillstands. Sie waren eine Geschichte des Wandels.
Als in den 1970er Jahren der klassische Buchdruck zunehmend vom Offsetdruck verdrängt wurde, stellte sich auch FREY den neuen Herausforderungen. Mit dem Wechsel vom Bleisatz zum Fotosatz begann eine Entwicklung, die das Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten immer wieder verändern sollte.
Computer hielten Einzug in die Druckvorstufe. Aus Setzkästen wurden Bildschirme. Desktop Publishing ersetzte traditionelle Arbeitsabläufe und die Digitalisierung veränderte die gesamte Medienbranche grundlegend.
Mit der Neuausrichtung zu FREY PRINT + MEDIA im Jahr 2005 wurde deutlich, dass Kommunikation längst nicht mehr ausschließlich auf Papier stattfindet. Neben den klassischen Druckleistungen entstanden neue Bereiche wie Webdesign, Online-Marketing und digitale Kommunikation.
Damit entwickelte sich FREY Schritt für Schritt von einer klassischen Druckerei zu einem modernen Medienunternehmen, das Kunden sowohl in der gedruckten als auch in der digitalen Kommunikation begleitet.
Auch die Bereitschaft, in neue Technologien zu investieren, blieb erhalten. So wurde 2018 eine hochmoderne Digitaldruckmaschine in Betrieb genommen, die neue Möglichkeiten für Veredelungen, Individualisierung und Spezialanwendungen eröffnete.
Heute steht die Medienbranche erneut vor grundlegenden Veränderungen.
Druckproduktion wird zunehmend automatisiert und in hochspezialisierten Betrieben gebündelt. Gleichzeitig gewinnen Beratung, Gestaltung, Kommunikation und digitale Medien immer stärker an Bedeutung.
Nach vielen Gesprächen und sorgfältigen Überlegungen haben wir deshalb entschieden, die Geschäftstätigkeit der FREY Print + Media GmbH & Co. KG in ihrer bisherigen Form zum Jahresende 2026 geordnet zu beenden.
Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Denn mit dem Unternehmen verbinden sich nicht nur Maschinen und Gebäude, sondern vor allem Menschen, Begegnungen und viele Geschichten aus fast 150 Jahren Attendorner Stadtgeschichte.
Gleichzeitig wissen wir aber auch: Die eigentliche Stärke von FREY lag nie allein in Druckmaschinen oder Produktionsflächen.
Sie lag in der Beratung. In der Gestaltung. In der Entwicklung von Ideen. In der Begleitung von Projekten. Und in den Beziehungen zu unseren Kunden.
Genau diese Stärken werden auch künftig gebraucht.
Wir möchten die gewachsene Medienkompetenz von FREY in eine moderne und zukunftsfähige Form überführen – mit weniger Bindung an Produktionsmittel und mehr Fokus auf Beratung, Gestaltung, Kommunikation und Zusammenarbeit.
Oder anders gesagt:
Wir reisen weiter in die Zukunft – mit leichterem Gepäck.
Deshalb verstehen wir diesen Schritt nicht als Ende einer Geschichte, sondern als Beginn eines neuen Kapitels. Fast 150 Jahre Unternehmensgeschichte sind immer auch ein Stück Attendorner Geschichte. Viele Menschen haben FREY in dieser Zeit begleitet, geprägt und weiterentwickelt. Auf dieser gemeinsamen Geschichte bauen wir auf – und richten den Blick gleichzeitig nach vorn.
Die Geschichte von FREY endet nicht.
Sie verändert ihre Form.
Und sie bleibt mit Attendorn verbunden.





