Das Attendorner Krankenhaus ist seit Anfang März als erste Klinik im Südsauerland Mitglied des Deutschen Schilddrüsenzentrums. Die Mitgliedschaft setzt eine hohe Qualität in Diagnostik und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen voraus.
Um eine optimale Versorgung von Betroffenen im Sauerland und darüber hinaus zu gewährleisten, ist die Helios Klinik Attendorn dem Deutschen Schilddrüsenzentrum (DSZ) beigetreten, einem bundesweiten Netzwerk von Kliniken und Fachärzten (z. B. Chirurgen, Endokrinologen, Nuklearmedizinern), die sich besonders intensiv mit Erkrankungen der Schilddrüse beschäftigen.
„Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, um unseren Patientinnen und Patienten vor Ort eine noch bessere chirurgische Versorgung anbieten zu können, denn als DSZ-Mitglied verpflichten wir uns, entsprechend den hohen Standards und Leitlinien zu arbeiten, deren Einhaltung regelmäßig überprüft wird“, erklärt Dr. Stefan Bollmann, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Helios Klinik und Chefoperateur für die Schilddrüse.
Die Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie tritt dann auf den Plan, wenn eine operative Behandlung erforderlich ist, etwa bei Knoten, Tumoren oder einer Überfunktion, die sich nicht ausreichend medikamentös behandeln lässt.
Schonung des Stimmbandnervs im Fokus
Insbesondere gelte es bei Eingriffen, den Stimmbandnerv zu schonen, wofür es eine gewisse Erfahrung und Präzision des Chirurgen benötige. Zu den weiteren Zugangskriterien gehören beispielsweise eine niedrige Komplikationsrate nach den Eingriffen ohne Nachblutungen, was das Team von Dr. Bollmann erfüllen konnte.
Bei etwa jedem Dritten in Deutschland kann eine krankhafte Veränderung der Schilddrüse festgestellt werden. Frauen sind dabei rund fünfmal häufiger betroffen als Männer. Die Symptomatik ist vielfältig: Auf der einen Seite leiden viele Menschen an hormonellen Fehlfunktionen, die das kleine Organ im Hals verursacht, andererseits können Veränderungen von Größe und Beschaffenheit der Schilddrüse selbst Probleme verursachen – bis hin zu Krebs. Häufige Überschneidungen und Mischformen aus beiden Ausprägungen machen die Diagnose und Behandlung so komplex.
Um voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen, wurde vor einigen Jahren das DSZ von führenden Schilddrüsenmedizinern ins Leben gerufen. Mehr als hundert medizinische Einrichtungen gehören ihm mittlerweile an. „Als Teil dieses Netzwerks profitieren unsere Patienten besonders vom engen interdisziplinären Erfahrungsaustausch über aktuelle Behandlungsverfahren und komplexe Fälle sowie von der geballten Expertise, die die Spezialisten des DSZ mitbringen“, betont Dr. Bollmann die Vorteile der Mitgliedschaft. Fest etabliert sei seit Längerem schon eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik für endokrine Chirurgie am Helios Universitätsklinikum Wuppertal, einem der größten Maximalversorger in NRW; weitere Kooperationsmöglichkeiten kämen nun durch das DSZ dazu.
Prof. Dr. Hans Udo Zieren ist Gründer und Ärztlicher Direktor des DSZ und freut sich sehr über den Neuzugang: „Das südliche Sauerland war bislang eine geografische Lücke in unserem Netzwerk. Umso besser für die Patientinnen und Patienten der Region, dass sich die Helios Klinik Attendorn dazu entschlossen hat, sich unserem Verbund anzuschließen.“ Dessen Ziel sei es, flächendeckend eine hohe Behandlungsqualität zu etablieren und diese auszubauen, so Zieren.

