Eine ausgewogene Ernährung ist weit mehr als nur Sattwerden – sie ist die Grundlage für Wachstum, Entwicklung, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Besonders im Kindes- und Jugendalter werden entscheidende Weichen für die gesundheitliche Zukunft gestellt. Anlässlich des bundesweiten „Tags der gesunden Ernährung“ am 7. März informiert die DRK-Kinderklinik Siegen über die Bedeutung einer altersgerechten, individuellen und medizinisch begleiteten Ernährung.

„Kinder befinden sich im Wachstum. Ihr Körper entwickelt sich rasant, Organe reifen, das Gehirn lernt täglich dazu. Dafür braucht es eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie und eine hochwertige Nährstoffauswahl“, erklärt Tanja Badjie. Sie ist seit vielen Jahren Ernährungsberaterin an der DRK-Kinderklinik Siegen. „Eine ausgewogene Ernährung stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern unterstützt auch Konzentration, Belastbarkeit und die allgemeine Entwicklung.“ Im Klinikalltag nimmt das Thema Ernährung deshalb einen hohen Stellenwert ein. Ob Früh- und Neugeborene, Kinder mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Stoffwechselstörungen, Patientinnen und Patienten mit Nahrungsmittelallergien oder besonderen Ernährungsanforderungen – für jedes Kind wird ein individuell abgestimmtes Ernährungskonzept entwickelt. Dabei arbeiten Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten sowie die Ernährungsberatung eng zusammen.
„Gerade bei erkrankten Kindern ist Ernährung häufig Teil der Therapie“, betont Tanja Badjie. „Manchmal geht es darum, eine ausreichende Gewichtszunahme zu erreichen, manchmal um spezielle Diäten oder um die Vermeidung bestimmter Inhaltsstoffe. Wichtig ist immer: Die Ernährung muss medizinisch sinnvoll und gleichzeitig alltagstauglich sein.“ Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beratung und Begleitung der Familien. Viele Eltern seien verunsichert, wenn ihr Kind eine Diagnose erhält, die auch die Ernährung betrifft. „Wir erleben oft große Sorge: Darf mein Kind das noch essen? Mache ich etwas falsch?“, so Badjie. „Hier ist Aufklärung entscheidend. Wir nehmen uns Zeit, erklären Zusammenhänge und entwickeln gemeinsam mit den Eltern praktikable Lösungen für zuhause.“ Dabei gehe es nicht um starre Verbote oder komplizierte Regeln, sondern um nachhaltige Veränderungen. „Gesunde Ernährung bedeutet nicht Perfektion. Es geht um ein ausgewogenes Verhältnis, um Regelmäßigkeit und um Freude am Essen“, erklärt die Ernährungsberaterin. „Ein bunter Teller mit viel Gemüse und Obst, ausreichend Vollkornprodukte, hochwertige Eiweißquellen und eine bewusste Auswahl an Getränken – das sind gute Grundlagen.“
Auch das Essverhalten selbst spielt eine wichtige Rolle. Gemeinsame Mahlzeiten in ruhiger Atmosphäre, das Vorleben gesunder Gewohnheiten und das Einbeziehen der Kinder in die Auswahl und Zubereitung von Speisen können viel bewirken. „Kinder lernen durch Vorbilder. Wenn gesunde Lebensmittel selbstverständlich auf den Tisch kommen und Essen nicht mit Druck oder Zwang verbunden ist, entsteht langfristig ein positives Essverhalten“, sagt die Ernährungsberaterin. Neben der individuellen Beratung setzt die DRK-Kinderklinik Siegen auch auf Prävention. Denn Fehlernährung, Übergewicht oder Mangelerscheinungen können bereits im Kindesalter die Grundlage für spätere Gesundheitsprobleme legen. „Wir möchten Familien frühzeitig stärken und sensibilisieren. Ernährung ist ein zentraler Baustein der Gesundheitsvorsorge“, betont Badjie. „Was Kinder heute lernen, begleitet sie oft ein Leben lang. Dazu gehört natürlich auch das richtige Bewegungsverhalten und kein übermäßiger Medienkonsum.“

