Am 5. Oktober fand im Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland in Olpe die Jahresmitgliederversammlung des Kreisheimatbundes statt. Zunächst wurden Einblicke in Gebäude und Arbeit des Forstamtes geboten, anschließend die Sieger des Wettbewerbs „Heimat lebt!“ ausgezeichnet und schließlich die formelle JMV mit einem deutlich verjüngten Vorstand beendet.
Forstamtschef Marlon Ohms erläuterte den 65 Teilnehmern einige Prinzipien des Neubaus: Heimische Baustoffe wie Schiefer und Holz wurden sichtbar verbaut, geheizt wird mit Holzhackschnitzeln. 90 Mitarbeitende kümmern sich um den Wald im Forstamtsbereich, darunter 30 Auszubildende. Auf rund 14.500 Hektar landeseigenen Wald („Staatswald“) wird in 8 Forstbetriebsbezirken eine naturnahe und an gesellschaftlichen Interessen ausgerichtete Bewirtschaftung umgesetzt. In 17 Forstbetriebsbezirken werden zudem 20 forstliche Zusammenschlüsse mit einer Mitgliedsfläche von fast 16.000 Hektar betreut.
Anschließend zeichnete der Kreisheimatbund die drei Gewinner des Wettbewerbs „Heimat lebt!“ aus. Die Klassen 3a und 3b (mittlerweile Klasse 4) der St. Nikolaus-Grundschule in Grevenbrück siegten mit ihrer Gruppenarbeit „Karten und Orientierung – Unsere Schulumgebung“. Lehrkraft Helena Kouril formulierte: „Ziel der Reihe ist es, Schülerinnen und Schülern einen handlungsorientierten Zugang zu ihrer unmittelbaren Lebenswelt zu ermöglichen.“ Damit trifft sie, so Laudator Uli Selter, ein Kernanliegen des KHBs.
Die zwei ausgezeichneten Studienarbeiten wurden am Fachbereich Architektur der Universität Siegen erstellt. Den 2. Preis erreichte Lorena Dettenberg aus Hofolpe mit ihrer Masterarbeit „Live.Learn.Connect – ein Ort der generationenübergreifenden Angebote“. Die Preisträgerin entwickelte durch Umstrukturierung der Kirchhundemer Sekundarschule ein Generationenzentrum. Der 1. Preis ging an Nicole Fischer aus Attendorn für ihre Masterarbeit „Urban Agencies – Zukunftsquartier am Wassertor“. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der sog. Hoesch-Hallen zu einem Quartier, in dem Wohnraum geschaffen, Flächen entsiegelt und neugestaltet sowie Räume für die Gemeinschaft geschaffen werden. Sebastian Luke und Birgit Haberhauer-Kuschel betonten in ihren Laudationen, wie überzeugend die Preisträgerinnen die Bedürfnisse einer sich wandelnden Gesellschaft mit den Prinzipien des nachhaltigen Bauens verbinden.
In der formellen Jahresmitgliederversammlung erläuterte der 2. Vorsitzende den aus gesundheitlichen Gründen notwendigen Wechsel im Redaktionsteam der Zeitschrift „Südsauerland“. Derzeit arbeitet eine Interims-Redaktion. Auch die Druckerei wird gewechselt: Da Frey seinen Betrieb einstellt, wird demnächst bei Zimmer in Finnentrop gedruckt.
Weitere Erläuterungen gab Henrichs zur Initiative Biologische Station Kreis Olpe, die nach vielen Jahren des Ringens Wirklichkeit werden soll. Der KHB Olpe ist im gegründeten „Trägerverein Biologische Station im Kreis Olpe e.V.“ neben NaBu und BUND das dritte Kernmitglied. Forstamtschef Ohms wies auf die gute Zusammenarbeit zwischen seinem Haus und der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein hin.
Nach den Berichten von Schatzmeisterin Heike Kaufmann und Kassenprüfer Michael Beckmann und der Entlastung des Vorstands standen mehrere Wahlen an.
Der gesamte Vorstand schlug den bisherigen 2. Vorsitzenden für das seit zwei Jahren vakante Amt des 1. Vorsitzenden vor. Christoph Henrichs, seit 2000 Mitglied im Vorstand, zeigte sich zur Kandidatur bereit, um damit den Platz für einen jüngeren 2. Vorsitzenden freizumachen. „Ich verstehe meine Kandidatur als Übergang, als Beitrag dazu, den Vorstand zu stabilisieren und weiterzuentwickeln.“ Die Versammlung wählte Henrichs einstimmig für zwei Jahre zum 1. Vorsitzenden.
Für die Wahl des 2. Vorsitzenden schlug der Vorstand den Attendorner Sebastian Luke vor. Der studierte Archäologe wird ab 1. Januar 2027 die Leitung von Südsauerlandmuseum und Museum Wendener Hütte übernehmen. Die Arbeit des KHB hat er über das vor zwei Jahren gestartete Projekt „Next Generation“ kennengelernt. Einstimmig wurde Sebastian Luke zum 2. Vorsitzenden gewählt.
Für die zwei vakanten Plätze als Beisitzer wurden vom Vorstand Frederik Siebert und Lioba Engemann vorgeschlagen. Frederik Siebert, gebürtig aus Schönholthausen, hat mit seinem Instagram-Projekt „Damals in Lennestadt“ ein erfolgreiches Online-Format angestoßen. Er ist ebenfalls im Projekt „Next Generation“ engagiert. Lioba Engemann aus Altenhundem ist Landschaftsplanerin und arbeitet im Dezernat Ländliche Entwicklung, Bodenordnung der Bezirksregierung, Standort Siegen. Bereits vor 15 Jahren ist sie zum KHB gekommen. Engemann ist Mitglied im gerade gegründeten Trägerverein für eine Biologische Station. Frederik Siebert und Lioba Engemann wurden einstimmig gewählt. Lorenz Lüke-Sellhorst, Einsiedelei, ist neuer Kassenprüfer.
Zum Ausblick auf das neue Arbeitsjahr gehörten Informationen zum Beirat, dessen Mitglieder der Vorstand beruft. Bisher gehören ihm an: Andrea Arens (Olpe), Antonius Klein (Altenwenden), Kerstin Prutti (Grevenbrück), Josef Rave (Neu-Listernohl). Neu hinzu kommen Astrid Stahl (Hünsborn), die den AK Familienforschung leitet, sowie Martin Stanm (Ostentrop), der mit seinem Instagram-Kanal „Finnentrop damals und heute“ erfolgreich Heimatarbeit betreibt.
Jahresthema 2027 und damit Schwerpunkt der Zeitschrift Südsauerland ist der „Landschaftswandel“. Interessierte sind eingeladen, Veränderungen von Siedlung und Landschaft in Text und Bild zu thematisieren. Zum Jahresthema passt eine Initiative von Andreas Emmerling-Skala aus Altenhundem: Er hat eine Reihe zum Naturerbe im Kreis Olpe initiiert.
Die JMV endete mit Einladungen zum „Heimat-Kino“ am 3. November im JAK Kino Attendorn sowie zur „Veranstaltung der Kreisheimatpflegerin“ auf der Hohen Bracht am 21. November.



