Die Genossenschaftsbank an Bigge und Lenne kündigte im Frühsommer letzten Jahres zukunftsweisende Veränderungen mit einer konsequenten Ausrichtung auf die sich wandelnden Bedürfnisse sowie einer klaren Orientierung an dem veränderten Nutzungsverhalten ihrer Mitglieder und Kunden an. „Es ist für uns als Vorstand eine Selbstverständlichkeit, sowohl nach innen wie nach außen Klartext zu sprechen“, betont Vorstandsmitglied Michael Griese. „Wir stehen ohne Frage vor großen Veränderungen. Insbesondere die Auswirkungen der Niedrigzinsphase sowie die Digitalisierung mit einem deutlich veränderten Kundenverhalten machen eine Neuausrichtung unabdingbar.“ Das im letzten Jahr beschlossene strategische Programm geht nun in die ersten Umsetzungsschritte und soll bis zum Jahr 2023 abgeschlossen sein.

Veränderungen in der Filialstruktur sind ein Teil der notwendigen Konsequenzen. Die ersten Standortveränderungen werden zum 30. April 2020 umgesetzt: die Filialen Helden, Rönkhausen, Kirchhundem, Fleckenberg, Dorlar und Oberkirchen werden ihre Türen schließen. „Die Bargeldversorgung in der Region wird durch uns weiterhin gesichert,“ erklärt Vorstandsmitglied Bernd Griese. Im zweiten Schritt, und zwar zum 31. Januar 2021, werden dann die Standorte Fretter, Meggen, Elspe, Saalhausen, Welschen Ennest, Wormbach und Siedlinghausen geschlossen.

Die Mitarbeiter werden in die umliegenden Beratungszentren Attendorn, Bamenohl, Grevenbrück, Altenhundem, Schmallenberg, Winterberg und Medebach sowie die Beratungsfilialen Würdinghausen, Bad Fredeburg und Hallenberg integriert. Mit der Fokussierung auf dann 10 personenbesetzte Standorte sollen Mitglieder und Kunden von einer noch besseren Konzentration von Expertenwissen und Beratungsleistungen profitieren.

„Intensive Analysen und Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, dass unsere Kunden immer seltener eine Filiale besuchen und stattdessen andere Kontaktmöglichen bevorzugen. Umfragen zufolge nutzen heute sieben von zehn Bundesbürgern das Internet, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Vor fünf Jahren war es nur etwa jeder zweite. Wir sind gefordert, darauf zu reagieren und unser Angebot an die Wünsche und Erwartungen unserer Mitglieder und Kunden anzupassen. Das wird aber nicht bedeuten, dass unsere Mitglieder und Kunden keinen persönlichen Ansprechpartner mehr haben. Wir wollen – gepaart mit dem besten digitalen Bankerlebnis – immer eine geöffnete Filiale sein“, betont Bernd Griese. Für persönliche Beratung, die nachweislich 1 bis 2mal pro Jahr gewünscht wird, ist die Volksbank weiterhin in der Region mit 10 Standorten präsent. Auch Beratungsgespräche beim Kunden zu Hause sowie in den Betrieben und Unternehmen biete die Volksbank weiterhin an.

Im gesamten Geschäftsgebiet von Attendorn über Finnentrop, Lennestadt, Kirchhundem und Schmallenberg bis nach Winterberg, Medebach und Hallenberg wird die Bargeldversorgung weiterhin sichergestellt. Hieran wurde in den letzten Monaten sehr intensiv gearbeitet. „Wir setzen auch auf die sich zwischenzeitlich bewährten Kooperationen,“ erläutert Bernd Griese. Anbieten werde man auch weiterhin den Geld-Bring-Service. Griese: „Kunden, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, bringen wir Bargeldbeträge zwischen 250 und 1.000 Euro nach telefonischer Bestellung auch nach Hause.“

Weitere, am Verhalten der Mitglieder und Kunden angepasste Veränderungen stehen bis Ende das Jahres an: das KundenServiceCenter in Kirchhundem wird mit neuen Leistungen ausgebaut und zu einem KundenDialogCenter weiterentwickelt. Ein erfahrenes Beraterteam, die zukünftige Möglichkeit der Videoberatung und die telefonische Begleitung der Kunden bei der Nutzung der digitalen Leistungen, wird eine tragende Säule der Bank, die auch personell weiter ausgebaut wird.

„Täglich erreichen uns durchschnittlich 1.000 telefonische Kundenanfragen, die schnell und einfach beantwortet werden. Unsere Mitglieder und Kunden nutzen weiterhin sehr stark den Kontakt per E-Mail und das Elektronische Postfach. Ergänzend bieten wir seit November 2019 auch What`s App als Zugangsweg zur Volksbank an,“ so Griese.

Für Mitglieder und Kunden werden die digitalen Serviceleistungen weiter ausgebaut und die Konzentration von Beraterwissen an den verbleibenden zehn Standorten sichert den Kunden in Zukunft eine hochwertige individuelle Beratung in Verbindung mit schnellen und einfachen Services rund um die Uhr. „Ein wichtiges Beratungsfeld wird das „neue Sparen“ sein,“ verrät Griese. Bei den niedrigen Zinsen wird es wohl leider in den kommenden Jahren keine wesentliche Verbesserung geben.“ Die Auswirkungen des Niedrigzinsumfeldes seien für Sparer massiv. „Hier sind wir gefordert, Aufklärung zu betreiben und persönliche Beratung anzubieten.“

Personell wird sich die Volksbank Bigge-Lenne, wie bereits im Sommer des letzten Jahres angekündigt, in den nächsten Jahren deutlich verschlanken. Der Abbau von Stellen über das gesamte Marktgebiet hinweg ist unvermeidbar. Zu betriebsbedingten Kündigungen wird es dabei nicht kommen.  

Konsequente Ausrichtung auf den Bedarf bedeutet für den Vorstand auch der Ausbau von neuen Geschäftsfeldern. Hier ist Innovationskraft und Mut zur Veränderung gefragt. Das beweisen die Verantwortlichen schon mit dem Projekt „Alter(n)sgerechtes Wohnen“ in Saalhausen. Es wird bereits an weiteren Unternehmensaktivitäten gearbeitet, die zwar banknah sind, aber bislang nicht zum klassischen Kerngeschäft gehörten, wie zum Beispiel der Vermittlung von Energieverträgen.

Anderen empfehlen

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here