Häusliche Kranken- und Kinderkrankenpflege der DRK-Kinderklinik Siegen versorgt seit 30 Jahren schwer pflegebedürftige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Region in ihrem häuslichen Umfeld
Bei dem Begriff der „Häuslichen Pflege“ denkt man automatisch an die Versorgung von älteren, hilfsbedürftigen Menschen, die dank der Unter-stützung eines mobilen Pflegedienstes in ihrem häuslichen Umfeld leben können. Bei Kindern, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern, ob-liegen diese Aufgaben den Eltern, der Einsatz von Pflegediensten ist hier selten.
Bereits seit 1996 hat sich die Häusliche Kranken- und Kinderkrankenpflege der Siegener Kinderklinik darauf spezialisiert, genau dieses besondere Patientenklientel zu versorgen. Deren Aufgabe ist es, Familien mit schwerkranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in ihrem häuslichen Umfeld pflegerisch zu unterstützen. Andernfalls müssten diese Patienten längerfristig stationär in einer Klinik versorgt werden. Die Idee, einen ambulanten Kinderkrankenpflegedienst zu gründen, kam daher, dass Mitte der 90er Jahre eine junge Patientin seit ihrer Geburt auf der Intensivstation auf dem Wellersberg über Jahre hinweg behandelt wurde, man es ihr aber ermöglichen wollte, trotz der notwendigen Dauerbeatmung mit der Familie zu Hause zu leben. Zunächst wurden alle technischen Rahmen-bedingungen für eine 24-Stunden-Intensivpflege seitens der Beteiligten geschaffen, doch damit war es nicht getan. Auch ein entsprechendes Team an Pflegekräften mit intensivpflegerischen Kompetenzen musste erst aufgebaut werden. So konnte die kleine Patientin aus der Klinik ins häusliche Umfeld entlassen werden, in dem sie lange Jahre vom hoch-spezialisierten Team aus Pflege-kräften der DRK Häusliche Kranken- und Kinderkrankenpflege Siegen versorgt wurde.
Nach diesem ersten erfolgreichen Versuch, eine Intensivpflege aus dem klinischen ins häusliche Umfeld zu verlagern, wurde schnell klar, dass aufgrund der medizinischen Entwicklung immer mehr Bedarf für ein solch besonderes Pflegeangebot entstehen würde. Damals wie heute fahren die spezialisierten Pflegekräfte, nicht wie allgemein bei älteren Patienten üblich von Haus zu Haus, sondern eine Pflegekraft bleibt während der kompletten Schicht beim jeweiligen Patienten und begleitet diesen durch den Alltag.



Aktuell versorgen die rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DRK Häusliche Kranken- und Kinderkrankenpflege in einem Umkreis von rund 60 Kilometern um Siegen 12 Patienten, mehrere Patienten sind auf eine künstliche Beatmung angewiesen, viele von ihnen schwerst-mehrfach-behindert.
Klinik- und zugleich Pflegedienstgeschäftsführer Fred Josef Pfeiffer ist dankbar, „dass dieses besondere Pflegekonzept auf der einen Seite vielen Familien und den Patienten hilft, den Alltag gemeinsam im häuslichen Umfeld zu bewältigen. Für die Region ist dieses Konzept wegweisend, zumal immer das Netzwerk der Kinderklinik im Hintergrund zur Verfügung steht.“
„Unsere ganz besondere Arbeit, bei der unsere Teams 24/7 für einen Patienten da sind, zugleich aber auch die enge Zusammenarbeit mit den Eltern, dass kann sich nicht jede Pflegekraft vorstellen. Manche ziehen hier die Arbeit im stationären Bereich vor, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden in genau diesem Setting ihre Bestimmung“, so beschreibt Pflegedienstleiterin Susanne Solbach die Herausforderung, entsprechende Pflegefachkräfte für diese ganz spezielle, aber auch besonders wichtige Form der Versorgung zu finden.
Angelique Badstübner, stellvertretende Pflegedienstleitung in der Einrichtung, ergänzt: „Unser hochspezialisiertes Angebot schließt seit nunmehr 30 Jahren eine wichtige Lücke im Versorgungsangebot der Region. Wir ermöglichen mit unserem Team den Familien eine Alternative zur rein stationären Versorgung in einer Klinik, die für alle Beteiligten wesentlich mehr Lebensqualität bietet.“
