Freitag, 04. April 2025

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Ein zwei­tes Zuhau­se auf Zeit

Bei einem Besuch im Kin­der- und Jugend­hos­piz Bal­tha­sar, dem ältes­ten Kin­der­hos­piz Deutsch­lands, traf sich die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Neza­hat Bara­da­ri (SPD) mit Ein­rich­tungs­lei­ter Roland Penz und der stell­ver­tre­ten­den Ein­rich­tungs­lei­te­rin Rebec­ca Kranz zu einem Infor­ma­ti­ons­aus­tausch. Vor fast 26 Jah­ren wur­de „Bal­tha­sar” eröff­net.

In ange­neh­mer Atmo­sphä­re infor­mier­te sich die Abge­ord­ne­te über die Situa­ti­on, beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen und Arbeits­wei­sen. Sie erkun­dig­te sich nach Wün­schen an die Poli­tik, um die Arbeit noch bes­ser zu unter­stüt­zen.

Der All­tag mit einem unheil­bar erkrank­ten Kind ist für Eltern und Fami­li­en oft sehr belas­tend. Im Kin­der­hos­piz fin­den sie für eini­ge Tage oder Wochen Unter­stüt­zung. Alles ver­än­dert sich, nichts ist mehr, wie es war. Fami­lie und Bezie­hun­gen wer­den auf eine har­te Pro­be gestellt. Geschwis­ter­kin­der wer­den früh mit dem The­ma Tod und Trau­er kon­fron­tiert und müs­sen selbst gestärkt wer­den. Auch die eige­ne End­lich­keit wird den Betrof­fe­nen vor Augen geführt. Die Pfle­ge und Betreu­ung des unheil­bar kran­ken Kin­des ste­hen im Vor­der­grund. Alles ande­re tritt zwangs­läu­fig in den Hin­ter­grund. Die erkrank­ten Kin­der und Jugend­li­chen sowie die gan­ze Fami­lie wer­den im Kin­der­hos­piz von der Dia­gno­se an gemein­sam beglei­tet. Die Eltern wer­den von der Pfle­ge ent­las­tet. „Sie erle­ben vie­le gemein­sa­me Momen­te, die auch in der schwe­ren Zeit des Abschied­neh­mens Halt geben. Wir bie­ten ein zwei­tes Zuhau­se auf Zeit. Die Fami­lie soll als Gan­zes gestärkt wer­den“, so der Ein­rich­tungs­lei­ter.

Ins­ge­samt bie­tet das Hos­piz zwölf Plät­ze für Kin­der, Jugend­li­che und ihre Fami­li­en. Es umfasst nicht nur die Pfle­ge der erkrank­ten Kin­der und Jugend­li­chen, son­dern auch die Unter­brin­gung von Eltern und Geschwis­tern sowie The­ra­pie- und Krea­tiv­an­ge­bo­te. Auf Wunsch wer­den auch Ster­be- und Trau­er­be­glei­tung ange­bo­ten.

Bara­da­ri freu­te sich, dass das Kin­der­hos­piz Bal­tha­sar der­zeit in vie­ler­lei Hin­sicht „gut auf­ge­stellt” sei, wie Penz beton­te. Die Finan­zie­rung erfolgt zu rund 50 Pro­zent durch Stif­tungs­mit­tel der Kin­der- und Jugend­hos­piz­stif­tung Bal­tha­sar und durch not­wen­di­ge Spen­den. Die Zins­er­trä­ge aus dem Stif­tungs­ver­mö­gen kom­men dem Kin­der- und Jugend­hos­piz zugu­te. Um die nöti­gen Zuwen­dun­gen wei­ter­hin zu erhal­ten, dür­fe das „Bal­tha­sar“ in sei­nen Bemü­hun­gen aller­dings auch nicht nach­las­sen. Im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Ein­rich­tun­gen und Bran­chen ist der Fach­kräf­te­man­gel bei Bal­tha­sar der­zeit dank beson­de­rer Anstren­gun­gen und Wer­be­maß­nah­men kein aku­tes The­ma. Bara­da­ri beton­te, dass dies für die wich­ti­ge Arbeit und die Zuwen­dung zu den Kin­dern und Fami­li­en von gro­ßer Bedeu­tung sei.

Penz und Kranz kri­ti­sier­ten, dass Fami­li­en bei der Erst­dia­gno­se einer unheil­ba­ren Erkran­kung ihres Kin­des oft kei­ne spe­zia­li­sier­te Anlauf­stel­le für Ver­ord­nun­gen bei den zustän­di­gen Kran­ken­kas­sen hät­ten. Bei einem Wech­sel des Sach­be­ar­bei­ters müss­ten sie ihren spe­zi­el­len Krank­heits­fall und die Bedürf­nis­se ihres schwerst­be­hin­der­ten und lebens­ver­kür­zend erkrank­ten Kin­des erneut erläu­tern. „Mög­li­cher­wei­se könn­te ana­log zur Unab­hän­gi­gen Ergän­zen­den Teil­ha­be­be­ra­tung (EUTB) eine Struk­tur spe­zi­ell für Kin­der mit Behin­de­run­gen oder beson­de­ren Bedürf­nis­sen geschaf­fen oder in die EUTB inte­griert wer­den“, warf Bara­da­ri ein und ver­sprach, das The­ma in die ent­spre­chen­den Gre­mi­en ein­zu­brin­gen.

Das Kin­der­hos­piz Bal­tha­sar ist auf Spen­den ange­wie­sen. Wer die­se wert­vol­le Arbeit unter­stüt­zen möch­te, kann dies unter https://kinderhospiz.de/balthasarhelfen tun.

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