Donnerstag, 03. April 2025

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Lan­ge Nacht des Imp­fens in NRW

Auch wenn NRW im bun­des­wei­ten Ver­gleich sehr gute Impf­quo­ten vor­wei­sen kann, sind die Durch­imp­fungs­ra­ten gemes­sen an den Vor­ga­ben der Welt­ge­sund­heits­be­hör­de (WHO) und der Euro­päi­schen Uni­on (EU) immer noch viel zu nied­rig. Das NRW-Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um begrüßt daher Initia­ti­ven, die dazu bei­tra­gen, die Impf­quo­ten zu erhö­hen. Die „Lan­ge Nacht des Imp­fens“, die die imp­fen­den Apo­the­ken in NRW am 01.10.2024 anbie­ten, gehört dazu. An die­sem Tag kön­nen sich Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bis in den spä­ten Abend hin­ein in teil­neh­men­den Apo­the­ken vor Ort gegen Grip­pe und Coro­na imp­fen las­sen. Die Apo­the­ken bie­ten mit ihrem Impf­an­ge­bot eine Ergän­zung zum Imp­fen in den Arzt­pra­xen. Die „Lan­ge Nacht des Imp­fens“ fin­det zeit­gleich auch in ande­ren Bun­des­län­dern statt.

NRW-Gesund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Lau­mann stellt dazu fest: „Wir ste­hen aktu­ell am Beginn der kal­ten Jah­res­zeit und damit am Beginn der jähr­li­chen Erkäl­tungs­sai­son, in der ver­mehrt Fäl­le von Grip­pe und auch Coro­na auf­tre­ten. Um gut durch den Herbst und Win­ter zu kom­men, soll­ten sich die­je­ni­gen, denen eine Imp­fung von der Stän­di­gen
Impf­kom­mis­si­on emp­foh­len wird, imp­fen las­sen. Imp­fen ist sowohl bei Grip­pe als auch bei Coro­na immer noch der bes­te Schutz vor einer schwe­ren Erkran­kung. Daher ist die Stei­ge­rung der Impf­quo­ten – auch bezo­gen auf ande­re Imp­fun­gen – wei­ter­hin ein wich­ti­ges gesund­heits­po­li­ti­sches Ziel. Ich begrü­ße daher, dass die Apo­the­ken ein zusätz­li­ches Ange­bot zu den imp­fen­den Ärz­tin­nen und Ärz­ten anbie­ten“, so Lau­mann.

Tho­mas Preis, Vor­sit­zen­der Apo­the­ker­ver­band Nord­rhein e.V., ergänzt: „Die Grip­pe­imp­fung ist die bes­te Mög­lich­keit, sich und ande­re gegen Grip­pe zu schüt­zen. Daher emp­fiehlt die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on (STIKO) die Grip­pe­imp­fung für Per­so­nen ab 60 Jah­ren, chro­nisch Kran­ke aller Alters­stu­fen und Schwan­ge­re sowie für Medi­zin- und Pfle­ge­per­so­nal, Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner von Alten- und Pfle­ge­hei­men und Kon­takt­per­so­nen bestimm­ter Risi­ko­grup­pen.“ Der Vor­sit­zen­de des Apo­the­ker­ver­ban­des West­fa­len-Lip­pe e.V. weist dar­auf, dass meh­re­re Imp­fun­gen sogar in einem Ter­min mög­lich sei­en. „Die Grip­pe­imp­fung kann grund­sätz­lich mit der für vie­le Risi­ko­grup­pen jähr­lich emp­foh­len Coro­na-Auf­frisch­imp­fung in einem Ter­min geimpft wer­den“, so Tho­mas Rochell.

Preis und Rochell sind über­zeugt, dass eine Initia­ti­ve wie die „Lan­ge Nacht des Imp­fens“ auch dazu die­ne, Men­schen zu errei­chen, die bis­her kei­ne Zeit gehabt hät­ten, sich imp­fen zu las­sen.

Imp­fen ist schon in etwa 700 Apo­the­ken in NRW Rou­ti­ne

Dar­über hin­aus wei­sen die Apo­the­ker­ver­bän­de in NRW dar­auf hin, dass das Imp­fen in den rund 700 Impf-Apo­the­ken in NRW mitt­ler­wei­le zur Rou­ti­ne gewor­den sei. Des­halb sei es auch gut, dass der Gesetz­ge­ber bald wei­te­re Imp­fun­gen in den Apo­the­ken mög­lich machen will. „Die Vor­tei­le des Imp­fens in der Apo­the­ke für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sind die gute und unkom­pli­zier­te Erreich­bar­keit.“ Auch die Öff­nungs­zei­ten kämen vie­len Men­schen ent­ge­gen. Vie­le Apo­the­ken bie­ten ganz­tä­gig Imp­fun­gen an und auch mitt­wochs- und frei­tags­nach­mit­tags, genau­so wie sams­tags. Das rege­le aber jede Apo­the­ke für sich. Viel­fach gebe es bereits ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis zwi­schen imp­fen­den Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­kern und ihren Impf­lin­gen. Denn oft wür­den die Apo­the­ker die Pati­en­ten gut ken­nen, weil sie sie bereits seit Jah­ren mit Medi­ka­men­ten indi­vi­du­ell ver­sorg­ten und ver­trau­ens­voll berie­ten, so Rochell und Preis.

Impf­quo­te lang­fris­tig gemein­sam stei­gern

Die Apo­the­ker­ver­bän­de in NRW gehen davon aus, dass durch das gut erreich­ba­re Impf­an­ge­bot der Apo­the­ken die Impf­quo­ten bei Coro­na- und Grip­pe­imp­fun­gen in den nächs­ten Jah­ren deut­lich gestei­gert wer­den kön­nen. Denn bei­spiels­wei­se bei den jähr­li­chen Grip­pe­imp­fun­gen hat Deutsch­land noch viel auf­zu­ho­len. Wäh­rend die WHO eine Impf­quo­te von 75% emp­fiehlt, belief sich die Influ­en­za-Impf­quo­te bei der wich­ti­gen Ziel­grup­pe der über 60-Jäh­ri­gen in der Sai­son 2022/2023 bun­des­weit auf nur rund 40%. Im Übri­gen, so ein wei­te­rer Hin­weis der Apo­the­ker­ver­bän­de in NRW, wür­den Stu­di­en aus ande­ren Län­dern, wo das Imp­fen in Apo­the­ken schon seit Lan­gem eta­bliert ist, zei­gen, dass dort, wo Apo­the­ken mit­imp­fen, die Ärz­te nicht etwa weni­ger, son­dern gleich­zei­tig auch mehr Imp­fun­gen durch­füh­ren. „So kom­men wir dem gemein­sa­men Ziel von weni­ger star­ken Infek­ti­ons­wel­len ein gutes Stück näher“, so Preis und Rochell.

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