Donnerstag, 03. April 2025

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25 Jah­re Atten­dor­ner Tafel

Nicht nur die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter der Tafel konn­te am 2. Fas­ten­sonn­tag Prä­di­kant Wolf­gang Dröp­per begrü­ßen. Auch zahl­rei­che Gäs­te aus Kir­che, Dia­ko­nie und Poli­tik waren gekom­men, um mit der Bezirks­ge­mein­de Atten­dorn der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de Atten­dorn-Len­ne­stadt das 25-jäh­ri­ge Jubi­lä­um der Atten­dor­ner Tafel in einem Fest­got­tes­dienst in der Erlö­ser­kir­che zu fei­ern.

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Dröp­per (Foto), der zugleich Pres­by­ter der Gemein­de ist und als sol­cher sich beson­ders den sozia­len Anlie­gen wid­met, dank­te in sei­nen Gruß­wor­ten den pri­va­ten Spen­dern und Spon­so­ren aus dem Ein­zel­han­del und aus der Atten­dorn er Wirt­schaft. Der Dank der Gemein­de gel­te vor allem den vie­len ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern des „Tafel-Teams“, die in den letz­ten 25 Jah­ren ihre Zeit, ihre Kraft und ihr Enga­ge­ment für ande­re ein­ge­setzt hät­ten.

Ein beson­de­rer Dank gel­te dabei Mar­lies Kin­ne, der ers­ten Lei­te­rin der Tafel, aber auch einer Frau, die seit den Anfangs­zei­ten in der Lei­tung mit­ge­ar­bei­tet habe: Syl­ve­lin Kar­sun­ky, die der Motor hin­ter allen Akti­vi­tä­ten gewe­sen und immer noch sei.

Von Anfang an habe aber auch das Dia­ko­ni­sche Werk des Kir­chen­krei­ses, nament­lich vor allem Hei­ke Schä­fer, die Gemein­de unter­stützt.

Dröp­pers Dank galt aber auch der Küs­te­rin Andrea Gross­mann für die Aus­ge­stal­tung der Kir­che und Diet­hard Wurm an der Orgel und dem Posau­nen­chor unter der Lei­tung von Juli­us Grie­se, die gemein­sam für das Musi­ka­li­sche im Got­tes­dienst ver­ant­wort­lich waren.

Bevor er sei­ne Fest­pre­digt hielt, gab der Super­in­ten­dent des Kir­chen­krei­ses Lüden­scheid-Plet­ten­berg, Dr. Chris­tof Gro­te, der zuvor über 20 Jah­re Gemein­de­pfar­rer in Atten­dorn war (Foto), einen kur­zen Bericht über die Geschich­te und Gegen­wart der Atten­dor­ner Tafel: „25 Jah­re Atten­dor­ner Tafel – bei sol­chen Jubi­lä­en, wenn etwas 25 Jah­re besteht – fei­ern wir ger­ne ein Fest, bli­cken dank­bar zurück, freu­en uns an dem Gelin­gen und hof­fen auf eine eben­so gute – oder gar noch bes­se­re – Zukunft.

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All das tun wir heu­te mor­gen auch: dank­bar zurück­bli­cken auf 25 Jah­re Tafel­ar­beit hier in Atten­dorn, auf das, was an Hil­fe, an Unter­stüt­zung geleis­tet wer­den konn­te, auf das, was an Ge­mein­schaft und Begeg­nung gelun­gen ist

Und den­noch ist unser Tafel­ju­bi­lä­um anders als die 25-Jah­res-Fes­te, die wir sonst fei­ern: Ich sage immer, die Tafel in Atten­dorn läuft „erschre­ckend gut“ – gut, ja, mit ganz vie­len Men­schen, die sich ein­brin­gen, mit ihrem Enga­ge­ment, ihrer Arbeit, aber auch mit ihren Spen­den.

Gut, ja, weil ganz viel an Hil­fe geleis­tet wor­den ist. Aber all das eben doch erschre­ckend – erschre­ckend, weil solch eine Ein­richtung wie die Tafel in unse­rem Land, in unse­rer Stadt über­haupt nötig ist und weil sich dar­an in den zurück­lie­gen­den 25 Jah­ren nichts geän­dert hat, die Not statt­des­sen sogar noch grö­ßer gewor­den ist.

Die Tafel läuft erschre­ckend gut – und Erschre­cken, das stand auch am Anfang, vor 25 Jah­ren, bei der Grün­dung. Dass an unse­re Pfarr­haus­tür immer wie­der Men­schen mit ihren Anlie­gen gekom­men sind, das ist nor­mal, das haben wir, mei­ne Frau und ich, so auch erwar­tet. Dass aber Men­schen kom­men – nicht nur ganz ver­ein­zelt, son­dern immer wie­der, die nach etwas zu Essen fra­gen, nach einem But­ter­brot, das hat uns sehr erschreckt. Klar haben wir gehol­fen, Bro­te geschmiert und ver­teilt.“

Doch schnell habe sich wie­der gezeigt, dass die­se Lösung kei­nem der Betrof­fe­nen wirk­lich half, und so sei man wie­der auf die Gut­schein­lö­sung sei­ner Vor­gän­ger im Pfarr­amt gekom­men. Doch dies­mal habe es nur einen Lebens­mit­tel­la­den in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Pfarr- und Gemein­de­haus gege­ben, für den die Gut­schei­ne aus­ge­ge­ben wur­den.

Erschro­cken durch die gro­ße Anzahl der Gut­schei­ne bot der Eigen­tü­mer des Super­mark­tes der Gemein­de an, ihm die Lebens­mit­tel zum Ver­tei­len an Bedürf­ti­ge zu über­las­sen, die er aus gesetz­li­chen Grün­den nicht mehr ver­kau­fen kön­ne. Das war die Geburts­stun­de der Atten­dor­ner Tafel.

Pfar­rer Dr. Gro­te hol­te sich das Dia­ko­ni­sche Werk des Kir­chen­krei­ses Plet­ten­berg in der Per­son von Hei­ke Schä­fer mit ins Boot und orga­ni­sier­te auch mit Hil­fe eini­ger Ehren­amt­li­cher erst­mals im Dezem­ber 1998 – als ein­ma­li­ge Akti­on geplant – eine Ver­tei­lung von Lebens­mit­teln im Jugend­kel­ler des Gemein­de­hau­ses. Der Zuspruch sei lei­der so groß gewe­sen, so der Pfar­rer, dass dar­aus im Febru­ar 1999 die regel­mä­ßi­ge Lebens­mit­tel­aus­ga­be ent­stan­den sei.

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Gut besucht war der Fest­got­tes­dienst anläss­lich des 25-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der Atten­dor­ner Tafel

Nach­dem 2017 der Umzug vom Gemein­de­haus in das neue Begeg­nungs- und Sozi­al­zen­trum „lebens­froh – Kir­che im Laden“ erfolg­te, habe sich die Tafel immer wei­ter ent­wi­ckelt. Neben der monat­li­chen gro­ßen Tafel­aus­ga­be am letz­ten Diens­tag im Monat gäbe es nun­mehr auch wöchent­lich die „klei­ne Tafel“ , das Arbeits­lo­sen­früh­stück, die Ein­la­dung zu Kaf­fee und Kuchen und vie­les mehr zu Begeg­nung und Aus­tausch bei den Aus­ga­ben.

In sei­ner anschlie­ßen­den Pre­digt über das Gleich­nis des barm­her­zi­gen Sama­ri­ters führ­te Dr. Chris­tof Gro­te aus, das gera­de mit der Arbeit der Tafeln die­ser For­de­rung Jesu nach­ge­kom­men wer­de.

Die Arbeit der Tafeln mache aber auch immer wie­der auf zwei Pro­ble­me auf­merk­sam: Zum einen, dass zu vie­le Lebens­mit­tel über­flüs­sig pro­du­ziert wer­den und anschlie­ßend weg­ge­wor­fen wer­den und zum ande­ren, dass es immer noch viel zu viel Hun­ger welt­weit aber auch in Atten­dorn und Umge­bung gäbe.

Er schloss mit dem Wunsch für das 50-jäh­ri­ge Jubi­lä­um, dem sich anschlie­ßend in ihren Gruß­wor­ten auch der Dia­ko­nie­pfar­rer des Kir­chen­krei­ses Vol­ker Bäu­mer und Atten­dorns Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Pospi­schil anschlos­sen, „dass wir das gar nicht fei­ern, gar nicht mehr fei­ern müs­sen, weil doch Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung und Hun­ger gar kein Pro­blem mehr sind“.

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Syl­ve­lin Kar­sun­ky und Sabi­ne Foll­mann (v.L.), die „Urge­stei­ne“ der Atten­dor­ner Tafel
Fotos: Karl-Her­mann Ernst

Fotos: Karl-Her­mann Ernst

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