Der Attendorner Kulturring eröffnete seine Kammerkonzertsaison 2020 durch einen Konzertnachmittag der besonderen Art mit Werken von Robert Schumann, Leos Janácek und Ludwig van Beethoven.

Dargeboten wurde das wahrlich nicht leicht aufnehmbare Programm vom „Vigato Quartett“ aus der Reihe „Best of NRW“ 2019/2020. Die 4 jungen Musiker Veronika Bejnarowicz und Laura Kania (Violine), Marc Kopitzki (Viola) und Gereon Theis (Cello) bewiesen in ihrer musikalischen Präsentation, dass sie zu Recht in die Auswahl der Besten gehören.

Mit Schumanns Streichquartett A-Dur op. 41,3 – ein Liebeslied von Schumann an seine Frau Clara zu deren 23. Geburtstag – ließen die Künstler bereits erahnen, wie sehr sie in den 10 Jahren ihres gemeinsamen Musizierens zusammengewachsen sind. Faszinierend war von Anfang an ihre höchste Konzentration vor den jeweiligen Einsätzen, für das Publikum deutlich erkennbar an den Augenkontakten der 4 untereinander und dem beinahe rituell anmutenden Verharren für Sekunden mit gesenktem Kopf vor Beginn eines neuen Satzes. Was dann folgte war technisch brillanter Zauber. In Janáceks „Kreuzersonate“, Streichquartett Nr. 1, wurden alle Register bogentechnischer Kunst gezogen; hervorstechend hier der effektvolle Zugriff auf alle Möglichkeiten dynamischer Gestaltung, so dass man die dramatische Auseinandersetzung zweier Ehepartner bis zum bitteren Ende, die wohl den Hintergrund dieser Musik bildete, geradezu spüren konnte.

Mit Beethovens Streichquartett Nr. 15 op. 132, einem weit ausholenden Werk mit motivischen Reminiszenzen an seine Sinfonien beendete das Vigato Quartett sein Konzert.

Die Zuhörer verharrten einen Augenblick in Stille, bevor sie den jungen Musikern reichlichen Applaus spendeten und ein kleines Stück von Orlando di Lasso als Zugabe herausforderten.

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