Nachbericht zur Musikkabarettveranstaltung am Samstag, 18.04.2026
Mit dem Auftritt der Musikkabarettistin Lucy van Kuhl fand die Kultursaison 2025/2026 des Kulturringes Attendorn einen fulminanten Abschluss.
Die von zahlreichen Auftritten in ganz Deutschland und von Auftritten im Fernsehen bekannte Künstlerin machte ihrem Ruf, auf charmant-unnachahmliche und faszinierende Weise Klavier- Kabarett mit Chansons zu kombinieren, auch in Attendorn alle Ehre.
Ihr Programm „Auf den zweiten Blick“ schien ihr auf den Leib geschnitten. Heiter, gekonnt ironisch und genau pointiert, zuweilen auch ernst und nachdenklich, vermittelte sie auf ihre mitreißende und erfrischend natürliche Art den zahlreich erschienenen Gästen ihre Beobachtungen von Menschen, Lebenssituationen und Gegenständen in Wort und Musik.
Ein zweiter Blick auf die Dinge lohne sich immer wieder, sei sogar notwendig um hinter die Kulisse zu schauen – so ihre Botschaft, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Programm zog. Der erste Blick sei der intuitive, der zweite könne der besondere sein.
Dass sich daraus häufig ein Perspektivwechsel ergibt, lag auch für das Publikum sehr schnell auf der Hand. So z.B. in ihrem Titel „Haus in der Provence“, in dem der erste Neid ob des tollen Anwesens in schönster Lage unmittelbar durch Mitleid wegen des nicht abreißenden Besucherstromes abgelöst wurde. Lustig, aber gleichzeitig tiefgründig schilderte Lucy van Kuhl in ihren Songs „Jung, jung, jung“ und „Detox“, was es heißt, bestimmten Trends hinterherzulaufen, wie ewig jung zu sein – immer 30 zu bleiben – oder Körper und Geist mit einer speziellen Diät gesund zu erhalten. Sie traf mit diesen Texten in passenden Klavierklängen absolut den Nerv der begeistert zuhörenden Gäste, die ihre Darbietung häufig mit engagiertem Zwischenapplaus begleiteten.
Es gab auch leise und nachdenkliche Töne der Kabarettistin. „Ich will dich“ – ein unkonventionelles Liebeslied, welches die Sehnsucht nach etwas mehr Distanz beinhaltet, ich will dich wieder einmal vermissen, soll es heißen. Oder die geradezu liebevolle Beschreibung des Verlustes einer langjährigen Mitbewohnerin, die als Seele eines Berliner Mehrfamilienhauses einfach fehlt. Eine Blume auf dem Balkon trägt jetzt ihren Namen.
Es war ein Abend mit großartiger Musikkabarett-Kultur und einer außerordentlich sympathischen Künstlerin. Das Publikum dankte Lucy van Kuhl mit lang anhaltendem Applaus und forderte zwei Zugaben heraus.

