Samstag, 05. April 2025

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REGIONALE 2025: Block­chain-Tech­no­lo­gie bei süd­west­fä­li­schen Unter­neh­men eta­blie­ren

Die süd­west­fä­li­schen Unter­neh­men sol­len eine Leucht­turm­funk­ti­on ein­neh­men bei der Nut­zung der Block­chain-Tech­no­lo­gie. Das Pro­jekt „Solid2“ der Fach­hoch­schu­le Süd­west­fa­len möch­te Unter­neh­men auf­zei­gen, wie sie die Tech­no­lo­gie in ihren Lie­fer­ket­ten sinn­voll ein­set­zen kön­nen, um aktu­el­le Her­aus­for­de­run­gen zu meis­tern. Dazu wer­den vier Demons­tra­to­ren mit regio­na­len Unter­neh­men aus ver­schie­de­nen Bran­chen ent­wi­ckelt und der Ein­satz erprobt. Die Erkennt­nis­se wer­den für inter­es­sier­te Unter­neh­men auf­be­rei­tet. Das zustän­di­ge Gre­mi­um der REGIONALE 2025 Süd­west­fa­len zeich­ne­te das Pro­jekt „Solid2“ mit dem drit­ten Stern aus. Die För­de­rung aus EU- und Lan­des­mit­teln ist gesi­chert.

„Die Unter­neh­men ste­hen in den Start­lö­chern“, freut sich Prof. Dr.-Ing. Ste­fan Lier von der Fach­hoch­schu­le Süd­west­fa­len nach der Aus­zeich­nung auf den Beginn des Pro­jekts. Für die FH ist es bereits das zwei­te Block­chain-Pro­jekt, das sie gemein­sam mit der Hoch­schu­le Ruhr West in der REGIONALE 2025 umsetzt. Denn wäh­rend die Block­chain-Tech­no­lo­gie im Finanz­be­reich bereits eta­bliert ist, befin­det sich ihr Ein­satz im pro­du­zie­ren­den Gewer­be noch in den Kin­der­schu­hen. „Das Poten­zi­al ist aber enorm“, sagt Prof. Lier.

Mit­hil­fe der Tech­no­lo­gie kön­nen Infor­ma­tio­nen, bei­spiels­wei­se im Kon­text von Rech­nungs­da­ten, fäl­schungs­si­cher über­mit­telt wer­den. Sie schafft Trans­pa­renz in Lie­fer­ket­ten und opti­miert Geschäfts­pro­zes­se der Unter­neh­men. Was das in der Pra­xis für geziel­te Fra­ge­stel­lun­gen der Unter­neh­men bedeu­tet, möch­ten die Ver­ant­wort­li­chen im REGIO­NA­LE-2025-Pro­jekt „Solid2“ auf­zei­gen.

Vier Demons­tra­to­ren mit Bei­spie­len aus dem Unter­neh­mens­all­tag ent­ste­hen

In enger Zusam­men­ar­beit mit neun Unter­neh­men ent­ste­hen vier Demons­tra­to­ren. Das heißt, an vier kon­kre­ten Bei­spie­len wird der Ein­satz der Tech­no­lo­gie in Lie­fer­ket­ten pra­xis­nah und lösungs­ori­en­tiert erprobt. Die Anwen­dungs­fäl­le unter­schei­den sich und auch die Unter­neh­men kom­men aus ver­schie­de­nen Bran­chen, erläu­tert Marc Hübschke, der das Pro­jekt an der FH Süd­west­fa­len als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter mit betreut. „In einem Pilot­pro­jekt geht es dar­um, die Lie­fer­ket­te von Tier­nah­rung zu doku­men­tie­ren. Dabei wer­den äuße­re Bedin­gun­gen wie Tem­pe­ra­tur und Luft­feuch­tig­keit sowie wei­te­re Trans­port­pa­ra­me­ter doku­men­tiert und fäl­schungs­si­cher auf der Block­chain abge­legt. So kann für das Unter­neh­men Haf­tung vor­ge­beugt und sogar die Qua­li­tät wäh­rend des Trans­port­we­ges sicher­ge­stellt wer­den. Neben ver­derb­li­chen Pro­duk­ten ist die­ser Anwen­dungs­fall auch für fra­gi­le Pro­duk­te ein viel­ver­spre­chen­der Ansatz.“
In einem ande­ren Bei­spiel möch­te ein holz­ver­ar­bei­ten­des Unter­neh­men die zer­ti­fi­zier­te, nach­hal­ti­ge Holz­her­kunft über die mehr­stu­fi­ge Lie­fer­ket­te für Kun­den bele­gen. Die Block­chain wird dabei hel­fen, jeden Arbeits­ab­schnitt – vom Baum im Wald bis zum fer­ti­gen Pro­dukt – mit Nach­hal­tig­keits­zer­ti­fi­ka­ten zu doku­men­tie­ren.

Die Unter­neh­men aus Süd­west­fa­len sol­len auch in der Brei­te pro­fi­tie­ren

Im Zuge des Pro­jek­tes sol­len nicht nur Poten­zia­le der Block­chain-Tech­no­lo­gie erprobt wer­den, son­dern auch Ange­stell­te der betei­lig­ten Unter­neh­men im Umgang mit ihr befä­higt wer­den. Das schafft neue Digi­tal­kom­pe­tenz. Des­halb spielt Wis­sens­trans­fer im Pro­jekt eine gro­ße Rol­le. Zwi­schen den betei­lig­ten Unter­neh­men und Fach­hoch­schu­le Süd­west­fa­len ist ein regel­mä­ßig orga­ni­sier­ter Aus­tausch geplant, bei dem die Unter­neh­men Erfah­run­gen tei­len und Ein­bli­cke in die Fort­schrit­te der jeweils ande­ren Demons­tra­to­ren erhal­ten.

Dar­über hin­aus gibt es auch einen erwei­ter­ten Kreis mit inter­es­sier­ten Unter­neh­men aus Süd­west­fa­len, die aus Erkennt­nis­sen und Best-Prac­ti­ce-Bei­spie­len ler­nen sol­len und wol­len. „Wir möch­ten mit dem Pro­jekt dazu bei­tra­gen, die Unter­neh­men in der star­ken Wirt­schafts­re­gi­on Süd­west­fa­len zu befä­hi­gen, die Block­chain-Tech­no­lo­gie für sich zu nut­zen. Das wird in den kom­men­den Jah­ren im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb eine immer stär­ke­re Rol­le spie­len“, sag­te Prof. Dr.-Ing Ste­fan Lier.  

Das Pro­jekt „Solid2“ hat einen Umfang von 1,37 Mil­lio­nen Euro. Es konn­te sich im För­der­auf­ruf “Regio.NRW – Trans­for­ma­ti­on” des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len durch­set­zen. Die FH Süd­west­fa­len und die Hoch­schu­le Ruhr West erhal­ten rund 1,2 Mil­lio­nen Euro aus Mit­teln des Euro­päi­schen Fonds für Regio­na­le Ent­wick­lung (EFRE) sowie Lan­des­mit­teln des NRW-Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums (MWIKE) unter­stützt. Hin­zu kom­men Eigen­mit­tel.

Die REGIONALE 2025 ist ein Struk­tur­pro­gramm des Lan­des NRW. Sie wird aus Mit­teln der Städ­te­bau­för­de­rung des Bun­des und des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len unter­stützt.

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