Attendorner Medizingespräche unter dem Titel: Die Volkskrankheit „Hämorrhoidalleiden“
am 20. Mai 2026 um 18 Uhr im Konferenzsaal der Helios Klinik Attendorn
Jeder hat sie, doch (fast) niemand spricht darüber: Hämorrhoiden helfen, den Afterkanal im Inneren dicht zu halten. Sie dienen damit der sogenannten „feinen Kontinenz“. Warum die Schwellkörper aber austreten können und weshalb das zu einem Problem werden kann, erklärt der Attendorner Proktologe Dr. med. Ahmad Farid Nasri im Rahmen einer kostenlosen Vortragsveranstaltung.
Thorsten W. ist Berufskraftfahrer und leidet schon seit Jahren an einem Problem, über das niemand gerne spricht. Stark vergrößerte Hämorrhoiden behindern seine Verdauung. Als Blutungen, Nässen und Juckreiz am After so stark werden, dass er es kaum noch aushält, sucht Thorsten W. seinen Hausarzt auf. Der Allgemeinmediziner überweist ihn direkt zur Fachbehandlung in die Helios Klinik. Bereits wenige Tage später untersucht ihn Proktologe Dr. Ahmad Nasri, Oberarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie.
Die Arbeit des 58-jährigen ist stressig. Ungesundes und unregelmäßiges Essen sind auf den langen Fahrten auf der Autobahn über viele Jahre ständige Begleiter. Zudem ist er auf die Toiletten auf Raststätten und Parkplätzen angewiesen. Der daraus resultierende unvollständige und unregelmäßige Stuhlgang verursacht zunehmende Beschwerden.
Diese beeinträchtigen nicht nur seinen Alltag, sondern führen auch zu starken Schmerzen und Blutungen. Der Attendorner muss häufig zur Toilette. Ständig verspürt er Stuhldrang und hat oft selbst nach über zwanzig Minuten Sitzen auf dem WC noch das unangenehme Gefühl, sich nicht vollständig entleert zu haben. Bereits wenige Minuten später sucht er erneut die Toilette auf und presst stark, um sich weiter zu erleichtern. „Ich habe immer das Gefühl, es müsste noch etwas kommen. Aber es passiert dann nichts mehr“, klagt Herr W. über sein Problem beim Stuhlgang.
Presszwang begünstigt Hämorrhoidenwachstum
Laut Dr. Ahmad Farid Nasri führt der Zwang zum Pressen während der Stuhlentleerung sowie die Druckerhöhung im Enddarm zur Vergrößerung des Hämorrhoidalgewebes im Afterkanal. Dadurch wird die „innere Abdichtung“ beeinträchtigt, weil sie nicht mehr richtig schließt. Der ungewollte Austritt von Darmflüssigkeit verursacht Juckreiz und Brennen im Afterbereich. „Verstopfung und eine zu feste Konsistenz des Darminhalts können zusätzlich Blutungen und Schmerzen auslösen“, so Dr. Nasri.
Zweimal wöchentlich hält er seine proktologische Sprechstunde im Attendorner Krankenhaus ab. Sein Fachgebiet sind Erkrankungen des Enddarms. Der Andrang ist groß – auch außerhalb der Sprechzeiten –, denn es mangelt nicht an Notfällen, die in der Regel nicht abgewiesen werden.
„Bei bis zu 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, bei Männern wie Frauen, treten im Laufe des Lebens hämorrhoidale Leiden auf. Neben falschem Ernährungsverhalten können auch krankhafte Störungen des Darms als Ursache vorliegen, die wir mit weitergehenden Untersuchungen, zum Beispiel Darmspiegelungen, abklären und behandeln“, erklärt Dr. Nasri.
Nicht jedes Hämorrhoidalleiden muss operiert werden. Häufig reichen konservative Behandlungsmaßnahmen und Empfehlungen aus. „Über 90 Prozent unserer Patienten haben Probleme bei der Stuhlentleerung. Darum thematisieren wir im Behandlungsgespräch zunächst ausführlich das Essverhalten“, führt Dr. Nasri aus. Auch der Einsatz von wundheilenden und schmerzlindernden Salben kann akut helfen – ein Weg, der Geduld erfordert, sich aber langfristig auszahlt. „In frühen Stadien der Erkrankung können eine fachgerechte Beratung, Stuhlregulation und Ernährungsumstellung bereits ausreichen“, so Dr. Nasri, der als einer der wenigen Mediziner im Kreis Olpe auf dieses Thema spezialisiert ist.
Ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel
Zu schnelles und schlecht zubereitetes Essen sind häufig Auslöser des Problems. Und das beginnt bereits im Mund: Wird Nahrung nicht ausreichend gekaut, gelangt sie kaum oder nur unzureichend verdaut in den Darm. Um sie zu verarbeiten, muss der Darm verstärkt Bakterien einsetzen, die die Nahrung zersetzen. Dabei entstehen Gase, die unter anderem zu schmerzhaften Blähungen führen können. Zudem kann es passieren, dass der Stuhl auf seinem Weg nach draußen durch Gasansammlungen behindert wird.
Oft lässt sich das durch eine Umstellung auf ballaststoffreiche Kost sowie durch ein bewährtes Hausmittel verbessern: Flohsamenschalen.
Das ursprünglich aus Indien stammende Naturprodukt ist in vielen Drogerien und Reformhäusern erhältlich. Es bildet im Darm ein Gel, das sich um den Stuhl legt und die Gleitfähigkeit verbessert. Menschen mit Hämorrhoiden, aber auch mit Verstopfung oder Analfissuren profitieren von einer erleichterten Darmentleerung.
So wie hoffentlich Thorsten W., der kürzlich eine Flohsamenschalen-Kur begonnen hat. „Ich versuche zusätzlich mit einer Ernährungsumstellung – vor allem weniger Fleisch und Zucker und mehr vegetarische Kost –, mein Stuhlproblem in den Griff zu bekommen und damit eine Operation zu vermeiden“, blickt er vorsichtig optimistisch in die Zukunft.
Informationsveranstaltung
Im Rahmen der Vortragsreihe „Attendorner Medizingespräche“ hält Dr. Ahmad Farid Nasri am 20. Mai um 18 Uhr einen Vortrag mit dem Titel: Die Volkskrankheit „Hämorrhoidalleiden“
- Wo: Helios Klinik Attendorn, großer Konferenzsaal
- Voranmeldung unter 02272-60-0 oder marco.wehr@helios-gesundheit.de
- Eintritt kostenlos
- Die Veranstaltung richtet sich an Betroffene und Angehörige
Info: Die proktologische Sprechstunde findet montags und donnerstags von 13:00 bis 14:30 Uhr statt. Patienten melden sich telefonisch unter 02722/60-2336 an und erhalten neben Terminen auch individuelle Hinweise zur Vorbereitung auf die Untersuchung.


