44 Bürger erleben bewegende Bildungsreise zwischen Grenzgeschichte und Zukunftsprojekten
Bereits zum 15. Mal organisierte Wolfgang Langenohl eine Bildungsreise für Bürgerinnen und Bürger aus Attendorn und Umgebung. Mit insgesamt 44 Teilnehmenden führte die diesjährige Reise nach Mühlhausen in Thüringen – eine gelungene Kombination aus historischer Aufarbeitung, politischem Austausch und gemeinschaftlichem Erleben.
Den Auftakt bildete ein Besuch der Gedenkstätte Point Alpha, einem ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt an der innerdeutschen Grenze. Neben der Besichtigung des US-Camps und des Museums stand eine geführte Grenzwanderung über den ehemaligen „Todesstreifen“ auf dem Programm. In drei Gruppen aufgeteilt, wurden die Teilnehmenden von erfahrenen Guides begleitet, die eindrücklich die Geschichte der deutschen Teilung vermittelten und die Bedeutung der Erinnerungskultur hervorhoben.
Im Anschluss ging es weiter nach Mühlhausen, wo die Gruppe im Stadthotel Mühlhausen untergebracht war. Am folgenden Tag erkundeten die Teilnehmenden im Rahmen einer Stadtführung – aufgeteilt in zwei Gruppen – die historische Altstadt und ihre bewegte Vergangenheit.
Besonders beeindruckend war der Besuch der Jakobikirche, die zu einer modernen Stadtbibliothek umgebaut wurde. Ebenso besichtigte die Gruppe die Divi-Blasii-Kirche, die eng mit Johann Sebastian Bach verbunden ist. Ein Orgelspiel vor Ort rundete diesen Programmpunkt ab.
Ein weiterer Höhepunkt war die Führung durch das Stadtarchiv im historischen Rathaus, bei der der Archivleiter die Entwicklung der Stadt über mehrere Jahrhunderte anschaulich erläuterte.
Zum politischen Austausch traf die Reisegruppe im Gasthaus Löwenbräu Mühlhausen auf den Oberbürgermeister Johannes Bruns. Ebenfalls anwesend war Kai-Uwe Jagermann, Ortsvereinsvorsitzender der SPD Mühlhausen, gemeinsam mit weiteren kommunalpolitischen Vertretern. In einem offenen Austausch wurden zentrale Themen wie Stadtentwicklung, Haushaltslage sowie Zukunftsprojekte – darunter „Smart City“, „Essbare Stadt“ und moderne Verkehrskonzepte – diskutiert.
Im Ergebnis dieses Gesprächs wurde ein konkreter Gegenbesuch vereinbart: Johannes Bruns wird gemeinsam mit Kai-Uwe Jagermann sowie zwei weiteren kommunalpolitischen Vertretern die Hansestadt Attendorn besuchen. Dieser Austausch soll durch Reiseleiter Wolfgang Langenohl in enger Abstimmung mit dem Bürgermeister der Hansestadt Attendorn, Christian Pospischil, vorbereitet und organisiert werden.
Ein weiterer Programmpunkt führte die Gruppe zum Panorama Museum, wo die Ereignisse des Deutschen Bauernkriegs eindrucksvoll dargestellt werden. Den Abschluss bildete ein Besuch im Deutsches Bratwurstmuseum, der neben informativen Einblicken auch gesellige Momente bot.
Neben dem offiziellen Programm blieb ausreichend Zeit für persönliche Gespräche und gemeinschaftliche Abende. Die Teilnehmenden zogen ein durchweg positives Fazit.
Die Reise wurde in Kooperation mit dem Heinz-Kühn-Bildungswerk sowie dem Reiseunternehmen Omnibusbetrieb Schulte durchgeführt.
Bereits auf der Rückfahrt wurde die nächste Reise geplant: Die 16. Bildungsreise findet vom 22. bis 25. April 2027 statt und führt nach Leipzig. Das Interesse ist bereits jetzt groß – rund 28 Teilnehmende haben sich schon vormerken lassen.
„Für mich sind diese Bildungsreisen ein zentraler Beitrag zur Stärkung unseres Demokratieverständnisses. Es ist mir ein großes Anliegen, solche Fahrten zu planen, durchzuführen und möglichst viele Menschen dafür zu begeistern, Geschichte erlebbar zu machen und daraus Impulse für unsere Gesellschaft mitzunehmen“, betont Reiseleiter Wolfgang Langenohl.

