Freitag, 04. April 2025

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Frie­dens­weg der Reli­gio­nen

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Die Ste­le im Innen­hof des Rat­hau­ses (Foto: Fran­zis­kus­kreis)

Der Atten­dor­ner „Frie­dens­weg der Reli­gio­nen“ fiel in die­sem Jahr auf einen beson­de­ren Tag: den Welt­kin­der­tag. Und so stand die Ver­an­stal­tung auch ganz im Zei­chen der Kin­der. Unter dem The­ma „Gott wohnt an vie­len Orten unse­rer Stadt – ich zei­ge dir wo ich bete“ hat­ten Kin­der der Klas­se 6 c des St.-Ursula-Gymnasiums unter der Lei­tung ihrer Reli­gi­ons­leh­rer Sebas­ti­an Sprin­gob und Kevin Risch drei Sta­tio­nen des Weges vor­be­rei­tet. Das Beson­de­re: die­ser Klas­se gehö­ren katho­li­sche, evan­ge­li­sche und mus­li­mi­sche Kin­der an.

Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler gaben den gut 100 Teil­neh­men­den die Gele­gen­heit, die katho­li­sche Pfarr­kir­che St. Johan­nes Bap­tist, die evan­ge­li­sche Erlö­ser­kir­che und die Moschee durch Kin­der­au­gen zu betrach­ten. Nach der Begrü­ßung auf dem Atten­dor­ner Markt­platz durch Ange­la Sel­ter vom Fran­zis­kus­kreis, der den Frie­dens­weg jähr­lich initi­iert, zogen die Ver­sam­mel­ten unter Orgel­klän­gen in die Pfarr­kir­che ein. Die Kin­der ver­teil­ten sich auf ein­zeln aus­ge­wähl­te Lieb­lings­or­te in der Kir­che und tru­gen, beglei­tet von Pater Sebas­ti­an Sprin­gob, selbst ver­fass­te Impuls­tex­te vor. Sicht­lich beein­druckt lie­ßen die Ver­sam­mel­ten, die im Kir­chen­schiff Platz genom­men hat­ten, ihre Bli­cke an die unter­schied­li­chen Orte im Got­tes­haus len­ken.

Am Min­na-Ursell-Platz zog Tom Klei­ne die Teil­neh­men­den in sei­nen Bann, wo er als Ver­tre­ter der Initia­ti­ve „Jüdisch in Atten­dorn“ im Hei­mat­ver­ein Atten­dorn auf anschau­li­che Wei­se Inter­es­san­tes aus dem Lebens- und Glau­bens­all­tag jüdi­scher Kin­der und Jugend­li­cher ver­mit­tel­te. Am Rat­haus ergriff Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Pospi­schil das Wort und mach­te anhand der unlängst errich­te­ten Skulp­tur „Sich begeg­nen­de Hän­de“ deut­lich, wie wich­tig es für ein fried­vol­les Mit­ein­an­der ist, dass die Men­schen einer Stadt offen auf­ein­an­der zuge­hen, und gedach­te der welt­wei­ten Opfer von Kriegs­ver­bre­chen und Gewalt.

Auf dem Weg zur nächs­ten Sta­ti­on pas­sier­te die Grup­pe den Atten­dor­ner Frie­dens­mah­ner, eine Holz­ste­le im Innen­hof des Rat­hau­ses, die in vier Spra­chen die Auf­schrift „Frie­de auf Erden“ trägt. Ger­ne folg­ten die Kin­der der Ein­la­dung, mit kräf­ti­gem Schwung an der Ste­le zu dre­hen, um die ver­schie­de­nen Spra­chen sicht­bar zu machen. An der evan­ge­li­schen Erlö­ser­kir­che ging Prä­di­kant Kevin Risch zunächst am Bei­spiel des Wichern­kran­zes auf die Bedeu­tung des Lich­tes im Chris­ten­tum ein, bevor auch hier Kin­der mit selbst ver­fass­ten Tex­ten zu Wort kamen. Im Kir­chen­raum ant­wor­ten die Ver­sam­mel­ten, wie bereits in der Pfarr­kir­che, mit dem Lied „Oh Lord hear my pray­er“ auf die Wort­bei­trä­ge.

Zum Abschluss wur­de die Moschee an der Köl­ner Stra­ße auf­ge­sucht. Hier erklang zunächst eine von Imam Faruk Demir vor­ge­tra­ge­ne Sure aus dem Koran, dann lenk­ten die Kin­der den Blick der Ver­sam­mel­ten auf den ein­drucks­vol­len Kron­leuch­ter im Gebets­raum. Die neu nach Atten­dorn zuge­zo­ge­ne Reli­gi­ons­be­auf­trag­te Meliz Yesi­ly­urt beton­te in ihrer Anspra­che den Wert der Viel­falt, der am Atten­dor­ner Frie­dens­weg deut­lich gewor­den sei, und dass jedes Kind auf der Welt das Recht habe, in Frie­den zu leben.

Die Ver­an­stal­tung ende­te mit einem gemein­sa­men Imbiss und einem leb­haf­ten Aus­tausch in den Räu­men der Moschee. Der Frie­dens­weg hat ein­mal mehr die bemer­kens­wer­te inter­re­li­giö­se Begeg­nungs­kul­tur in Atten­dorn gezeigt. So bewahr­hei­te­te sich auch bei der dies­jäh­ri­gen Ver­an­stal­tung, was Ange­la Sel­ter bei ihren Begrü­ßungs­wor­ten gesagt hat­te: „Heu­te öff­nen wir nicht nur die Türen unse­rer Got­tes­häu­ser, son­dern wir öff­nen auch unse­re Her­zen – für Gott und für­ein­an­der. Wo Gott in die Her­zen ein­zieht, dort zie­hen Frie­den und Tole­ranz immer auch mit ein.“

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