Donnerstag, 03. April 2025

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175 Jah­re Demo­kra­tie in Atten­dorn

Die Han­se­stadt Atten­dorn erin­nert an die Demo­kra­tie­be­we­gung im Jahr 1848, die sei­ner­zeit ins­be­son­de­re im „Demo­kra­ten­nest“ Atten­dorn für Auf­ruhr sorg­te.

Nur ein Jahr nach dem gro­ßen Stadt­ju­bi­lä­um „fei­er­te“ die Han­se­stadt Atten­dorn in die­sem Jahr ein wei­te­res Jubi­lä­um: 175 Jah­re Demo­kra­tie­be­we­gung in Atten­dorn.

Ein­heit und Frei­heit, das for­der­ten die Men­schen vor 175 Jah­ren. Dazu tag­te in Frank­furt am Main die Natio­nal­ver­samm­lung. Heu­te gilt sie als Beginn unse­rer Demo­kra­tie, die hart erkämpft wer­den muss­te. So auch in Atten­dorn, das als „Demo­kra­ten­nest“ bekannt war.

Der Anstoß, an die­se wich­ti­gen Ereig­nis­se in der Atten­dor­ner Stadt­ge­schich­te zu erin­nern, kam von Her­mann Hundt. Der Hei­mat­for­scher rann­te mit sei­nem Vor­schlag, etwas gegen die „schlei­chen­de Demo­kra­tie­mü­dig­keit in unse­rer Gesell­schaft“ zu unter­neh­men, bei Atten­dorns Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Pospi­schil offe­ne Türen ein.

Für ihn ist das The­ma nicht nur in sei­ner Funk­ti­on als gewähl­ter Bür­ger­meis­ter mehr als wich­tig: „Das Ver­trau­en in staat­li­che Insti­tu­tio­nen sinkt. Immer mehr Men­schen ver­lie­ren den Glau­ben an die Demo­kra­tie. Nach einer vor eini­gen Wochen von der Fried­rich-Ebert-Stif­tung vor­ge­stell­ten Stu­die hat mitt­ler­wei­le jeder Zwölf­te in Deutsch­land ein rechts­extre­mes Welt­bild. Sechs Pro­zent der Befrag­ten befür­wor­ten sogar eine Dik­ta­tur mit einer ein­zi­gen star­ken Par­tei und einem Füh­rer. Wir befin­den uns damit auf einem gefähr­li­chen Weg. Die Demo­kra­tie ist ein hohes Gut, wel­ches wir täg­lich ver­tei­di­gen müs­sen. Unse­re Vor­fah­ren haben für die Demo­kra­tie in Atten­dorn gekämpft. Es ist wich­tig, dar­an zu erin­nern, dass Demo­kra­tie auch in unse­rer Stadt nicht selbst­ver­ständ­lich ist.“

Stadt­rat, Senio­ren­rat, Jugend­par­la­ment: Auch in Atten­dorn gibt es vie­le Mög­lich­kei­ten, die Demo­kra­tie durch per­sön­li­chen Ein­satz zu stär­ken. Selbst die Wahl eines Klas­sen­spre­chers fußt schließ­lich auf einen demo­kra­ti­schen Pro­zess.

Nach dem Tref­fen mit Her­mann Hundt bil­de­te Bür­ger­meis­ter Pospi­schil eine Arbeits­grup­pe, der neben ihm selbst und Her­mann Hundt auch Stadt­ar­chi­var Tammo Fuchs, Orts­hei­mat­pfle­ge­rin Bir­git Haber­hau­er-Kuschel, Stadt­füh­rer Peter „Pitt­jes“ Höf­fer und Tom Klei­ne von der Stadt­ver­wal­tung Atten­dorn ange­hö­ren. Und die­ses Gre­mi­um hat bereits eini­ge Ideen.

In Zusam­men­ar­beit mit der Aka­de­mie Big­ge­see ist eine Aus­stel­lung geplant. Zudem soll eine der Rats­sit­zun­gen im kom­men­den Jahr einen „his­to­ri­schen Anstrich“ bekom­men. Selbst­ver­ständ­lich sol­len die demo­kra­ti­schen Par­tei­en und dar­über hin­aus die Schu­len ein­ge­bun­den wer­den.

Zudem wird der­zeit eine Stadt­füh­rung durch Atten­dorn aus­ge­ar­bei­tet, an denen mar­kan­te Punk­te zur Demo­kra­tie­ge­schich­te the­ma­ti­siert wer­den. So zum Bei­spiel die Gast­stät­te „Zum Kuckel“, in der am 10. Sep­tem­ber 1848 ein demo­kra­ti­scher Ver­ein gegrün­det wur­de, dem nicht weni­ger als 170 Bür­ger ange­hör­ten.

Lei­der konn­ten die Pro­jek­te in die­sem Jahr nicht mehr umge­setzt wer­den. Und so wird es im Jahr 2024 – dem Jubi­lä­ums­jahr der Frank­fur­ter „Pauls­kir­chen­ver­fas­sung“ im „Demo­kra­ten­nest“ Atten­dorn zu eini­gen „auf­rü­he­ri­schen“ Ver­an­stal­tun­gen kom­men.

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