Freitag, 04. April 2025

Top 5 der Woche

Ähnlich

„Lasst es uns ein­fach machen“

„Vom Stand­punkt zur Weit­sicht: Zukunft den­ken“ hat Chris­ti­an Bau­dis, Digi­tal­un­ter­neh­mer, Futu­rist und ehe­ma­li­ger Goog­le-Deutsch­land-Chef sei­nen Vor­trag beim dies­jäh­ri­gen Volks­bank Dia­log über­schrie­ben. Die Volks­bank Sau­er­land hat­te den mehr­fach aus­ge­zeich­ne­ten Kura­tor der Goe­the Busi­ness School in Frank­furt als Gast­red­ner ein­ge­la­den. Der Refe­rent lud die Volks­bank-Mit­glie­der mit einem fun­dier­ten und unter­halt­sa­men Vor­trag zu einer Rei­se durch die rasan­te Ent­wick­lung der digi­ta­len Welt ein.

Gleich zu Beginn ermu­tig­te Chris­ti­an Bau­dis die rund 350 Gäs­te im Thea­ter der Stadt Len­ne­stadt in Meg­gen und beru­hig­te sie zugleich: „Haben Sie kei­ne Angst vor dem The­ma. Es ist letzt­end­lich nur Sta­tis­tik.“ Bau­dis unter­strich sei­ne The­se, dass Künst­li­che Intel­li­genz (KI) nichts ande­res als Höchst­ge­schwin­dig­keits­sta­tis­tik sei. „Es muss immer ein Mensch über das Ergeb­nis schau­en.“ Bau­dis nahm sein Publi­kum mit auf eine Rei­se durch die Welt von Goog­le und Ama­zon mit ihren vie­len Mög­lich­kei­ten.

Doch zunächst hat­te Vor­stand Micha­el Grie­se in sei­ner Begrü­ßungs­re­de das Wort und erklär­te: „Wir haben einen star­ken Mit­tel­stand und unse­re hei­mi­sche „Wirt­schafts­re­gi­on Süd­west­fa­len“ hat über 150 Welt­markt­füh­rer, oft Fami­li­en­un­ter­neh­men, die exzel­lent auf ihrem Gebiet sind und sich stän­dig auf die Zukunft und ihre Chan­cen vor­be­rei­ten. Daher las­sen Sie uns auch heu­te einen opti­mis­ti­schen und offe­nen Blick auf unser The­ma „Vom Stand­punkt zur Weit­sicht: Zukunft den­ken“ wer­fen und freu­en Sie sich auf den Mann der Stun­de. Chris­ti­an Bau­dis war von 2006 bis 2008 Lei­ter von Goog­le Deutsch­land. Heu­te enga­giert er sich unter ande­rem mit dem Unter­neh­men Oran­ge Oce­an gegen Plas­tik­müll in den Welt­mee­ren.

Dann berich­te­te Bau­dis über eige­ne Erfah­run­gen mit dem Online-Ver­sand­han­del. Sei­ne Fami­lie kau­fe bei­na­he alles dort. „Ich habe gar kei­ne Zeit, zum Ein­kau­fen ins Geschäft zu gehen“, sag­te er. Das im Inter­net von ihm geor­der­te Kat­zen­fut­ter sei aber nach fünf bis sie­ben Stun­den bereits bei ihm. Unver­ständ­nis äußer­te Bau­dis über die stän­di­ge Daten­schutz-Dis­kus­si­on in Deutsch­land: „Das nervt mich kolos­sal. Wir kön­nen dem lie­ben Gott dan­ken, dass wir eine so gute Daten­schutz-Gesetz­ge­bung haben.“ Sein bevor­zug­ter Online-Ver­sand­händ­ler hat ver­stan­den, was man mit Daten macht.

Der Refe­rent ver­tief­te das The­ma Mobi­li­tät: „Wenn die deut­schen Auto­her­stel­ler nicht auf­pas­sen, kommt bei deut­schen Autos nur noch das Chas­sis aus die­sem Land“, so Bau­dis. „Selbst­fah­ren­de Auto sind schon mehr als eine Visi­on. Eine Welt mit Robo­ta­xis wäre heu­te schon siche­rer, denn selbst­fah­ren­de Autos bau­en kei­ne Unfäl­le.“

Bau­dis schwenk­te über zum The­ma Robo­ter. Der Refe­rent zeig­te sich über­zeugt, dass Robo­ter bereits „in weni­gen Jah­ren unser Leben beherr­schen wer­den“. Er kon­kre­ti­sier­te: „Ende die­ses Jahr­zehnts kommt der Haus­halts­ro­bo­ter, der uns das Bügeln, Auf­räu­men und Put­zen abneh­men wird. Heu­te schon sind die Robo­ter in vie­len Restau­rants als Ser­vice­kräf­te nicht mehr weg­zu­den­ken. Und sie wer­den gebraucht, weil das Per­so­nal fehlt.“ Der Wein­bau­er der Zukunft gehe bei­spiels­wei­se nie mehr in den Wein­berg, son­dern schi­cke bloß noch sei­ne Droh­ne, um zu gie­ßen, Reb­läu­se zu bekämp­fen und zu dün­gen.

Das nächs­te The­ma für Bau­dis war die Medi­zin: „Wir kom­men in eine Welt hin­ein, in der wir mit tech­ni­schen Gerä­ten unse­re Gesund­heit selbst über­prü­fen und kor­ri­gie­ren kön­nen.“ Echt­zeit­in­fos über unse­ren Kör­per, die bei­spiels­wei­se die Sät­ti­gung des Blu­tes ange­ben und wür­de ein Wert unter­schrit­ten, dann käme der Hin­weis zum Arzt zu gehen. Die Vor­her­sa­ge von Krank­hei­ten sei auf­grund der vie­len sta­tis­ti­schen Daten heu­te schon mög­lich. „Das alles ist Regres­si­ons­ana­ly­tik“, so Chris­ti­an Bau­dis.

Wie kann aber nun Künst­li­che Intel­li­genz in den Unter­neh­men ein­ge­führt wer­den? „Der Chef muss Lust dar­auf haben und idea­ler­wei­se wird ein klei­nes Pro­jekt­team im Unter­neh­men gebil­det. Dar­über hin­aus emp­fiehlt sich die Zusam­men­ar­beit mit den regio­na­len Fach­hoch­schu­len und Uni­ver­si­tä­ten.“ Auch rät der Digi­tal­un­ter­neh­mer zum Ein­satz und zur Ein­bin­dung von Werk­stu­den­ten.

Bei der anschlie­ßen­den Fra­ge­run­de zeig­ten sich die Volks­bank-Gäs­te neu­gie­rig und inter­es­siert. Auf die Fra­ge, ob denn die Bank der Zukunft auch voll­stän­dig digi­ta­li­siert wür­de und nur noch online erreich­bar sei, gab Vor­stand Micha­el Grie­se die gute Nach­richt zum Schluss: „Wir sind und blei­ben eine wasch­ech­te Regio­nal­bank. Die Volks­bank Sau­er­land wird auch wei­ter­hin vor Ort bera­ten und die Chan­cen der Digi­ta­li­sie­rung wei­ter nut­zen. Wir för­dern unse­re Mit­glie­der und die Regi­on.“ Bau­dis ermu­tig­te das Publi­kum abschlie­ßend auf dem Weg in die nächs­te Epo­che des digi­ta­len Zeit­al­ters nach­dem 2007 das ers­te Smart­phone auf den Markt kam: „Lasst es uns ein­fach machen. Habt kei­ne Angst vor dem The­ma.“

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Beiträge