Donnerstag, 03. April 2025

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Tra­di­ti­on und Lei­den­schaft seit 175 Jah­ren

Im Jahr 1848 als klei­ne Bäcke­rei in Atten­dorn gegrün­det, ist „San­ger­manns Backes“ heu­te ein erfolg­rei­ches Fami­li­en­un­ter­neh­men in 5. Gene­ra­ti­on. Georg San­ger­mann betreibt ins­ge­samt 6 Filia­len. Der Haupt­sitz befin­det sich heu­te in Ober­vei­sche­de. In 175 Jah­ren Fir­men­ge­schich­te hat sich vie­les wei­ter­ent­wi­ckelt. Eines ist jedoch geblie­ben: Die Lei­den­schaft fürs Bäcker­hand­werk.

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Georg San­ger­mann vor sei­nem Ofen am Haupt­sitz von San­ger­manns Backes in Ober­vei­sche­de (©Rebec­ca Dal­hoff | Text­werk Atten­dorn)

Unter dem Namen „Back-Anton“ grün­de­te Bäcker­meis­ter Anton San­ger­mann 1848 in Atten­dorn zunächst in einer Scheu­ne eine klei­ne Bäcke­rei. Spä­ter war er im Her­zen von Atten­dorn in unmit­tel­ba­rer Nähe zur Pfarr­kir­che St. Johan­nes Bap­tist mit einer Bäcke­rei und dazu­ge­hö­ri­gem Café­be­trieb ansäs­sig. Wäh­rend der eine Sohn Johann als Bäcker­meis­ter die Bäcke­rei in Atten­dorn fort­führ­te, grün­de­te 1895 der ande­re Sohn Peter San­ger­mann – eben­falls Bäcker­meis­ter – eine Bäcke­rei mit Pen­si­on und Gast­stät­te im heu­ti­gen Hotel San­ger­mann in Ober­vei­sche­de. Nach dem ers­ten Welt­krieg und der Welt­wirt­schafts­kri­se von 1923 über­nahm sein Nef­fe, Bäcker­meis­ter August San­ger­mann aus Atten­dorn, die Bäcke­rei und führ­te sie „unbe­scha­det“ durch den zwei­ten Welt­krieg.

1962 über­gab August San­ger­mann die Bäcke­rei an sei­nen Sohn Fer­di, des­sen spä­te­re Frau Uschi eben­falls wich­ti­ge Auf­ga­ben im Betrieb über­nahm. Wäh­rend das Hotel von sei­nem Bru­der Paul wei­ter­ge­führt wur­de, bau­te Fer­di die Bäcke­rei als eigen­stän­di­gen Betrieb mit Lebens­mit­tel­la­den und Café direkt neben dem Hotel neu. Hier befin­det sich auch heu­te noch der Stamm­sitz von San­ger­manns Backes.

1995 ging die Lei­tung auf den Sohn von Fer­di und Uschi, Georg San­ger­mann und sei­ne Frau Bir­git über. Der Bäcker­meis­ter erwei­ter­te durch einen Anbau die Back­stu­be. Heu­te sind neben dem Haupt­ge­schäft in Ober­vei­sche­de Filia­len von San­ger­manns Backes in Atten­dorn, Bil­stein, Rho­de sowie zwei in Olpe zu fin­den. Zudem belie­fert San­ger­mann regel­mä­ßig hei­mi­sche Kli­ni­ken, Senio­ren­hei­me und ande­re öffent­li­che Ein­rich­tun­gen.

Für Bäcker­meis­ter Georg San­ger­mann war nicht von Anfang an klar, dass er den elter­li­chen Betrieb ein­mal über­neh­men wird. Als eines von vier Kin­dern ist er zwar in der Back­stu­be groß gewor­den, woll­te aber ursprüng­lich Berufs­schul­leh­rer im Bäcker­hand­werk wer­den. Nach sei­nem Abitur ging er zunächst zur Bun­des­wehr und mach­te anschlie­ßend die Aus­bil­dung zum Bäcker. Als er dann in der Aus­bil­dung etwas mehr Ein­blick in den Berufs­schul­all­tag bekam, leg­te er den Plan, Berufs­schul­leh­rer zu wer­den, ad acta und blieb mit Lei­den­schaft dem Bäcker­hand­werk als spä­te­rer Bäcker­meis­ter treu.

Georg San­ger­mann lei­tet den Betrieb mit rund 80 Mit­ar­bei­ten­den inklu­si­ve sechs Aus­zu­bil­den­den im Jubi­lä­ums­jahr 2023 bereits seit 28 Jah­ren. Gefragt nach dem „Geheim­re­zept“ für so lang­jäh­ri­ges erfolg­rei­ches Fir­men­be­stehen, ant­wor­tet der viel­fach enga­gier­te Bäcker­meis­ter: „Wich­tig ist, dass man ver­läss­lich für die Kun­den und die Mit­ar­bei­ter ist und kein Fähn­chen im Wind. Einer­seits gilt es, Tra­di­ti­on und alte Rezep­te zu bewah­ren, aber auch die­se in die moder­ne Zeit zu über­tra­gen. Man braucht natür­lich auch Durch­hal­te­ver­mö­gen. Und ich fin­de es wich­tig, die Mit­ar­bei­ter mit­zu­neh­men, zu moti­vie­ren und wert­zu­schät­zen.“ Seit 13 Jah­ren stellt San­ger­mann einen betriebs­in­ter­nen Arbeits­platz der Wert­h­mann Werk­stät­ten bereit.

Georg San­ger­mann ist Bäcker­meis­ter mit Leib und See­le. So ist es ihm ein Anlie­gen, sich für sein Hand­werk ein­zu­set­zen. Das macht er unter ande­rem als Ober­meis­ter der Bäcker-Innung West­fa­len-Süd und als zwei­ter Vor­sit­zen­der des Lan­des­in­nungs­vor­stan­des. Auch im BÄKO-Auf­sichts­rat ist er Mit­glied. „Das ist natür­lich manch­mal viel, aber es macht mir auch viel Spaß. Ich möch­te das Bäcker­hand­werk wei­ter vor­an­brin­gen. Außer­dem ist man in der Regel bes­ser und frü­her infor­miert, wenn man selbst enga­giert ist“, wirbt Georg San­ger­mann für das Ehren­amt.

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