Der Arbeitsmarkt im Februar 2026
Einen leichten Rückgang bilanziert die Siegener Arbeitsagentur für den zweiten Berichtsmonat in 2026. 32 Personen weniger zählt die Arbeitslosenstatistik. Die Arbeitslosenquote stagniert unverändert bei 5,8 Prozent. Mangelnde Dynamik kennzeichnet den Arbeitsmarkt beider Kreise, Siegen-Wittgenstein und Olpe. Positiv hervorheben ist, dass sich deutlich weniger Personen aus Erwerbstätigkeit bei der Siegener Arbeitsagentur meldeten. Die Unternehmen halten an ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fest. Sie wissen, wenn sich die wirtschaftliche Situation wieder verbessert, sind gute Köpfe zunehmend schwerer zu finden.
Ein leicht positives Signal geben die Mehrungen in den Stellenmeldungen. 528 neue Stellen wurden der Siegener Arbeitsagentur im Februar gemeldet. Der Bestand an Jobchancen wächst leicht auf 2.605.
Merklich steigt in diesem Monat die Jugendarbeitslosigkeit an. 108 Menschen zwischen 15 und 25 Jahren haben sich im Februar arbeitslos gemeldet. Einige von ihnen haben ihre zweieinhalbjährige- beziehungsweise dreieinhalbjährige Ausbildung im Vormonat beendet. Sie befinden sich in der sogenannten SuchArbeitslosigkeit, jener Zeit zwischen Ausbildungsende und festem beruflichen Neuansatz. Da es sich hier jedoch um ausgewiesene Fachkräfte handelt, ist dieser Zeitraum weiterhin deutlich kürzer im Vergleich zu unqualifizierten Arbeitsuchenden.
Simone Stuhrmann, Geschäftsführerin Operativ der Siegener Arbeitsagentur, ordnet die Entwicklung wie folgt ein: „Die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt ist weiterhin von saisonalen Effekten, witterungsbedingten Einflüssen und einer insgesamt gedämpften konjunkturellen Situation geprägt. Entsprechend bleibt auch die Stimmung und Einstellungsbereitschaft vielerorts verhalten. Mit Blick auf die kommenden Monate gehen wir erfahrungsgemäß davon aus, dass mit steigenden Temperaturen wieder mehr Bewegung in viele Berufe zurückkehrt.“
Zum Weltfrauentag am 8. März 2026: Frauen arbeiten überwiegend in zukunftssicheren und stabilen Branchen
Frauen sind im Agenturbezirk Siegen überdurchschnittlich häufig in Branchen beschäftigt, die sich als besonders krisenfest und zukunftssicher erweisen. Dazu zählen das Gesundheits- und Sozialwesen, erzieherische und pflegerische Tätigkeiten, das Bildungswesen sowie weitere personenbezogene Dienstleistungen.
Diese Tätigkeitsfelder zeichnen sich durch eine kontinuierlich hohe Nachfrage, die sowohl demografisch als auch gesellschaftlich bedingt ist, aus. Gleichzeitig sind sie nur begrenzt durch Automatisierung und Digitalisierung substituierbar, da persönliche Interaktion, situative Entscheidungen, soziale Kompetenz, Einfühlungsvermögen und individuelle Beratung zentrale Bestandteile in der Arbeit sind und auch im Zuge des technologischen Wandels unverzichtbar bleiben.
Geringere Abhängigkeit von Konjunktur und strukturellem Wandel
Weiterhin stabilisierend wirkt sich die Tatsache aus, dass die vorgenannten Branchen weniger konjunkturellen Schwankungen unterliegen. Während wirtschaftliche Auf- und Abschwünge das produzierende Gewerbe und investitionsorientierte Bereiche betreffen, bleiben soziale, erzieherische und pflegerische Dienstleistungen weitgehend stabil. Es handelt sich um Tätigkeiten, deren Nachfrage sich aus einem dauerhaften gesellschaftlichen und demografischen Bedarf ergibt. Das sorgt dafür, dass die Beschäftigungsverhältnisse von Frauen robuster sind.
Mit Blick auf die Altersstruktur lässt jedoch die Tatsache aufmerksam werden, dass ein Viertel der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen 55 Jahre und älter sind. Hier ist absehbar, dass in den kommenden Jahren ein erheblicher Ersatzbedarf besteht, insbesondere in den personenbezogenen Dienstleistungen, wo gleichzeitig eine weiter steigende Nachfrage entsteht.

Zunehmende Rolle ausländischer Frauen
Ein wachsender und ausgleichender Beitrag zur Beschäftigungsentwicklung geht von ausländischen Frauen aus. Zwar liegt ihr Anteil an der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung weiterhin unter dem der deutschen Frauen, jedoch ist hier eine deutliche Zunahme von 8% zu verzeichnen. Dies trägt auch perspektivisch zur Fachkräftesicherung bei, insbesondere in sozialen, pflegerischen und dienstleistungsnahen Berufen.
Auffällig ist auch, dass Frauen – insbesondere ausländische Frauen – häufig in Tätigkeiten arbeiten, die nicht ihrer formalen Qualifikation entsprechen. Gründe sind hier unter anderem die fehlende Anerkennung von Abschlüssen aus der Heimat, Sprachbarrieren, familienbedingte Erwerbsunterbrechung oder eine eingeschränkte zeitliche Verfügbarkeit. Simone Stuhrmann fasst zusammen: „Frauen sind ein zentraler, unverzichtbarer Stabilitätsfaktor für unseren regionalen Arbeitsmarkt. Sie arbeiten häufig in Bereichen, die gesellschaftlich unverzichtbar, weniger konjunkturanfällig und auch im Zuge der Digitalisierung kaum ersetzbar sind. Gleichzeitig sehen wir gerade bei Frauen – insbesondere mit ausländischer Staatsangehörigkeit – noch große ungenutzte Potentiale. Mit gezielter Beratung und Weiterbildung können wir diese Ressourcen erschließen und den Menschen in der Region auch beruflich Perspektiven bieten.“

