Nächster Termin zum Vormerken: 7. Februar 2026
Mit großem Interesse ist am 29. November 2025 eine außergewöhnliche ökumenische Veranstaltungsreihe in Attendorn zu Ende gegangen: Unter dem Titel „Bonhoeffer – Haltung zeigen. Wenn’s zählt“ hatte der ökumenische Arbeitskreis der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden vier Wochen lang zu einer vielfältigen Auseinandersetzung mit Leben und Wirken des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer eingeladen. Ziel war es, so Initiator Dr. Albrecht Brodhun, Bonhoeffers Mut, Moral und Mitmenschlichkeit im Angesicht der nationalsozialistischen Diktatur neu ins Gespräch zu bringen – und ihre Bedeutung für die Gegenwart zu beleuchten.
Eine Ausstellung, die bewegt
Zentrum der Reihe war die Ausstellung in der Evangelischen Erlöserkirche, die Bonhoeffers persönliche und theologische Entwicklung anschaulich dokumentierte. Besucherinnen und Besucher konnten wichtige Lebensstationen des 1906 in Breslau geborenen Theologen nachverfolgen – von seinen Studienjahren und internationalen Reisen über seine Tätigkeit im Widerstand bis hin zu seiner Inhaftierung und Hinrichtung im April 1945
Das begleitende Veranstaltungsprogramm bot zahlreiche Zugänge zu Bonhoeffers Denken und Biografie – von theologischen Vorträgen über Theater bis hin zum Kinoabend.
Beispielsweise beleuchtete das musikalische Schauspiel „Tragik einer Liebe“ der Formation Duett zu Dritt aus Bern/Berlin eindrucksvoll die persönliche Seite Bonhoeffers und seine Beziehung zu seiner Verlobten Maria von Wedemeyer.
Der Großneffe von Dietrich Bonhoeffer Pfarrer Mathias Bonhoeffer brachte der Oberstufe des St. Ursula-Gymnasiums in einem Vortrag das familiäre Umfeld der Familie Bonhoeffer als Grunewald Gefährten näher und beantwortete die zahlreichen Fragen der Schüler zu Bonhoeffer und den unterschiedlichen Filmen über Bonhoeffer. Dabei betonte er insbesondere die Ablehnung der Familie des in 2025 erschienenen US-Kinofilms über Dietrich Bonhoeffer, der bewusst von den historischen Tatsachen abweicht und Dietrich Bonhoeffers als Widerstandskämpfer gegen das demokratische Amerika in Stellungen zu bringen versucht.
In 2026 wird es nun sogar eine Fortsetzung geben: Abt Barnabas Bögle, aus dem bayerischen Benediktinerkloster Ettal wird anlässlich des 120. Geburtstags Dietrich Bonhoeffers am 7. Februar um 18.30 Uhr in der Attendorner Erlöserkirche über Bonhoeffers „Nachfolge“ sprechen, eines seiner bedeutendsten Werke, aktuell für engagierte Christen, egal ob evangelisch oder katholisch.
Positive Bilanz und ökumenisches Miteinander
Die Veranstalter ziehen eine durchweg positive Bilanz. Zahlreiche Besucher – darunter Schulklassen, Jugendgruppen und viele Interessierte aus Attendorn und Umgebung – nutzten die Gelegenheit, sich intensiv mit Bonhoeffers Leben und Vermächtnis auseinanderzusetzen. Das ökumenische Miteinander von katholischer und evangelischer Gemeinde wurde von vielen als besonders wertvoll hervorgehoben.
„Bonhoeffer fordert heraus – damals wie heute“, so das Fazit des ökumenischen Arbeitskreises. „Seine Haltung erinnert uns daran, dass christlicher Glaube immer auch Verantwortung bedeutet.“


