Montag, 26. Januar 2026

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28 Wildschweine auf dem Gnadenhof in Hervel

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Foto: Angela Klose

Auf Ute Rittinghaus Gnadenhof in Hervel/Herscheid flitzten am Mittwochmorgen 28 kleine Wildschweine umher, allerdings ohne etwas zu verwüsten. Vielmehr schnippelten sie eifrig Obst und Gemüse für die rund 400 Tiere klein, misteten mit Ute Rittinghaus Ställe aus, striegelten Esel und Ponys, führten sie an der Leine und setzten sich sogar auf Pferderücken, was für viele Rüsselchen das erste Mal war.

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Foto: Angela Klose

Im Bilderbuch „Yunus und der Gnadenhof“, vorgelesen von den Elternteilen Herrn Hinnenberg und Frau Majdevac, erfuhren die Zweitklässler viel über das Leben auf einem Gnadenhof, den ein kleiner Junge regelmäßig besucht und er irgendwann feststellen muss, dass sein heiß geliebtes, schon sehr betagtes Pferd Emil nicht mehr wie gewohnt auf der Weide steht.

In einem kopierten Heftchen zum Buch konnten die Kinder anschließend noch malen, Rätsel lösen und Suchbilder bearbeiten.

Tofino, Rieke und Lina, drei Schüler*innen von weiterführenden Schulen, die sich auch sehr für den Tierschutz einsetzen und auf dem Hof von Ute Rittinghaus oft aushelfen, hatten von ihren Lehrern am heutigen Tag extra frei bekommen. Begründung: „Das ist ein soziales Projekt, das wir unterstützen möchten und diese jungen Menschen sind tolle Vorbilder für die Kleinen.“

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Foto: Angela Klose

Am Schluss kamen alle Kinder zusammen. Die Klassensprecherin Alma Hülsken und der Klassensprecher Ben Lust überreichten dann feierlich mit ein paar warmen Worten ein dickes Gurkenglas, gefüllt mit unzähligen Scheinen und Münzen.

Der Spende vorausgegangen war eine ausführliche Tierschutzeinheit im Sachunterricht der Klasse und die Idee, für einen Gnadenhof zu sammeln. Der niedliche Spendenaufruf berührte viele Eltern, Großeltern, Nachbarn, Freunde, Bekannte und auch Arbeitskolleg*innen und es kamen zur großen Freude von Frau Rittinghaus satte 1492€ zusammen.

„Jedes Kind darf sich heute im Verlaufe des Vormittags ein Lieblingstier aussuchen, einen Seelenverwandten sozusagen, den es mit seiner Spende unterstützen möchte. Das Geld geht dann eurem jeweils gewählten Herzenstier zugute. Ich werde es für Futter, Stallpflege, Tierarztkosten und ähnliches ausgeben“, war das tolle Angebot von Frau Rittinghaus an die Kinder.

Sofort konnte jedes Kind sein Tier sagen, das sein Herz berührt hat. Das kleine, blinde Pony Maja und die frechen, süßen Waschbären Monty und Theo hatten gleich mehrere Herzen erobert.

Die Klassenlehrerin der Klasse 2b von der Ebbeschule in Valbert, Frau Klose, ist sich sicher: „Selbst mit 100 farbigen Arbeitsblättern zu diesem Thema hätte ich niemals so tiefe Sinneseindrücke vermitteln können wie mit dem Besuch dieses außerschulischen Lernorts.“

An alle lieben Menschen mit einem großen Herzen, die spenden möchten!

Ich bin ein kleines Wildschwein aus der Klasse 2b der Ebbeschule. Zum Glück habe ich viele nette Menschen in meiner Nähe, die sich liebevoll um mich kümmern, auf die ich mich jederzeit verlassen und denen ich bedingungslos vertrauen kann.

Aber es geht nicht allen Tieren so gut wie mir. Es gibt viele Tiere, die Hunger und Schmerzen leiden, in viel zu kleinen Käfigen gehalten, geschlagen oder einfach ausgesetzt werden. Entweder weil vielleicht das Geld für das Futter und den Tierarzt fehlt, weil ein Urlaub ansteht, wo man kein Tier mitnehmen darf, ein Wohnungswechsel in eine kleinere Wohnung sein muss, die Besitzer plötzlich sehr krank werden oder sterben. Es gibt viele Gründe.

Um solche Tiere kümmert sich seit vielen Jahren Ute Rittinghaus auf ihrem Gnadenhof in Herscheid/Hervel. Sie betreut liebevoll rund 400 große und kleine Tiere auf ihrem Hof, 7 Tage in der Woche, von frühmorgens 5 Uhr bis abends spät 22.00 Uhr. Da sie hauptsächlich kranke und alte Tiere aufnimmt, hat sie jeden Monat sehr hohe Kosten für Medizin und Tierarztbesuche.

Wir selber haben schon viel über einen verantwortlichen Umgang mit Haustieren im Unterricht bei unserer Klassenlehrerin Frau Klose erfahren, möchten Frau Rittinghaus nun gerne helfen und bitten um eine Spende für diese bedürftigen Tiere. In der Woche vor den Herbstferien werden wir den Gnadenhof mit der ganzen Klasse besuchen und möchten bei dieser Gelegenheit dann auch den Spendenbetrag überreichen.

Ute Rittinghaus, die Tiere, unsere Obersau Frau Klose und wir kleinen Wildschweinchen würden uns riesig über eine Spende für unsere Kumpel freuen. ? Schon jetzt ein herzliches Dankeschön von uns allen!

Ute Rittinghaus Gnadenhof Hervel

Mehr über Ute Rittinghaus Gnadenhof in Hervel/Herscheid:

  • Führt seit 2010 privat den Gnadenhof
  • 30 Pferde, 2 Esel, Ziegen, 2 Katzen, Schafe, Enten, Waschbären, Hühner, Hähne, Gänse, Wachteln, Sittiche, Papageien, Kaninchen, Meerschweinchen, Hasen, zwei riesige sehr alte Braunviehkühe (alles in allem rund 400 Tiere)
  • Hat primär verwahrloste, ausgesetzte, misshandelte, beschlagnahmte Tiere. Sie hat aber auch Tiere von alten Menschen übernommen, die die Pflege nicht mehr verrichten können oder Tiere von Menschen mit kleinem Geldbeutel, denen die Tierarztkosten einfach zu hoch geworden sind.
  • Wenn Ute ein Tier nicht nehmen kann, hilft sie aktiv bei der Suche nach einer liebevollen Unterkunft. Ist gut vernetzt. Sie sagt immer: Wir finden eine Lösung!
  • Wer von ihr ein Tier übernehmen möchte, wird zuerst auf Herz und Nieren geprüft. Es soll dem Tier auf keinen Fall schlechter gehen als bei ihr.
  • Ute hat 2021 den 1. Platz beim Heimatpreis bekommen aufgrund ihres Lebenswerks und ihres großen Engagements.
  • Ute finanziert den Hof komplett privat. Sie war immer bescheiden, hat für sich so gut wie nichts gebraucht. Das ersparte Geld geht jetzt in die Tiere. Bald lässt sie sich ihren Bausparvertrag auszahlen, dann hat sie wieder etwas Geld.
  • Die Tierarztkosten sind enorm. Oft alte, verwahrloste, kranke Tiere, die viel Geld und Mühe kosten. Von den Tierärzten ist keine Gnade mehr vom Gnadenhof zu erwarten wie früher mal. Sie rechnen gnadenlos ab. Kürzlich hat eine Tierärztin 3 ihrer Pferde auf einmal behandelt und dann 3 Mal die richtig hohen Anfahrtskosten berechnet.
  • Der Herscheider Netto Markt gibt dem Lebenshof mit noch 2, 3 anderen Geschäften Obst und Gemüse für die Tiere weiter.
  • Der Hof ist auch eine Art Therapie für Menschen: Zum Beispiel erhält eine alte Dame, die vom Leben/von anderen Menschen oftmals enttäuscht wurde, hier Kraft, Freude und neuen Lebensmut.
  • Ihr Hofhund Vicky nimmt ihre Aufgabe sehr ernst. Sie stammt selber aus Osteuropa, dem Tode geweiht. Da Ute ihm seinen wichtigen Platz als Beschützer nicht nehmen möchte, nimmt sie keine weiteren Hunde neben Vicky auf. Sie glaubt, dass das Vicky nicht guttun würde.
  • Meinerzhagen ist ein Wolfsgebiet. Mehrfach wurden einzelne Wölfe oder kleine Rudel gesichtet. Die Lämmer Manni und Olaf, die Lieblinge des Gnadenhofs, wurden im Oktober 24 mutmaßlich Opfer eines Wolfes.
  • Ein Schicksal von vielen auf diesem Gnadenhof: Die Lämmer Emil und Henry waren nicht gewollt und wurden als Babys von einem Landwirt einfach auf einen Misthaufen geworfen. Die Mutter war bei der Geburt gestorben und dem Landwirt war ein Eimer Milchersatzpulver für 80€ einfach zu teuer.
  • Es gibt einige Ehrenamtliche, die Ute Rittinghaus unterstützen, aber im Herbst und Winter steht sie bei Matsch, Eis und Kälte oftmals mehr oder weniger alleine da.
  • Über Patenschaften würde Ute sich sehr freuen, sie können individuell gestaltet werde, z.B. durch Futterspenden, Pflegeleistungen o.ä.
  • Die beiden Ponys auf den Bildern sind beide blind. Wurden beschlagnahmt. Keiner wollte sie haben. Sollten zum Schlachter. Sind dann zur Ute gekommen. Sie schreibt mir: Ich werde alles dafür tun, dass diese beiden armen Seelen noch ein paar wunderschöne Jahre bei mir erleben dürfen.

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