Donnerstag, 03. April 2025

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50 Jah­re Gefäß­chir­ur­gie im St. Mar­ti­nus-Hos­pi­tal

Frü­he­re und aktu­el­le Ver­ant­wort­li­che tref­fen sich zum Aus­tausch

Sie gera­ten bei­na­he ins Schwär­men, wenn Sie von den „alten Zei­ten“ reden. Und sie erin­nern sich noch sehr genau an so man­che Anek­do­te. Die frü­he­ren Lei­ter und Chef­ärz­te der Gefäß­chir­ur­gie im St. Mar­ti­nus-Hos­pi­tal Olpe, Dr. Hans Joa­chim Mey­er und Dr. Ever­ard Bra­gan­za, haben sich jetzt in Olpe mit dem aktu­el­len Chef­arzt Dr. Anand Esa­pa­thi und Franz-Jörg Ren­te­m­eis­ter, als dama­li­ger Geschäfts­füh­rer der Katho­li­schen Hos­pi­tal­ge­sell­schaft Süd­west­fa­len der „Spi­ri­tus Rec­tor“ hin­ter dem Start der Gefäß­chir­ur­gie in der Kreis­stadt, getrof­fen. Dabei wag­ten sie einen umfang­rei­chen Blick zurück auf ein hal­bes Jahr­hun­dert Gefäß­chir­ur­gie im St. Mar­ti­nus-Hos­pi­tal – aber ange­sichts der anste­hen­den Kran­ken­haus­re­form durf­te auch der Blick nach vorn nicht feh­len.

„Wir hat­ten eine gute Zeit, wir hat­ten ein sehr gutes Mit­ein­an­der“, sagt Dr. Hans Joa­chim Mey­er, der der ers­te Lei­ter der Gefäß­chir­ur­gie im St. Mar­ti­nus-Hos­pi­tal Olpe, Stand­ort der GFO Kli­ni­ken Süd­west­fa­len, war. Mey­er war zunächst Ober­arzt, wur­de 1974 Lei­ter der Gefäß­chir­ur­gie, die damals noch kein eigen­stän­di­ger Bereich in der Chir­ur­gi­schen Kli­nik war: „Ich war All­ge­mein­chir­urg, habe von Beginn an aber die Gefäß­chir­ur­gie mit­ge­macht.“ Mey­er erin­nert sich an die Anfän­ge: „Die Rönt­gen­tech­nik im Kran­ken­haus konn­te anfangs die Anfor­de­rung der Gefäß­chir­ur­gie nicht erfül­len.“ Daher wand­te er sich, gemein­sam mit dem Chef­arzt der Inne­ren Medi­zin, Dr. Hans­Wer­ner Sche­ja, an Franz-Jörg Ren­te­m­eis­ter, der schnell für Abhil­fe sorg­te: „Wir haben dann ein teu­res Gerät von Sie­mens ange­schafft“, erin­nert sich der frü­he­re Geschäfts­füh­rer. Ins­be­son­de­re die Zusam­men­ar­beit mit Ren­te­m­eis­ter loben Mey­er und Bra­gan­za in den höchs­ten Tönen: „Er hat vie­le Din­ge unkom­pli­ziert mög­lich gemacht.“ Oder, wie der frü­he­re Geschäfts­füh­rer selbst sagt: „Wir haben immer einen Weg gefun­den.“ Wobei Ren­te­m­eis­ter auch eine gehö­ri­ge Por­ti­on Mut bewie­sen hat, als er eine Gefäß­chir­ur­gie ein­ge­rich­tet hat, ohne dass es die not­wen­di­gen Struk­tu­ren in der Radio­lo­gie und nur eine klei­ne Inten­siv­sta­ti­on gab. „Im Nach­hin­ein betrach­tet war es auf jeden Fall die rich­ti­ge Ent­schei­dung“, blickt er zurück.

1992 über­nahm dann Dr. Ever­ard Bra­gan­za die Ver­ant­wor­tung für die Gefäß­chir­ur­gie und wur­de 2000 Chef­arzt der dann eige­nen gefäß­chir­ur­gi­schen Abtei­lung in der Chir­ur­gi­schen Kli­nik des St. Mar­ti­nus-Hos­pi­tals Olpe. Er war nach sei­ner Fach­arzt­aus­bil­dung Ober­arzt in Olpe gewe­sen und kam nach Sta­tio­nen u.a. in Dort­mund und Duis­burg zurück ins St. Mar­ti­nus-Hos­pi­tal. „Wir waren sehr froh dar­über, dass Dr. Bra­gan­za zurück­ge­kom­men ist“, so Ren­te­m­eis­ter. Nach­dem bereits unter der Lei­tung von Dr. Mey­er die lapa­ro­sko­pi­sche Chir­ur­gie („Knopf­loch­chir­ur­gie“) in Olpe ein­ge­führt und ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt wur­de, bau­te Dr. Bra­gan­za die mini­mal­in­va­si­ven Metho­den immer wei­ter aus. Unter sei­ner Ägi­de wur­de dann auch das Gefäß­zen­trum, in dem u.a. Gefäß­chir­ur­gie, Inne­re Medi­zin und Radio­lo­gie Hand in Hand arbei­ten, zum ers­ten Mal zer­ti­fi­zert. „Dafür haben wir die Leu­te sehr stra­pa­ziert. Wir haben fünf bis sechs Jah­re lang Daten gesam­melt, die wir zunächst nicht gebraucht haben. Vie­le Men­schen muss­ten vie­les auf­schrei­ben. So hat­ten wir dann aber alle Daten zur Ver­fü­gung, um den Antrag auf Zer­ti­fi­zie­rung qua­si über Nacht ein­rei­chen zu kön­nen.“ Und das war von Erfolg gekrönt: 2003 wur­de das Gefäß­zen­trum zer­ti­fi­ziert, 2006 als sechs­tes Zen­trum bun­des­weit rezer­ti­fi­ziert und ist auch heu­te noch eines der Aus­hän­ge­schil­der der GFO Kli­ni­ken Süd­west­fa­len.

Dr. Bra­ganz­as Nach­fol­ge trat 2018 Dr. Anand Esa­pa­thi an, der eben­falls zuvor Ober­arzt im St. Mar­ti­nus-Hos­pi­tal war. „Für mich war klar, dass Dr. Esa­pa­thi der rich­ti­ge Nach­fol­ger als Chef­arzt sein wür­de“; ist Dr. Bra­gan­za auch heu­te noch voll des Lobes. „Durch die exzel­len­te Vor­ar­beit ist die Abtei­lung fast ein Selbst­läu­fer. Ich muss­te nur die Saat, die mei­ne Vor­gän­ger aus­ge­bracht haben, begie­ßen und auf­kei­men las­sen“; gibt Dr. Esa­pa­thi das Lob beschei­den zurück. Der aktu­el­le Chef­arzt betont, dass vie­le Patient:innen, auch aus den Nach­bar­krei­sen und dar­über hin­aus, schon seit Jah­ren in die Gefäß­chir­ur­gie nach Olpe kom­men: „Zwar hat die Coro­na-Zeit dafür gesorgt, dass wir weni­ger Patient:innen hat­ten. Aber nach Coro­na sind sie wie­der­ge­kom­men. Das spricht für die hohe Qua­li­tät unse­res Per­so­nals.“

Den Sta­tus Quo fas­sen die frü­he­ren und heu­ti­gen Ver­ant­wort­li­chen so zusam­men: „Die Gefäß­chir­ur­gie ist ein ech­ter Glücks­fall für das Kran­ken­haus. Es gibt nicht vie­le Kran­ken­häu­ser mit einer so gut funk­tio­nie­ren­den Gefäß­chir­ur­gie.“ Und das hat auch das NRW-Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um in der aktu­el­len Kran­ken­haus­pla­nung erkannt. Denn dem St. Mar­ti­nus-Hos­pi­tal wur­de, neben wei­te­ren gefäß­chir­ur­gi­schen Leis­tun­gen, auch die Ver­sor­gung von Bau­cha­or­ten­an­eu­rys­men zuge­spro­chen – ein Zei­chen der gro­ßen Exper­ti­se und Qua­li­tät in der Olper Gefäß­chir­ur­gie.

Und was bringt die Zukunft? Durch die Auf­nah­me der Mari­en Gesell­schaft Sie­gen in den GFO-Ver­bund, wird es im Bereich der Gefäß­chir­ur­gie eine enge Koope­ra­ti­on geben. Die Olper Gefäß­chir­ur­gen bie­ten eine Sprech­stun­de im Mari­en Kran­ken­haus an. Not­wen­di­ge Ope­ra­tio­nen wer­den dann im St. Mar­ti­nus-Hos­pi­tal Olpe statt­fin­den.

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