Donnerstag, 03. April 2025

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Tag des offe­nen Denk­mals im Süd­sauer­land­mu­se­um Atten­dorn

Was: Tag des offe­nen Denk­mals, frei­er Ein­tritt und Füh­rung zu einem der ältes­ten Pro­fan­bau­ten des Sau­er­lan­des.
Wann: 08.09.2024, 11–18 Uhr
Wo: Süd­sauer­land­mu­se­um Atten­dorn

„Das Alte Rat­haus in Atten­dorn” : Am Ende des 14. Jahr­hun­derts wur­de das Alte Rat­haus in Atten­dorn errich­tet. Heu­te beher­bergt es die Samm­lung des Süd­sauer­land­mu­se­ums. In der Füh­rung wer­den am Gebäu­de selbst sowie auf Gemäl­den und alten Fotos die bau­ge­schicht­li­chen Beson­der­hei­ten mit ihren Ver­än­de­run­gen im Lau­fe der Zeit vor­ge­stellt. Am Stadt­mo­dell und durch aus­ge­wähl­te Expo­na­te wer­den dar­über hin­aus die unter­schied­li­chen Auf­ga­ben vor­ge­stellt, die das Rat­haus im Mit­tel­al­ter hat­te.

Das alte Rat­haus der Stadt Atten­dorn befin­det sich zusam­men mit der Pfarr­kir­che St. Johan­nes in der Mit­te der Stadt, es liegt trau­fen­stän­dig an der Süd­sei­te des Markt­plat­zes. Das Erd­ge­schoss war als offe­ne Kauf­hal­le aus­ge­bil­det, im Ober­ge­schoss befand sich ein Saal für Gerichts‑, Rats- oder Fest­ver­an­stal­tun­gen. Die Fas­sa­de des Gebäu­des ist an der Markt­sei­te und an einer Gie­bel­sei­te durch spitz­bo­gi­ge Arka­den geglie­dert. Bei­de Gie­bel sind als reprä­sen­ta­ti­ve Stu­fen­gie­bel aus­ge­formt. Da die mitt­le­re Gie­bel­ar­ka­de betont war, kann ver­mu­tet wer­den, dass der Haupt­ein­gang ursprüng­lich hier gele­gen hat. Das frü­hes­te Bei­spiel eines sol­cher­art gestal­te­ten Rat­hau­ses fin­det sich in Lübeck aus dem Jah­re 1230. Meh­re­re Indi­zi­en spre­chen dafür, dass das Atten­dor­ner Rat­haus aus der 2. Hälf­te des 14. Jahr­hun­derts stammt. Damit wäre das Rat­haus zeit­gleich mit einem Neu­bau der goti­schen Pfarr­kir­che erfolgt. Hier wie dort mach­te der wirt­schaft­li­che Auf­stieg der Stadt wäh­rend der Han­se­zeit den Bau eines sol­chen reprä­sen­ta­ti­ven Rat­hau­ses mög­lich.

Das goti­sche Rat­haus hat eine lang wech­sel­vol­le Geschich­te. Durch zahl­rei­che Stadt­brän­de ent­stellt, unter­schied es sich im 19. Jahr­hun­dert nur noch durch sei­ne Lage und Grö­ße von den umlie­gen­den Bür­ger­häu­sern.

Die Nut­zung des Gebäu­des war seit der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­dert viel­sei­tig, unter ande­rem wur­de das Rat­haus bis 1879 als Amts­ge­richt genutzt. Im Jah­re 1909 über­ließ die Stadt dem Ver­ein für Ort- und Hei­mat­kun­de Tei­le des Gebäu­des zur Unter­brin­gung der Ver­eins­samm­lung. In der ers­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­derts stand das alte Rat­haus wegen sei­ner maro­den Bau­sub­stanz mehr­mals kurz vor dem Abriss. Erst mit dem Ent­schluss, das Gebäu­de von Grund auf zu sanie­ren, konn­te durch eine Bau­auf­nah­me durch den Lan­des­kon­ser­va­tor das pracht­vol­le Bau­pro­gramm wie­der frei­ge­legt wer­den. Im Jah­re 1967 wur­de es in goti­scher Rekon­struk­ti­on mit Stu­fen­gie­beln als Muse­um der Öffent­lich­keit über­ge­ben. 2008 wur­de es mit einer moder­nen Dau­er­aus­stel­lung und einem zeit­ge­mä­ßen Betriebs­kon­zept nach einer Reno­vie­rung wie­der eröff­net.

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