Samstag, 05. April 2025

Top 5 der Woche

Ähnlich

Vor­trag: Scho­nen­de The­ra­pie der Schau­fens­ter­krank­heit

Durch­blu­tungs­stö­run­gen in den Bein-Arte­ri­en ver­ur­sa­chen star­ke Schmer­zen und kön­nen im schlimms­ten Fall zu einem aku­ten Gefäß­ver­schluss oder offe­nen Bei­nen füh­ren. Mit einer in der Regi­on ein­ma­li­gen mini­mal­in­va­si­ven The­ra­pie­mög­lich­keit behan­delt die Heli­os Kli­nik Atten­dorn seit rund einem Jahr scho­nend Men­schen, die an der peri­phe­ren arte­ri­el­len Ver­schluss­krank­heit (pAVK) lei­den.

„Schau­fens­ter­krank­heit“ lau­tet im Volks­mund der ver­harm­lo­sen­de Begriff für ein Lei­den, das geschätzt vier bis fünf Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land betrifft. Um sich und ihren Beschwer­den eine kur­ze Ver­schnauf­pau­se zu gön­nen, unter­bre­chen die meist älte­ren Betrof­fe­nen ihr Gehen und wer­fen einen mehr oder weni­ger inter­es­sier­ten Blick auf die Aus­la­gen von Schau­fens­tern. Es geht buch­stäb­lich nicht mehr wei­ter.

Unbe­han­delt kom­men die Schmer­zen bei der pAVK auch irgend­wann im Ruhe­zu­stand vor oder es kön­nen sich gro­ße Wun­den an den Bei­nen ent­wi­ckeln, die nicht mehr ohne wei­te­res abhei­len. Fach­leu­te schät­zen, dass das Lei­den je nach Aus­prä­gung im Durch­schnitt bis zu zehn Jah­re ihrer Lebens­er­war­tung kos­ten kann. Bewe­gungs­man­gel und eine unge­sun­de Lebens­wei­se erhö­hen die Wahr­schein­lich­keit, dar­an zu erkran­ken.

Info­ver­an­stal­tung für Gefäß­er­krank­te und Ange­hö­ri­ge

Zur Behand­lung sol­cher Gefäß­pro­ble­me gebe es mitt­ler­wei­le ver­schie­de­ne eta­blier­te The­ra­pie­op­tio­nen, sagt Dr. Ibra­him Andra­os, Chef­arzt an der Kli­nik für Gefäß­chir­ur­gie und endo­vas­ku­lä­re Chir­ur­gie der Heli­os Kli­nik Atten­dorn. Wel­che inno­va­ti­ven The­ra­pie- und Dia­gno­se­mög­lich­kei­ten inzwi­schen dazu­ge­kom­men sind, dar­über berich­tet der Medi­zi­ner in der kom­men­den Aus­ga­be der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Atten­dor­ner Medi­zin­ge­sprä­che“ am 7. Juli in der Heli­os Kli­nik. Die Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung steht unter dem Mot­to: Ech­te Fein­ar­beit: „Wir frä­sen uns den Weg frei!“.

Beson­ders effek­tiv: die Rota­ti­ons­thromb-Athe­rek­to­mie. Das ist eine mini­mal­in­va­si­ve Metho­de zur Behand­lung einer chro­ni­schen pAVK. „Die Erfah­run­gen zei­gen, dass sie für unse­re Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten eine effek­ti­ve Mög­lich­keit bie­tet, ihre Mobi­li­tät und Lebens­qua­li­tät rasch zu ver­bes­sern“, so Dr. Andra­os. Das Ver­fah­ren ist in Atten­dorn seit inzwi­schen einem Jahr im Ein­satz und nicht mehr weg­zu­den­ken.

Der behan­deln­de Arzt führt bei die­sem Ver­fah­ren den win­zi­gen Kopf eines spe­zi­el­len High-Tech-Kathe­ters mit­tels einer klei­nen Punk­ti­on in die Arte­rie ein und bewegt die­sen unter Rönt­gen­kon­trol­le behut­sam bis zum Gefäß­ver­schluss vor. Dort ange­kom­men beginnt der Kathe­ter­kopf auf Knopf­druck zu rotie­ren und zu sau­gen und trägt somit die Abla­ge­run­gen ab. Weni­ge Sekun­den spä­ter ist der ‚Pfrop­fen‘, der die Arte­rie ver­stopft, voll­stän­dig ent­fernt. Dabei blei­ben die Gefäß­wän­de unver­letzt und das Blut kann wie­der unge­hin­dert flie­ßen – sein Weg wird buch­stäb­lich frei­ge­fräst.

„Gera­de bei chro­ni­schen Krank­heits­ver­läu­fen ist die Rota­ti­ons­thromb-Athe­rek­to­mie oft­mals ein sehr gutes, alter­na­ti­ves Ver­fah­ren zum Ein­satz von Stents oder grö­ße­ren Gefäß­ope­ra­tio­nen, etwa Bypass-Ver­fah­ren, berich­tet Dr. Andra­os.

Neben einem Refe­rat zum The­ma pAVK und einer offe­nen Fra­ge­run­de hal­ten die „Atten­dor­ner Medi­zin­ge­sprä­che“ dies­mal einen beson­de­ren Pro­gramm­punkt für die Inter­es­sen­ten bereit: Wer möch­te, kann sich selbst als Gefäß­chir­urg ver­su­chen und unter Anlei­tung von Dr. Andra­os und sei­nem Team mit der Rota­ti­ons-Frä­se einen Dum­my von Gefäß­ver­stop­fun­gen befrei­en.

Wann: 7. Juni, ab 13 Uhr

Wo: Heli­os Kli­nik Atten­dorn, Gro­ßer Kon­fe­renz­raum

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Beiträge