Freitag, 04. April 2025

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Ihneun­fall 1998

Der Unfall auf dem Ihne- und Big­ge-Fluss in Atten­dorn am 18. Sep­tem­ber 1998 war ein dra­ma­ti­sches Ereig­nis, das ins­ge­samt zwei Tote, einen Schwer­ver­letz­ten und wei­te­re Leicht­ver­letz­te for­der­te. Unter den toten Per­so­nen war auch der Feu­er­wehr­mann Wen­de­lin Lorenz (34 Jah­re) der Lösch­grup­pe Neu-Lis­ter­nohl der Feu­er­wehr Atten­dorn.

Gedenktafel Wendelin Lorenz - Attendorn

Die dra­ma­ti­schen Ereig­nis­se des 18. Sep­tem­ber 1998

Am Nach­mit­tag des 18. Sep­tem­ber führ­te der Fluss “Ihne” auf dem Atten­dor­ner Stadt­ge­biet nach meh­re­ren inten­si­ven Regen-Tagen Hoch­was­ser. Zwei Män­ner (26 und 28 Jah­re) aus der Stadt Sun­dern star­te­ten in der Ort­schaft Krag­ham­mer mit Kanus eine Boots­fahrt auf der Ihne. Das die­ser Fluss für alle Arten von Was­ser­sport unge­eig­net ist, war ihnen augen­schein­lich nicht bewusst.

Nach eini­gen hun­dert Metern wird der Ihne-Fluss in einer 180 m lan­gen unter­ir­di­schen Röh­re, dem soge­nann­ten “Ihne­schuss”, geführt. Einem Kanu­ten gelang es eigen­stän­dig, die Fahrt zu stop­pen. Anwe­sen­de Pas­san­ten konn­ten ihn recht­zei­tig in Sicher­heit brin­gen. Der zwei­te Kanu­te wur­de durch die Röh­re mit­ge­ris­sen und galt seit­dem als ver­misst.

200 Kräf­te im Ein­satz

Über 200 Ein­satz­kräf­te von Feu­er­wehr, DLRG, Poli­zei und Ret­tungs­dienst betei­lig­ten sich an der Suche nach der ver­miss­ten Per­son.

In drei Ein­satz­ab­schnit­ten wur­de das Gewäs­ser bis zum Ahau­ser Stau­see abge­sucht. Ein Ret­tungs­tau­cher der Feu­er­wehr Olpe wur­de beim Absu­chen der Röh­re von dem Fluss mit­ge­ris­sen und schwer ver­letzt. Die Reani­ma­ti­on war erfolg­reich, aber bis heu­te hat er Beein­träch­ti­gun­gen zurück­be­hal­ten. Wei­te­re Ein­satz­kräf­te zogen sich leich­te Ver­let­zun­gen zu.

Im Geden­ken an Unter­brand­meis­ter Wen­de­lin Lorenz

Im Gedenken an Unterbrandmeister Wendelin Lorenz - Attendorn

Wäh­rend der Per­so­nen­su­che kam es zu einem wei­te­ren, tra­gi­schen Zwi­schen­fall. Ein Boot der Feu­er­wehr ken­ter­te nach dem Über­fah­ren einer Stau­stu­fe und die Boots­be­sat­zung fiel ins Was­ser. Trotz ange­leg­ter Schwimm­wes­te kam der Feu­er­wehr­an­ge­hö­ri­ge Wen­de­lin Lorenz hier­bei ums Leben.

Der ver­miss­te Kanu­te wur­de 16 Tage spä­ter etwa 7 km von der Unfall­stel­le ent­fernt tot aus dem Ahau­ser Stau­see gebor­gen.

Unter­brand­meis­ter Wen­de­lin Lorenz ist seit der Grün­dung der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Atten­dorn im Jah­re 1885 der ein­zi­ge Kame­rad, der in einem Ein­satz sein Leben ver­lor.

Gedenk­stein hält Erin­ne­rung wach

Im Jahr 2023 erneu­er­ten Ein­satz­kräf­te der Feu­er­wehr­ein­heit Neu-Lis­ter­nohl ein Denk­mal. Es soll an den Unfall vom 18. Sep­tem­ber 1998 erin­nern, bei dem es durch Leicht­sinn zu einem schreck­li­chen Unfall gekom­men ist.

Gleich­zei­tig soll das Denk­mal aber auch stell­ver­tre­tend an alle Ein­satz­kräf­te erin­nern, die ihr Leben ver­lo­ren haben, als sie ande­re Men­schen aus einer Not und Gefahr ret­ten woll­ten.

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