Donnerstag, 03. April 2025

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Vom „Feri­en-Azu­bi“ zum Aus­bil­dungs­star­ter

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Lukas Gie­b­ler (Aus­zu­bil­den­der zum Bank­kauf­mann) (Foto: Nadi­ne El Moussaoui, Agen­tur für Arbeit Sie­gen)

Was als neu­ar­ti­ge Pro­jekt­idee zwi­schen der Agen­tur für Arbeit Sie­gen und der Kom­mu­na­len Koor­di­nie­rungs­stel­le des Krei­ses Sie­gen-Witt­gen­stein rasch in weni­gen Wochen gemein­sam geplant und umge­setzt wur­de, ent­puppt sich im Fal­le von Lukas Gie­b­ler als vol­ler Aus­bil­dungs­er­folg: Über­gangs­los wur­de aus dem ehe­ma­li­gen „Feri­en-Azu­bi“ am 1. August ein Aus­zu­bil­den­der zum Bank­kauf­mann bei der Volks­bank Witt­gen­stein eG.

Und dabei war die Aus­bil­dung zum Bank­kauf­mann „nur“ Lie­be auf den zwei­ten Blick. Zuvor hat­te Gie­b­ler eine Aus­bil­dung zum Augen­op­ti­ker gestar­tet und bereits nach einem Jahr nach einer beruf­li­chen Alter­na­ti­ve Aus­schau gehal­ten. Durch einen Arbeit­ge­ber­kon­takt erfuhr er von dem neu ent­wi­ckel­ten Pro­jekt „Feri­en-Azu­bi“, an des­sen Umset­zung neben der Sie­ge­ner Arbeits­agen­tur und der Kom­mu­na­len Koor­di­nie­rung des Krei­ses Sie­gen-Witt­gen­stein wei­te­re Akteu­re, wie die Hand­werks­kam­mer Süd­west­fa­len, die Kreis­hand­wer­ker­schaft und die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer betei­ligt sind. Ziel ist es, Jugend­li­chen Mög­lich­kei­ten zu offe­rie­ren, beruf­li­che Ori­en­tie­rung in den Feri­en prak­tisch erleb­bar zu machen und in kon­kre­te Aus­bil­dungs­in­hal­te rein­zu­schnup­pern. Beson­ders attrak­tiv ist für die Jugend­li­chen dabei, dass es hier­für Geld gibt. Gekop­pelt ist das Ange­bot an eine Ver­gü­tung gemäß Min­dest­lohn – Prak­ti­kum und Feri­en­job in Einem. San­dra Thiemt, Pro­jekt­lei­tung beim Kreis Sie­gen-Witt­gen­stein erklärt den Mehr­wert für jun­ge Men­schen so: „Prak­ti­sche Erfah­run­gen sind das A und O. Die Idee hin­ter dem „Feri­en-Azu­bi“ ist es, einen wei­te­ren Bau­stein zur Klä­rung oder wie im Fal­le von Herrn Gie­b­ler zur beruf­li­chen Neu­aus­rich­tung, zu set­zen.“

Kers­tin Lau­ber, Mit­glied im Vor­stand bei der Volks­bank Witt­gen­stein eG, berich­tet aus Arbeit­ge­ber­sicht über ihre Erfah­run­gen mit dem „Feri­en-Azu­bi“: „Wir haben durch­weg posi­ti­ve Erfah­run­gen mit dem Pro­jekt gemacht. Es stellt ein gutes, ergän­zen­des Ange­bot zu den übli­chen Schul­prak­ti­ka dar. Der beson­de­re Vor­teil in die­sem Modell fußt auf der Frei­wil­lig­keit. Hier kom­men Jugend­li­che, die sich vor­ab über den Aus­bil­dungs­be­ruf infor­miert haben und mit einer guten Berufs­kun­de sowie Moti­va­ti­on auf­war­ten.“ Wie für vie­le Unter­neh­men stellt es auch für die Volks­bank Witt­gen­stein eine Her­aus­for­de­rung dar, Nach­wuchs zu rekru­tie­ren oder kurz­fris­ti­ge Absa­gen von Aus­bil­dungs­an­wär­tern nach­zu­be­set­zen. Denn die Bewer­ber­la­ge ist auch bei ver­meint­lich bekann­te­ren Arbeit­ge­be­rin­nen und Arbeit­ge­bern deut­lich zurück­ge­gan­gen. Eine hohe Affi­ni­tät soll­ten Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber für den Beruf als Bank­kauf­frau oder Bank­kauf­mann im Bereich der Kom­mu­ni­ka­ti­on auf­wei­sen. Kers­tin Lau­ber erklärt hier­zu: „Unser Dienst­leis­tungs­an­ge­bot rich­tet sich an den Bedürf­nis­sen unse­rer Kun­den aus. Die per­sön­li­che Bera­tung ist für uns ein wich­ti­ger Bau­stein im Kon­takt mit unse­ren Kun­den“ so Lau­ber.

Für Lukas Gie­b­ler ist die­se hohe Aus­rich­tung am Kun­den genau das, wonach er schwer­punkt­mä­ßig in sei­ner Aus­bil­dung gesucht hat. Er arbei­tet ger­ne im Kun­den­ge­schäft: „Kun­den­be­ra­tung ist genau mein Ding. Hier habe ich mich gleich wohl­ge­fühlt. Ich habe im Lau­fe des Pro­jek­tes Ein­blick in die unter­schied­li­chen Fach­be­rei­che des Insti­tu­tes wer­fen dür­fen, das hat mei­ne Ent­schei­dung defi­ni­tiv bestärkt. Der Beruf des Bank­kauf­manns ist viel­fäl­tig, abwechs­lungs­reich und attrak­tiv.“ Trotz Feri­en- und Urlaubs­zeit in der Geschäfts­stel­le Bad Ber­le­burg für eben die­se Abwechs­lung zu sor­gen war nicht ganz ein­fach, weiß Johan­na Reh­berg, Aus­bil­de­rin bei der Volks­bank Witt­gen­stein, zu berich­ten: „Uns war es wich­tig, auch auf indi­vi­du­el­le Ver­tie­fungs­wün­sche ein­zu­ge­hen. Wir wis­sen, wie wich­tig eine umfang­rei­che Ori­en­tie­rung für eine Ent­schei­dung ist. Auch mög­li­che Hem­mun­gen und Gedan­ken wie „Das traue ich mir nicht zu“ müs­sen durch einen Blick hin­ter die Kulis­sen besei­tigt wer­den. Wich­tig ist es, die Scheu abzu­bau­en, damit mehr jun­ge Men­schen mutig und beherzt eine Ent­schei­dung tref­fen.“

Und weil das Pro­jekt ein Erfolg war, wird es vor­aus­sicht­lich im Früh­jahr kom­men­den Jah­res in die zwei­te Run­de gehen. Inter­es­sier­te Arbeit­ge­be­rin­nen und Arbeit­ge­ber kön­nen sich bereits jetzt unter der Durch­wahl 0271 2301 409 an die Sie­ge­ner Berufs­be­ra­tung wen­den und ihre Ange­bo­te mel­den. Dani­el Krau­se, Berufs­be­ra­ter bei der Agen­tur für Arbeit Sie­gen, appel­liert an die  Jugend­li­chen: „Auch nach dem offi­zi­el­len Aus­bil­dungs­start­schuss am 1. August ist noch Vie­les in Bewe­gung – kommt auf uns zu und wir hel­fen euch, auch mit­tels Prak­ti­ka, euren Aus­bil­dungs­be­trieb zu fin­den. Die­se Extramei­le lohnt sich.“

Hin­ter­grund­in­fo „Feri­en-Azu­bi“:

Im Rah­men der Wei­ter­ent­wick­lung der Ver­ant­wor­tungs­ket­te im Kreis Sie­gen-Witt­gen­stein soll unver­sorg­ten Schü­le­rin­nen und Schü­lern das Ange­bot „Feri­en-Azu­bi“ 2023 unter­brei­tet wer­den.

Start: ab 12. Juni 2023 bis 4. August 2023 (Ende Som­mer­fe­ri­en)

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