Freitag, 04. April 2025

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Hei­mi­scher Kir­chen­kreis macht sich auf den Weg zu mehr Kli­ma­schutz

Die Evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che von West­fa­len und ihre Kir­chen­krei­se sind auf dem Weg zur sozi­al-öko­lo­gi­schen Trans­for­ma­ti­on. Ziel ist, bis
zum Jahr 2040 kli­ma­neu­tral zu han­deln.

gottesdienst kreissynode 05 2023 ekklp
Wie bei jeder Ganz­tags­syn­ode wur­de die Ver­samm­lung des hei­mi­schen Kir­chen­krei­ses mit einem Got­tes­dienst begon­nen. Dafür kamen die Syn­oda­len in der Ev. Jesus-Chris­tus-Kir­che in Mei­nerz­ha­gen zusam­men (Foto: EKKLP)


Der Evan­ge­li­sche Kir­chen­kreis Lüden­scheid-Plet­ten­berg steht damit vor einer kom­ple­xen und schwie­ri­gen Auf­ga­be. Aber er macht sich auf den Weg. Bei ihrer Tagung am 13. Mai im Evan­ge­li­schen Gym­na­si­um Mei­nerz­ha­gen hat die Kreis­syn­ode die Ein­rich­tung eines Arbeits­krei­ses beschlos­sen. Er soll sich ins­be­son­de­re mit den Kri­te­ri­en für die Ver­wen­dung der Kli­ma­pau­scha­le (vier Pro­zent der jähr­li­chen Zuwei­sun­gen aus der Kir­chen­steu­er), der Ent­wick­lung eines kreis­kirch­li­chen Kli­ma­schutz­kon­zep­tes, der kli­ma­neu­tra­len Mobi­li­tät im Kir­chen­kreis und der
Nach­hal­tig­keit bei kirch­li­chem Han­deln beschäf­ti­gen.


“Wich­tig ist es, klei­ne per­sön­li­che Schrit­te zu gehen”, appel­lier­te Ralf Mey­er, Kli­ma­schutz­be­auf­trag­ter des Kir­chen­krei­ses, an die Syn­oda­len. Das erhö­he die Bereit­schaft, auch bei grö­ße­ren Pro­jek­ten mit­zu­ma­chen. “Wir müs­sen vor Ort ganz kon­kret ins Han­deln kom­men”, for­der­te Super­in­ten­dent Dr. Chris­tof Gro­te.

parcours klimaschutz kreissynode 05 2023 ekklp
Pas­send zum Schwer­punkt­the­ma der Syn­ode – ‚Kli­ma­schutz‘ – hat­ten die Syn­oda­len die Mög­lich­keit ihren per­sön­li­chen öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck zu über­prü­fen. Hier­für hat­te Ralf Mey­er, Kli­ma­schutz­be­auf­trag­te des Kir­chen­krei­ses, den Par­cours mit dem Mot­to ‚Mit klei­nen Schrit­ten die Welt ver­än­dern‘ orga­ni­siert (Foto: EKKLP)

Zuvor hat­te Prof. Dr. Thorn Kring erläu­tert, wie Kir­che und Dia­ko­nie Nach­hal­tig­keit als Chan­ce nut­zen kön­nen. “Über unse­re Kern­the­men Nächs­ten­lie­be und Bewah­rung der Schöp­fung gestal­ten wir nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung”, stell­te der Öko­nom und Hoch­schul­pro­fes­sor fest. Das müs­se nach innen und nach außen deut­lich wer­den. “Es sind immer die Men­schen mit Hoff­nung, die Zukunft gestal­ten”, zitier­te er den
Theo­lo­gen Dr. Johan­nes Hartl. Als Nega­tiv-Bei­spiel führ­te er die Gebär­streik- Bewe­gung an, die der Auf­fas­sung ist, dass nur weni­ger Men­schen den Pla­ne­ten ret­ten könn­ten.


Prof. Dr. Thorn Kring ist zuver­sicht­lich, dass Kir­che und Dia­ko­nie viel bewe­gen kön­nen. “Wir kön­nen zei­gen, dass Kir­che und Dia­ko­nie einen Unter­schied für die Men­schen machen, weil sie unse­re christ­li­che Hoff­nung zum Mit­ge­stal­ten mobi­li­siert”, sag­te er in Mei­nerz­ha­gen. Die wich­tigs­ten Hand­lungs­fel­der sei­en Gebäu­de und Mobi­li­tät. Simo­ne Hüt­ten­be­r­end, Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin der Ev. Lan­des­kir­che, beschrieb in
ihrem Vor­trag zunächst den Ist-Zustand. Er ist wenig erfreu­lich. Die Lan­des­kir­che ver­lie­re wei­ter Mit­glie­der. Dazu kom­me die Tat­sa­che, dass immer weni­ger Haupt­amt­li­che und Ehren­amt­li­che mit immer kom­ple­xe­ren Auf­ga­ben befasst sei­en.


Ein schwe­res Erbe sei­en auch die zu vie­len Gebäu­de, die oft­mals zu groß sei­en und zu wenig genutzt wür­den. Das füh­re dau­er­haft zu einer Ent­wick­lung, bei der die Kos­ten die Ein­nah­men über­stei­gen wür­den. Kir­chen, Gemein­de­häu­ser und Kitas ver­ur­sa­chen nach ihrer Aus­kunft den größ­ten Teil der CO2 ‑Emis­sio­nen. Des­halb sei im Juni 2022 mit der Gebäu­de­be­stands­er­fas­sung begon­nen wor­den. Gleich­zei­tig wur­de ein Ein­bau­stopp für fos­si­le Hei­zun­gen und eine Tem­pe­ra­tur­ab­sen­kung ver­fügt. Noch sei­en vie­le Fra­gen offen. Bei­spiels­wei­se: Was pas­sie­re, wenn sich die Kir­che von 40 Pro­zent ihrer Gebäu­de tren­ne. Prof. Dr. Thorn Kring lie­fer­te eine vor­läu­fi­ge Ant­wort. “Es macht kei­nen Sinn Kir­chen zu schlie­ßen, wenn wir kei­ne Ant­wort dar­auf haben, wie wir danach kirch­li­che Arbeit gestal­ten.”


Die Hoff­nun­gen des Kir­chen­krei­ses ruhen jetzt auf dem Arbeits­kreis, in dem sich mög­lichst vie­le Men­schen enga­gie­ren sol­len. “Das The­ma muss jetzt raus aus den Gre­mi­en und in die Gemein­den“, sag­te Super­in­ten­dent Dr. Chris­tof Gro­te.

ralf meyer kreissynode 05 2023 ekklp
Ralf Mey­er, Kli­ma­schutz­be­auf­trag­te des Evan­ge­li­schen Kir­chen­krei­ses Lüden­scheid- Plet­ten­berg, brach­te das Schwer­punkt­the­ma ‚Kli­ma­schutz‘ auf der Syn­ode mit ein und hat­te für die Syn­oda­len auch einen Par­cours mit­ge­bracht, mit dem Inter­es­sente ihren ganz per­sön­li­chen öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck über­prü­fen konn­ten (Foto: EKKLP)


Der öko­lo­gi­sche Abdruck zeigt’s: Wir leben auf zu gro­ßem Fuß
Ralf Mey­er nimmt sei­ne Auf­ga­ben als Kli­ma­schutz­be­auf­trag­te des Evan­ge­li­schen Kir­chen­krei­ses Lüden­scheid-Plet­ten­berg ernst. 2022 hat er beim Stadt­ra­deln vor­ge­lebt, wie man als mobi­ler Mensch Treib­haus­gas ein­spa­ren kann. Bei der Akti­on ‚Stadt­ra­deln‘ nahm er in weni­gen Woche 1600 Kilo­me­ter unter die Peda­le. Bei der Syn­ode des hei­mi­schen Kir­chen­krei­ses ging es ihm um mehr als nur CO2 ‑arme Fort­be­we­gung.


Im „Raum der Stil­le“ des Ev. Gym­na­si­ums hat­te Mey­er einen Par­cours aus­ge­legt, auf dem Inter­es­sen­ten ihren ganz per­sön­li­chen öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck in Sachen Ener­gie, Kon­sum, Ernäh­rung und Mobi­li­tät ermit­teln konn­ten. Das Mot­to des Par­cours ‚Mit klei­nen Schrit­ten die Welt ver­än­dern‘. Wer sich auf den Weg mach­te, muss­te 32 Fra­gen beant­wor­ten. Für die Ant­wor­ten wur­den Punk­te ver­ge­ben. Die Sum­me der Punk­te lässt Rück­schlüs­se auf den Lebens­stil zu. Die Ergeb­nis­se signa­li­sie­ren: Die Erde ist dau­er­haft zu klein für unse­ren Lebens­stil. “Wenn alle Men­schen so leben wür­den wie wir in Deutsch­land, brauch­ten wir eigent­lich drei Erden”, sagt Ralf Mey­er.


Mit dem Par­cours woll­te er die Syn­oda­len, die sich in Mei­nerz­ha­gen schwer­punkt­mä­ßig mit dem The­ma Nach­hal­tig­keit befass­ten, für eine Umkehr sen­si­bi­li­sie­ren. Sein Appell: “Wir müs­sen han­deln. Im eige­nen Inter­es­se und im Inter­es­se ande­rer.“
Der Par­cours kann für Ver­an­stal­tun­gen und Aktio­nen aus­ge­lie­hen wer­den. Inter­es­sen­ten kön­nen sich hier­zu an Ralf Mey­er unter Tele­fon 02391/954025 oder 02359/661214 wen­den.


Sanie­rungs­stau beim Haus ‚Alter Leucht­turm‘
Neben dem Schwer­punkt­the­ma ‚Kli­ma­schutz‘ stan­den wei­te­re The­men auf der Agen­da der Kreis­syn­ode. So ging es unter ande­rem um die Fami­li­en­fe­ri­en­stät­te ‚Haus Alter Leucht­turm‘ auf Bor­kum, wel­che seit 57 Jah­ren im Besitz des Ev. Kir­chen­krei­ses Lüden­scheid-Plet­ten­berg ist. Ob sich der Kreis­kir­chen­kreis das Haus noch leis­ten kann und will, wird der­zeit geprüft. Das gab Super­in­ten­dent Gro­te bei der Kreis­syn­ode in Mei­nerz­ha­gen bekannt.


“Wir haben dort einen Schatz, im mate­ri­el­len und auch im über­tra­ge­nen Sinn”, stell­te der Super­in­ten­dent fest. Was folg­te war ein “aber”. Zwar habe die Feri­en­stät­te die Coro­na-Pan­de­mie eini­ger­ma­ßen gut über­stan­den. Sor­gen berei­tet aller­dings der bau­li­che Zustand. Abplat­zun­gen von der Fas­sa­de, feuch­te Kel­ler und wei­te­re Män­gel an der Gebäu­de­sub­stanz berei­ten der Füh­rung des Kir­chen­krei­ses gro­ße Sor­gen. Es müs­se geklärt wer­den, ob die Gemein­schaft des Kir­chen­krei­ses das Haus vor die­sem Hin­ter­grund wirt­schaft­lich wei­ter betrei­ben kön­ne.


Super­in­ten­dent Gro­te nann­te dazu Zah­len. So schät­ze der Gut­ach­ter­aus­schuss den Wert der Immo­bi­lie samt Grund­stück auf rund 7,4 Mil­lio­nen Euro. Die Kos­ten für die not­wen­di­ge Sanie­rung belau­fen sich nach ers­ten Kal­ku­la­tio­nen auf rund drei Mil­lio­nen Euro. Die­se Zahl, räum­te der Super­in­ten­dent ein, stam­me aller­dings aus der Zeit vor dem Angriffs­krieg Russ­lands gegen die Ukrai­ne. Somit müs­se man mit einer deut­li­chen Kos­ten­stei­ge­rung rech­nen.


Der Super­in­ten­dent des Kir­chen­krei­ses hält es zudem für mög­lich, dass wei­te­re Schä­den fest­ge­stellt wer­den. In einem ers­ten Schritt sol­le jetzt ermit­telt wer­den, ob sich die Sanie­rung auf meh­re­re Ein­zel­schrit­te auf­tei­len las­se. Zudem sol­len Erkun­di­gun­gen ein­ge­zo­gen wer­den, ob die Sanie­rung mit öffent­li­chen För­der­gel­dern unter­stützt wer­den kann. Aus eige­ner Kraft kön­ne das Haus die Sanie­rung nicht stem­men. Mit 20.000 Über­nach­tun­gen im Jahr sei die Frei­zeit­stät­te an der Kapa­zi­täts­gren­ze ange­langt. Es sei mitt­ler­wei­le gelun­gen, das Haus kos­ten­de­ckend zu betrei­ben. Ledig­lich die jähr­li­che Abschrei­bung habe teil­wei­se nicht erwirt­schaf­tet wer­den kön­nen. Nen­nens­wer­te Rück­la­gen sei­en nicht vor­han­den.


Vor die­sem Hin­ter­grund sei der für 2024 vor­ge­se­he­ne Bele­gungs­stopp auf­ge­ho­ben wor­den. Zudem habe sich der Kir­chen­kreis für eine Preis­er­hö­hung ent­schie­den. Aller­dings: “Das Haus ist eine sozi­al­dia­ko­ni­sche Ein­rich­tung. Des­halb ist die Anhe­bung mode­rat aus­ge­fal­len”, beton­te Gro­te. Preis­er­hö­hung und Auf­he­bung des Bele­gung­stopps könn­ten, so der Super­in­ten­dent, rund 150.000 Euro zusätz­lich in die
Kas­se brin­gen. Den­noch stel­le sich die Fra­ge, ob und wenn ja, wie der Kir­chen­kreis die Belas­tun­gen einer Finan­zie­rung der not­wen­di­gen Maß­nah­men tra­gen kön­ne. Gro­te hofft, dass er bei der Herbst­syn­ode dazu belast­ba­re Zah­len vor­le­gen kann.


Pfar­rer Uwe Brühl, Syn­oda­ler aus Plet­ten­berg, plä­dier­te für “wohl­wol­len­de Prü­fun­gen”. Ihm sei bewusst, dass die not­wen­di­gen Sanie­run­gen des Hau­ses den Kir­chen­kreis vor sehr gro­ße Her­aus­for­de­run­gen stel­len wür­den und es unsi­cher ist, ob dies über­haupt gelin­gen kann. Aber das Haus ‚Alter Leucht­turm‘ sei für vie­le Men­schen eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit, weil es “viel Segen” gebracht habe. Somit dür­fe man sich die
Ent­schei­dung auch nicht leicht machen und müs­se alles sehr genau prü­fen.

ramona winkler rudzio kreissynode 05 2023 ekklp
Pfar­re­rin Ramo­na Wink­ler-Rud­zio (Mit­te) wur­de von der Syn­ode als neue stell­ver­tre­ten­de Asses­so­rin des Kir­chen­krei­ses gewählt. Sie über­nimmt das Amt von Pfar­re­rin Bet­ti­na vom Bro­cke, die in den Ruhe­stand geht. Zu den ers­ten Gra­tu­lan­ten gehör­ten Super­in­ten­dent Dr. Chris­tof Gro­te und Pfar­re­rin Mar­ti­na Käm­per, die sich eben­falls zur Wahl gestellt hat­te (Foto: EKKLP)

Ramo­na Wink­ler-Rud­zio neu im Kreis­syn­odal­vor­stand
Pfar­re­rin Ramo­na Wink­ler-Rud­zio ist neue stell­ver­tre­ten­de Asses­so­rin des Ev. Kir­chen­krei­se­ses Lüden­scheid-Plet­ten­berg. Die 58-Jäh­ri­ge wur­de bei der Kreis­syn­ode zur Nach­fol­ge­rin von Bet­ti­na vom Bro­cke gewählt. Vom Bro­cke, bis­her als kreis­kirch­li­che Pfar­re­rin in der Kran­ken­haus­seel­sor­ge tätig, geht in den Ruhe­stand und ver­lässt somit auch den Kreis­syn­odal­vor­stand.


Ramo­na Wink­ler-Rud­zio ist Pfar­re­rin der Lüden­schei­der Johan­nes­kir­chen­ge­mein­de. Im Kir­chen­kreis hat sie bereits zahl­rei­che Auf­ga­ben über­nom­men. So arbei­tet sie unter ande­rem als beglei­ten­de Pfar­re­rin für die Frau­en­hil­fen im Lüden­scheid-Vol­me-Ver­band.


Zusam­men mit Ste­fan Schick ist sie Beauf­trag­te für Kon­fir­man­den­ar­beit im Kir­chen­kreis. Dazu kom­men Tätig­kei­ten im Lei­tungs­aus­schuss Haus Alter Leucht­turm und wei­te­re Auf­ga­ben.


“Bei der Mit­wir­kung im Kreis­syn­odal­vor­stand wür­de ich ger­ne sowohl den Blick­win­kel der Gemein­de­pfar­re­rin als auch den Blick­win­kel einer Funk­ti­ons­pfarr­stel­le Schu­le mit ein­brin­gen. Beson­ders am Her­zen lie­gen mir Men­schen mit sozia­len Schwie­rig­kei­ten, die mir durch viel­fäl­ti­ges dia­ko­ni­sches Enga­ge­ment ver­traut sind und deren Per­spek­ti­ve ich ger­ne mit ein­brin­gen wür­de”, sag­te sie bei ihrer Vor­stel­lung in
Mei­nerz­ha­gen.


Zwei­te Kan­di­da­tin bei der Wahl zur stell­ver­tre­ten­den Asses­so­rin war Mar­ti­na Käm­per, Pfar­re­rin in Mei­nerz­ha­gen und Val­bert. Ramo­na Wink­ler-Rud­zio wur­de von der Kreis­syn­ode mit 39 Stim­men gewählt. Mar­ti­na Käm­per erhielt 36 Stim­men.

@EKKLP

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