Freitag, 04. April 2025

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Kli­ma­schutz in Atten­dorn: Leb­haf­ter Aus­tausch im Rat­haus

Atten­dorns Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Pospi­schil tausch­te sich mit acht Schü­le­rin­nen und Schü­lern sowie eini­gen Lehr­kräf­ten zum The­ma Kli­ma­schutz in Atten­dorn aus. Im Rat­haus ergab sich dabei eine zwei­stün­di­ge leb­haf­te Dis­kus­si­on.

Was inter­es­siert Jugend­li­che beim Kli­ma­schutz? Das woll­ten die Initia­to­ren des seit 2018 in Atten­dorn in Zusam­men­ar­beit mit dem unab­hän­gi­gen Bera­tungs­bü­ro ecoteam NRW durch­ge­führ­ten Ener­gie­spar­pro­jek­tes her­aus­fin­den. Unter dem Mot­to „Ein ech­ter Kat­tfil­ler kennt sei­ne Ener­gie­kil­ler!“ hat das Pro­jekt in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren schon für viel Auf­se­hen gesorgt. So konn­ten ganz ohne Inves­ti­tio­nen, nur durch Vor­schlä­ge, Appel­le und Tipps, also nur mit der Ände­rung des Ver­hal­tens im letz­ten Ein­spar­jahr vor Coro­na, durch­schnitt­lich 8 % der Ver­bräu­che bei Hei­zung, Strom und Was­ser ein­ge­spart wer­den. Das ent­spricht einer Kos­ten­ein­spa­rung von 40.000 Euro in einem Jahr.

Aber Kli­ma­schutz ist ja nicht nur Ener­gie­spa­ren. Des­halb hat das städ­ti­sche Pro­jekt die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Han­se­schu­le und des Rivi­us Gym­na­si­ums in eine Umfra­ge zum Kli­ma­schutz ein­ge­bun­den.

Die Reso­nanz war rie­sig: Mehr als 350 Jugend­li­che haben frei­wil­lig an der Befra­gung teil­ge­nom­men, was in etwa einem Drit­tel der Gesamt­schü­ler­zahl bei­der Schu­len ent­spricht.

Nach­dem Chris­ti­an Pospi­schil bereits vor eini­gen Wochen die Umfra­ge­er­geb­nis­se über­reicht bekam, fand nun auf Ein­la­dung des Bür­ger­meis­ters im Rat­haus die gemein­sa­me Aus­wer­tung der Umfra­ge statt, an der auch die Rat­haus-Mit­ar­bei­ter Patrick Dipp­ler vom Sach­ge­biet Kli­ma, Umwelt, Mobi­li­tät und Pres­se­spre­cher Tom Klei­ne sowie Klaus Pel­zer von ecoteam NRW teil­nah­men.

Chris­ti­an Pospi­schil: „Jun­ge Men­schen müs­sen die Erfah­rung machen, dass ihre Mei­nung etwas zählt. Dass sie gera­de da, wo es um ihre Zukunft geht, sie auch etwas bewir­ken kön­nen. Das ist geleb­te Demo­kra­tie. Und des­halb sit­zen wir heu­te an einem Tisch.“

Sei­tens der Han­se­schu­le nah­men die Schü­le­rin­nen und Schü­ler Nele Jarosz, Ali­na Borsch­dorf, Julia Malacz­kow­ski und Leon Hoti sowie die Lehr­kräf­te Tobi­as Cle­ver und Doro­thee Podran­sky teil. Das Rivi­us Gym­na­si­um hat­te die Schü­le­rin­nen und Schü­ler David Fas­triok, Berat Budan­ca­ma­nak, Jule Duschek und Mara Schnütt­gen sowie die Lehr­kräf­te Sabi­ne Heim, Susan­ne Hul­ler­um und Hol­ger Tap­pe ent­sandt.

„Kli­ma­schutz wird immer mehr zu einem ent­schei­den­den The­ma. Nicht nur aber gera­de für die jun­ge Gene­ra­ti­on“, waren sich alle Betei­lig­ten zum Auf­takt der Ver­an­stal­tung einig.

Die Atten­dor­ner Jugend­li­chen hiel­ten sich sodann mit kri­ti­schen Fra­gen und Anre­gun­gen nicht zurück. Ein­spar­po­ten­zi­al sehen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler dabei an ihren Schu­len selbst, die in städ­ti­scher Trä­ger­schaft ste­hen. In den Schu­len funk­tio­niert die Abfall­tren­nung man­gels getrenn­ter Con­tai­ner nicht wirk­lich. Und über­le­gens­wert erscheint die gemein­sa­me Anschaf­fung von recy­cel­tem Kopier­pa­pier für das Rat­haus und die Schu­len.

Wei­te­re kon­kre­te Vor­schlä­ge zur Ener­gie­ein­spa­rung wie der Aus­tausch undich­ter Fens­ter, die Umrüs­tung auf LED-Beleuch­tung, neue Ther­mo­stat­ven­ti­le an den Heiz­kör­pern, Was­ser­spar­ele­men­te an den Hand­wasch­be­cken, die ver­suchs­wei­se Ein­füh­rung von Tablets in einer Jahr­gangs­stu­fe sowie die Instal­la­ti­on von Solar- und Klein-Wind­kraft­an­la­gen auf den Schul­dä­chern wur­den the­ma­ti­siert.

Aber auch zur Ver­bes­se­rung des Kli­ma­schut­zes außer­halb der Schu­le konn­ten die Jugend­li­chen kon­struk­ti­ve Vor­schlä­ge prä­sen­tie­ren. So wur­den Pflanz­ak­tio­nen auf den kah­len Wald­stel­len im Stadt­ge­biet eben­so vor­ge­schla­gen wie eine Begrü­nung der Schul­dä­cher als zusätz­li­che Mög­lich­keit für mehr Arten­viel­falt.

Viel­fach konn­te Chris­ti­an Pospi­schil auch Posi­ti­ves berich­ten, wenn er über die schon bestehen­den Pro­jek­te wie die Baum­pa­ten­schaf­ten für den „Bür­ger­wald“ und den „Kin­der­wald“ berich­te­te. Oder dass im städ­ti­schen Haus­halt 500.000 € für Solar­an­la­gen auf den Grund­schul­dä­chern bereit­stün­den und nächs­tes Jahr wei­te­re Gebäu­de mit Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen aus­ge­stat­tet wer­den soll­ten.

Auf die Fra­ge nach den aus­bau­fä­hi­gen Rad­we­gen in Atten­dorn gab Chris­ti­an Pospi­schil den Anwe­sen­den ein Ver­spre­chen: „Wir wol­len in den Jah­ren ein all­tags­taug­li­ches Rad­we­ge­netz auf­bau­en. Dafür müs­sen wir wesent­lich mehr inves­tie­ren.“

Am Ende des äußerst leb­haf­ten und sehr kon­struk­ti­ven Aus­tau­sches bedank­te sich Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Pospi­schil bei allen Teil­neh­men­den: „Eure Ideen und Anre­gun­gen neh­me ich dank­bar auf. Die­se wer­de ich mit den Fach­leu­ten im Rat­haus bespre­chen und nach Mög­lich­keit umset­zen. Atten­dorn soll kli­ma­neu­tral wer­den. Dazu brau­chen wir alle – die Fir­men, die Bür­ger und auch die Schü­ler, also Euch.“

Hin­ter­grund:
Die Han­se­stadt Atten­dorn star­te­te im Jahr 2018 das Pro­jekt “Ener­gie­spa­ren an öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen in Atten­dorn”. In Zusam­men­ar­beit mit dem unab­hän­gi­gen Bera­tungs­bü­ro ecoteam NRW setzt die Gebäu­de­be­wirt­schaf­tung der Han­se­stadt Atten­dorn (GEBA) unter dem Mot­to „Ein ech­ter Kat­tfil­ler kennt die Ener­gie­kil­ler“ seit­dem ein inten­si­ves Ener­gie­spar- und Kli­ma­schutz­pro­jekt um, bei dem es dar­um geht, sich mit klei­nen und grö­ße­ren Ein­spar­ideen aktiv für das Kli­ma ein­zu­set­zen. Betei­ligt sind acht Schu­len, sie­ben Sport­hal­len, das Rat­haus, die Stadt­hal­le sowie das Süd­sauer­land­mu­se­um.

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