Die SPD-Fraktion hatte zum Bürgerdialog eingeladen. Der Fraktionsvorsitzende Uli Bock begrüßte die Anwesenden mit dem Ziel, über die schwierige Haushaltslage ins Gespräch zu kommen.
Wie lässt sich der Haushalt der Stadt Attendorn anschaulich erklären? Mit dem Vergleich einer Geldbörse, gefüllt mit 1.000 Euro, sollten die Teilnehmenden ihr Haushaltsjahr 2026 planen. Mit dieser Aufgabe konfrontierte Moderator Gregor Stuhldreier die eingeteilten Gruppen, um die Finanzlage der Stadt plastisch und verständlich darzustellen. Schnell wurde deutlich: Mehr als 500 Euro aus der symbolischen Geldbörse sind fest gebunden und entziehen sich jeglichem kommunalen Einfluss.
Kämmerer Klaus Hesener und Bürgermeister Christian Pospischil brachten anschließend Licht ins Dunkel. Sie erläuterten den Haushalt 2026 und machten deutlich, dass insbesondere die rapide steigende Kreisumlage – Attendorn soll im nächsten 19 Mio. Euro mehr Kreisumlage bezahlen, dies macht mehr als 50% der Aufwendungen im Haushalt aus – erhebliche Sparanstrengungen erforderlich mache. Ziel sei es, die finanzielle Selbständigkeit der Stadt möglichst lange zu bewahren. Aktuell plane man für das laufende Haushaltsjahr mit einem Defizit von rund 26 Millionen Euro. Angesichts dieses gewaltigen Defizits seien Sparanstrengungen in allen Bereichen unumgänglich. Trotz dieser angespannten Lage werde jedoch weiterhin in die Zukunft Attendorns investiert, besonders in das neue Industriegebiet, in Schulen und in die Feuerwehr. Neben eigenen Sparanstrengungen sei es notwendig, dass Bund, Land und Kreis den Kommunen auskömmliche finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um den finanziellen Kollaps der Kommunen zu vermeiden.
Im weiteren Verlauf versetzten sich die Teilnehmenden in die Entscheidungsprozesse von Rat und Verwaltung. Sie mussten abwägen: Straßen instand setzen oder Radwege ausbauen? Kulturveranstaltungen unterstützen oder den Sport fördern? Schnell wurde klar, dass Haushaltsentscheidungen in Zukunft immer häufiger schwierige Priorisierungen erfordern werden.
Am Ende waren sich alle einig, dass die gut vorbereitete Veranstaltung ein gelungener Auftakt war. Die SPD-Fraktion überlegt daher, das Format zu wiederholen.
Bürgermeister Christian Pospischil bedankte sich bei allen Beteiligten:
„Es ist wichtig, die aktuellen Herausforderungen transparent zu kommunizieren und gemeinsam mit der Bürgerschaft darüber ins Gespräch zu kommen.“



