Atemnot, Müdigkeit, Leistungsabfall oder plötzlich geschwollene Beine und Knöchel durch Wassereinlagerungen? Diese Symptome können auf eine Herzschwäche hindeuten. Die Helios Klinik Attendorn bietet ab September eine spezielle Sprechstunde für Menschen mit diagnostizierter Herzinsuffizienz an.
Beim Treppensteigen bleibt die Luft weg und man muss öfter stehen bleiben? Ständig müde und kraftlos, und abends sind die Unterschenkel und Knöchel geschwollen? Das können Hinweise auf eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sein. Bei Menschen über 70 Jahren ist sie keine seltene Diagnose – und das mit steigender Tendenz. Bis zu vier Millionen Menschen in Deutschland könnten laut Schätzungen daran leiden.
„Die Zahl der Menschen mit Herzinsuffizienz nimmt seit Jahren zu. Ursachen sind vor allem eine alternde Bevölkerung sowie die verbesserte Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, durch die heute mehr Menschen als früher mit einer chronischen Herzschwäche leben können“, sagt Prof. Dr. med. Atilla Yilmaz, Chefarzt für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin an der Helios Klinik Attendorn.
Sollten Verdachtsmomente bestehen, sei der Hausarzt der erste Anlaufpunkt, so Prof. Yilmaz. Erhärtet sich dort der Verdacht, führe der Weg per Überweisung zu einem Facharzt. In den meisten Fällen liege die Ursache im Lebenswandel der Betroffenen. „Eine Herzschwäche ist nur selten angeboren. Man erwirbt sie sich gewissermaßen, zum Beispiel durch Rauchen, ungesunde Ernährung, Stress oder Bewegungsmangel.“
Keine Erstdiagnostik: Herzsprechstunde nur für weiterführende Behandlungsplanung
Als Erweiterung der bereits bestehenden Angebote in der Region startet die Attendorner Helios-Kardiologie ab September eine Sprechstunde speziell für Herzinsuffizienzpatienten.
„Mithilfe unserer diagnostischen Möglichkeiten, vor allem 3D-Echokardiographie, Kardio-MRT, Kardio-CT und Herzkatheteruntersuchung können wir sehr gut das Ausmaß der Herzschwäche einschätzen und den weiteren Behandlungsverlauf planen“, erklärt der Fachmediziner, Bereits an einer früheren Station an der Universitätsklinik Jena hat Herr Prof. Dr. Yilmaz die dortige Herzinsuffizienzsprechstunde über viele Jahre geleitet. Diese Erfahrung möchte er zukünftig im Rahmen einer spezialisierten Herzinsuffizienzsprechstunde in Kooperation mit dem Herzzentrum des Helios Universitätsklinikums Wuppertal einbringen. Zusätzlich verfügt er auch seit diesem Frühjahr über die Zusatzqualifikation Herzinsuffizienz der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.
Der Fokus liege bei der neuen Sprechstunde ausdrücklich nicht auf der Erstellung einer Erstdiagnostik. Diese solle weiterhin bei den niedergelassenen Haus- und Fachärzten stattfinden, so Prof. Dr. Yilmaz. „In unserer neuen Sprechstunde stellen wir gemeinsam mit den Patienten die Weichen für das weitere Vorgehen, wenn sich die Behandlung der diagnostizierten Herzschwäche als kompliziert erweist und die Herzinsuffizienzsymptomatik trotz eingeleiteter Therapie fortbesteht.“ Dies erfolge in schweren Fällen auch in Kooperation mit den renommierten Herzzentren des Helios Universitätsklinikums Wuppertal und des Helios Klinikums Siegburg. Dieses halten über die Regelversorgung hinaus weiterreichende therapeutische Möglichkeiten vor, wie zum Beispiel minimal-invasive Bypass-Versorgung, minimalinvasive Klappenrekonstruktion, Versorgung mit Rhythmusaggregaten zum Beispiel zur kardialen Resynchronisation, erklärt Prof. Dr. Yilmaz.
Die interventionelle Kardiologie an der Helios Klinik Attendorn ist dabei schon gut aufgestellt und in der Lage, viele Krankheitsbilder zu behandeln. Sie führt unter anderem bereits Herzkatheteruntersuchungen, Stentimplantationen, Herzschrittmacherimplantationen und weitere moderne kardiologische Verfahren durch. Die Bedeutung des Krankenhauses für die wohnortnahe Versorgung insbesondere bei Herzinfarkten im Kreis Olpe und den angrenzenden Kreisen ist groß: Jährlich finden hier rund tausend Herzkatheteruntersuchungen und -interventionen statt. Stellt sich im Einzelfall heraus, dass ein hochspezialisierter Eingriff erforderlich ist, erfolgt eine schnelle Verlegung in die kooperierenden Herzzentren.
Neue Herzspezialisten an der Helios Klinik
Damit das hohe Behandlungsniveau gehalten werden kann, wurde das Ärzteteam der Attendorner Kardiologie gezielt erweitert. „Mit Salar Ahmad und Radhwan Marda und sind im November 2025 und im Februar 2026 zwei neue Oberärzte zu uns gestoßen, die unser Team gezielt verstärken“, sagt Klinikgeschäftsführerin Dr. Oksana Prajzel. Besonders freue sie, dass die beiden auch die anspruchsvolle Implantation von LAA-Occludern beherrschten.
Bei LAA-Occludern handelt es sich um kleine Implantate, die bei Menschen mit Vorhofflimmern eingesetzt werden, um das Risiko für einen Schlaganfall zu senken. Sie helfen vor allem betroffenen Patienten, die zum Schutz vor einem Schlaganfall eigentlich dauerhaft Blutverdünner benötigen, diese aber wegen eines hohen Blutungsrisikos nicht oder nicht dauerhaft einnehmen können.
„Darüber hinaus konnten wir gleich zwei junge und hoch motivierte Assistenzärzte aus der Region hinzugewinnen“, so Dr. Prajzel. Beide waren zuvor an Kliniken im Umkreis beschäftigt und haben sich dazu entschieden, Ihre Facharztausbildung in der Kardiologie der Helios Klinik Attendorn fortzusetzen.
„Mit der neuen Herzinsuffizienz-Sprechstunde und der personellen Verstärkung des Kardiologie-Teams wollen und werden wir das Profil der Helios Klinik als regionalen Anker für herzkranke Patientinnen und Patienten weiter schärfen“, ist sich die Klinikgeschäftsführerin sicher.
Ab September: Die Sprechstunde findet immer montags von 12.00-14.00 Uhr statt.
Anmeldung über das kardiologische Sekretariat
Sprechzeiten: Mo.–Fr. von 08:00–16:00 Uhr
Tel: 02722 60-2311
