Konzept zur Neukoordination der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit in Lüdenscheid – Vertragsunterzeichnung als zukunftsorientierte Chance

allen Beteiligten unterzeichnet, hier von Andreas Marder, Vorsitzender des CVJM Stadtverbandes Lüdenscheid (l.) und Superintendent Dr. Christof Grote (Foto: EKKLP)
Die Kinder- und Jugendarbeit in Lüdenscheid erhält ein neues Konzept. Zur offiziellen Vertragsunterzeichnung hatte der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg, vertreten durch Superintendent Dr. Christof Grote und Johannes Seidel, Leiter des Kinder- und Jugendreferates, eingeladen. Vertreter der Kirchengemeinden, der drei CVJM-Verbände – Kreisverband, Stadtverband und Lüdenscheid-West – sowie des Jugendamts Lüdenscheid und des Märkischen Kreises, des Jugendausschusses, der Kinder- und Jugendförderung und der Jugendreferenten waren hierzu ins „Haus der Evangelischen Kirche“ in der Hohfuhrstraße gekommen.
Superintendent Grote betonte in seiner Begrüßung, ein gutes Miteinander von Kirche, CVJM, Kreis und Kommune sei keine Selbstverständlichkeit, sondern eine wertvolle Errungenschaft der demokratischen Gesellschaft. Dafür könne man in Lüdenscheid dankbar sein. Man habe ein gutes Modell erarbeitet, wie passgenaue Arbeit für Kinder und Jugendliche vor Ort gelingen könne. Alle Anwesenden, die zur Unterzeichnung der Verträge gekommen waren, begrüßte er herzlich.
Er hob hervor, dass durch die Verträge verlässlich geregelt werde, wie der Kirchenkreis die Arbeit der CVJM-Verbände finanziell unterstütze. Besonders dankbar zeigte er sich über die nahezu einstimmige Zustimmung der Synodalen – auch jener, die aus anderen Regionen stammten und daher nur wenig von der Arbeit in Lüdenscheid profitierten. Ebenso dankte er den drei Verbänden sowie Stadt und Kreis für ihre Unterstützung.

Ein besonderes Dankeschön richtete Grote an Olaf Krähahn, Leiter des Regionalteams Lüdenscheid-Plettenberg, und an Johannes Seidel, der die Vertragsentwicklung mit großem persönlichem Engagement vorangetrieben habe. Durch ihren Einsatz sei es gelungen, die Vereinbarungen vorzulegen und nun gemeinsam zu feiern. Zum Abschluss dankte Grote allen, die sich tatkräftig für das Gelingen der Neuordnung eingesetzt hatten.
Die Kinder- und Jugendarbeit in Lüdenscheid ist kirchlich geprägt von unterschiedlichen Trägerstrukturen, Förderlogiken und Zuständigkeiten. Viele Angebote entstehen aus großem Engagement; zugleich führen parallele Abstimmungswege, uneinheitliche Standards und wechselnde Ansprechpartner immer wieder zu Reibungsverlusten. Genau hier setzt die Neukoordination an: Sie soll die Zusammenarbeit verbindlicher gestalten, Verantwortlichkeiten klarer definieren und Ressourcen so bündeln, dass Angebote vor Ort stabiler und passgenauer werden.
Zentrales Ziel ist es, die Steuerung und Weiterentwicklung der Arbeit in herausfordernden Zeiten zu sichern, ohne die Vielfalt der Angebote zu gefährden. Voraussetzung dafür ist eine verlässliche finanzielle Ausstattung der drei CVJM-Verbände, die inzwischen zahlreiche Bereiche der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit selbstverständlich unterstützen.
Damit Neukoordination nicht zu zusätzlicher Bürokratie führt, braucht es schlanke Strukturen mit klaren Mandaten – eine Chance für die Zusammenarbeit zwischen jungen Menschen, Fachkräften sowie Kirche, Stadt und Kreis.
Johannes Seidel profitierte bei der Erarbeitung der Verträge von seiner zehnjährigen Tätigkeit als Leiter des CVJM-Kreisverbandes und seinem breiten Netzwerk in der regionalen Kinder- und Jugendarbeit. Durch persönliche Kontakte und „kurze Wege“ konnte ein realistischer Umsetzungsfahrplan entwickelt werden, der von allen Beteiligten begrüßt wurde. Fachliche Klärung, Vertragsarbeit und die Definition der praktischen Umsetzung mündeten in die feierliche Unterzeichnung.
In seiner Ansprache betonte Seidel, dass man einen Weg weitergehe und zugleich verbindlich festige. Man müsse sich verändern und fit machen für das Morgen, das anders aussehen werde als das Gestern. Kirche und CVJM wollten künftig noch stärker als Partner denken, um besser für die Zukunft aufgestellt zu sein. Dafür brauche es gemeinsame Inhalte, Vernetzung, Personal und Raum für Entwicklung. Die Verträge seien Ausdruck eines Weges, der schon lange im Gang sei. Die CVJM-Verbände unterstützten die evangelische Kirche maßgeblich dabei, junge Menschen zu Mitarbeitenden im Kinderbereich auszubilden.

Seidel hob hervor, dass man bereits partnerschaftlich eng zusammenarbeite – in der Freizeitarbeit, der überregionalen Arbeit und der Präventionsarbeit, überall dort, wo man vom gemeinsamen Wissen profitiere. Für die Zukunft seien ihm Vertrauen und Flexibilität besonders wichtig. Man müsse kurzfristig reagieren und langfristig denken, denn Zielgruppen und Rahmenbedingungen änderten sich stetig. Die Arbeit sei daher ständig in Bewegung und müsse regelmäßig angepasst werden.
„Mit den neuen Verträgen schaffen wir Veränderungen und Zukunftsfähigkeit – als Partner mit demselben Auftrag“, so Seidel. Die biblische Leitstelle „… auf dass sie alle eins seien“ beschreibe die gemeinsame Haltung: nicht gleich sein, sondern gemeinsam unterwegs sein. Die Verträge schafften dafür die notwendigen Rahmenbedingungen.
Auch Lisa Praß, Andreas Marder, Christoph Weiland und Matthias Sauerland äußerten sich sehr positiv über die neue Struktur. Unter den Anwesenden herrschte spürbare Aufbruchsstimmung. Die Verträge sichern dem Kirchenkreis die Fortführung der unverzichtbaren CVJM-Arbeit und geben dem CVJM verlässlichen finanziellen Handlungsspielraum – eine klare „Win-Win-Situation“ auf Basis des gemeinsamen Glaubens und ein wichtiger Schritt, das Evangelium weiterhin an Kinder und Jugendliche weiterzugeben.
Die Neukoordination der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit in Lüdenscheid wird damit zu einem bedeutsamen Schritt hin zu mehr Verlässlichkeit, Transparenz und Wirkung. Entscheidend ist, dass die Vertragsarchitektur die Praxis stärkt: durch klare Zuständigkeiten, faire Standards und eine Umsetzung, die Beteiligung und Finanzierbarkeit gleichermaßen berücksichtigt.

