Donnerstag, 29. Januar 2026

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Notaufnahme der Helios Klinik mit neuer Leitung

Mit Dr. Marc Niemtschke leitet seit Beginn des Jahres ein erfahrener Notfallmediziner die Zentrale Notaufnahme des Attendorner Krankenhauses. Der gebürtige Hagener ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und behält auch im Wasser und in der Luft die Nerven, wenn es darum geht, Leben zu retten.

Was sich auf den ersten Blick nach Baywatch-Romantik anhört, war alles andere als ein einfacher Ferienjob. Als Dr. Marc Niemtschke Mitte der 1990er-Jahre als junger Mann für die DLRG in den Ferien die Strände an der deutschen Ostseeküste beaufsichtigte, hieß es nicht nur, Sonnenbrände zu versorgen, sondern auch, Menschen aus dem Meer zu retten, wenn sie in Not geraten waren. Aber längst nicht jeden konnte der geübte Rettungsschwimmer an Land ziehen und zurück ins Leben holen – ein schmerzlicher Umstand, der den jungen Mann damals jedoch mental nicht aus der Bahn warf.

„Die Arbeit im Rettungswesen bringt es mit sich, dass man mit vielen Schicksalen konfrontiert ist – und dabei manchmal auch verliert, wenn es darum geht, ein Leben zu retten“, blickt Dr. Marc Niemtschke aus nüchtern-realistischer Perspektive auf seinen Beruf, der zugleich auch seine große Leidenschaft sei. Dafür müsse man gemacht sein und eine realistische Einstellung zu Leben und Tod mitbringen. So wie der gebürtige, bei dem schon früh das Interesse an der Notfallmedizin und die dafür erforderliche Nervenstärke stark ausgeprägt waren.

Frühes Interesse an der Notfallmedizin

Bereits als Schüler fährt er ehrenamtlich Rettungswagen und absolviert nebenher eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Sein Medizinstudium schließt Niemtschke an der Ruhr-Universität Bochum ab. Da er ein Faible für das handwerkliche Arbeiten mitbringt, verwundert es nicht, dass sich sein Hauptinteresse schnell auf die Unfallchirurgie richtet. Während seines Praktischen Jahres arbeitet er in der Verbrennungsmedizin und damit erneut mit Menschen, die entlang der Grenzlinie von Leben und Tod wandeln und intensivste Behandlung benötigen.

Daneben setzt er seinen fachlichen Fokus auf die Plastische Chirurgie und die Handchirurgie, worüber er während seiner Zeit am Universitätsklinikum Bergmannsheil seine Doktorarbeit verfasst. Eine feste Konstante in seiner Laufbahn, die ihn auf allen Stationen begleitet: Als Notarzt unterstützt er aktiv die Rettungsdienste in den Kommunen, in denen er in den Krankenhausnotaufnahmen tätig ist, zumeist im Raum Hagen. Dabei ist er nicht nur bodengebunden im Einsatz, sondern hebt auch irgendwann ab. Als Mediziner in der Luftrettung begleitet er über Jahre Patiententransporte aus ganz Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten und ist bis heute für die medizinische Betreuung von Arbeitern auf Offshore-Windkraftanlagen an Deutschlands Küsten verantwortlich.

Eine ganz besondere Vita, die auch Dr. Oksana Prajzel, Geschäftsführerin der Helios Klinik, begeistert. „Wir sind sehr froh, dass wir mit Dr. Niemtschke einen Ärztlichen Leiter für unsere Zentrale Notaufnahme (ZNA) gewinnen konnten, der viel Erfahrung und Führungsverantwortung mitbringt“, so Dr. Prajzel. Die Notaufnahme sei die wichtigste Schnittstelle im Krankenhaus, die es mit viel Fingerspitzengefühl und zupackendem Engagement zu managen gelte. „Und genau das ist es, was Marc Niemtschke verkörpert“, ist sich die Klinikleiterin sicher.

Nachdem Niemtschke zuletzt die ZNA der Schön Klinik in Düsseldorf geleitet hatte, entschied sich der 49-jährige Familienvater, der in der Nähe von Lüdenscheid lebt, seine berufliche Laufbahn Anfang des Jahres „heimatnäher“ fortzusetzen – und damit für die vakante ärztliche Leitung der ZNA in der Helios Klinik Attendorn. Die nötige Energie für diese anspruchsvolle Aufgabe zieht er aus seiner Familie und dem Sport. Regelmäßig trifft man ihn auf dem Fahrrad oder in der Fußballhalle an, um fit zu bleiben, aber auch, um einen Ausgleich zu finden.

Herausforderungen durch alternde Gesellschaft

Sein großes Anliegen ist es, die ZNA des Attendorner Krankenhauses zukunftsfest aufzustellen. Denn die Klinik sieht sich – wie viele andere Krankenhäuser im ländlichen Raum – mit den Auswirkungen einer alternden Gesellschaft konfrontiert. „Die Menschen werden stetig älter. Gleichzeitig schließen immer mehr Hausarztpraxen, denn auch die Hausärzte werden älter und finden oft keine Nachfolger“, sagt Niemtschke. Diese Lücke in der ambulanten Versorgung müssten dann unfreiwillig die ZNA der Krankenhäuser schließen, die darauf von ihrem Grundwesen her nicht ausgerichtet seien. Dieser Herausforderung wolle er durch die Implementierung klarer Strukturen und Zuständigkeiten begegnen. Die Ausgangslage dafür sei gut, denn: „Ich habe in Attendorn ein sehr gutes Pflegeteam und gute Strukturen vorgefunden, auf denen wir gut aufbauen können“, stellt Niemtschke fest.

Dass das gelingen wird, davon ist die Klinikleitung überzeugt: „Wir sind uns sicher, dass Dr. Niemtschke und sein Team einen wichtigen Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung weit über Attendorn hinaus leisten und die Resilienz unserer ZNA stärken werden“, blickt Dr. Prajzel zuversichtlich in die Zukunft.

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