Donnerstag, 03. April 2025

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Qua­li­täts­sie­gel Her­ni­en­chir­ur­gie für Atten­dor­ner Kran­ken­haus

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Dr. Ste­fan Boll­mann, Chef­arzt All­ge­mein- und Vis­ze­ral­chir­ur­gie, mit dem DHG Sie­gel (Foto: Heli­os Kli­nik Atten­dorn)

Ob an Leis­ten, Nabel oder Zwerch­fell: Brü­che der Bauch­wand, so genann­te Her­ni­en, kön­nen schwe­re gesund­heit­li­che Schä­den ver­ur­sa­chen und betref­fen beson­ders älte­re Men­schen. Die Heli­os Kli­nik Atten­dorn setzt dar­um einen Schwer­punkt auf die Her­ni­en­chir­ur­gie – und wur­de dafür mit dem DHG-Sie­gel aus­ge­zeich­net.

Kli­ni­ken, die Her­ni­en-Ein­grif­fe, zum Bei­spiel bei Leis­ten- oder Nabel­brü­chen, durch­füh­ren, kön­nen bei der Deut­schen Her­ni­en Gesell­schaft (DHG) eine Zer­ti­fi­zie­rung bean­tra­gen. Vor­aus­set­zung: Das Kran­ken­haus erfüllt die stren­gen Qua­li­täts­kri­te­ri­en der Fach­ge­sell­schaft und kann die erfor­der­li­che Min­dest­an­zahl von min­des­tens 30 Her­ni­en­ope­ra­tio­nen pro Jahr und eine Quo­te bei den Fol­ge­un­ter­su­chun­gen von min­des­tens 70 Pro­zent nach­wei­sen.

Das trifft seit neu­es­tem auf die Heli­os Kli­nik Atten­dorn zu, die mit über 150 Ope­ra­tio­nen im Jahr 2023 das DHG Sie­gel Qua­li­täts­ge­si­cher­te Her­ni­en­chir­ur­gie füh­ren darf.

„Die­se Zer­ti­fi­zie­rung ist für uns eine Bestä­ti­gung der Qua­li­tät unse­rer Arbeit. Schließ­lich ope­rie­ren wir nicht ein­fach drauf­los, son­dern beglei­ten die Pati­en­ten noch vie­le Jah­re nach dem Ein­griff, um ein gutes Ergeb­nis sicher­zu­stel­len“, freut sich Boll­mann über die Aus­zeich­nung. Denn bei einem Teil der ope­rier­ten Pati­en­ten sei es der Fall, dass sich auch nach län­ge­rer Zeit eine sicher ver­schlos­se­ne Her­nie wie­der öff­ne und dann erneut Pro­ble­me berei­te, sagt der Dr. Ste­fan Boll­mann Chef­arzt All­ge­mein- und Vis­ze­ral­chir­ur­gie.

Damit Doris Scher­weit gera­de das nicht pas­siert, wird sie nach eben solch einer Hern­i­nen­ope­ra­ti­on noch über einen län­ge­ren Zeit­raum immer wie­der zur Nach­sor­ge die Heli­os Kli­nik auf­su­chen. Dabei stellt sie fest: „Mir geht es aktu­ell zwar gut, aber ich bin froh, dass man noch eine gan­ze Wei­le ein Auge auf die Sache hat, damit es auch gut bleibt.“ Ihre Vor­ge­schich­te ist typisch für vie­le ähn­li­che Fäl­le.

Bauch statt Herz

Als die 72-jäh­ri­ge Plet­ten­ber­ge­rin plötz­lich star­ke Schmer­zen im Rücken- und Brust­be­reich ver­spürt, reagiert ihre Toch­ter sofort und fährt mit ihr zum Haus­arzt. Die ers­te Ver­mu­tung Herz­in­farkt bestä­tigt sich nicht, doch der nie­der­ge­las­se­ne Medi­zi­ner hat einen ande­ren Ver­dacht und schickt sei­ne lang­jäh­ri­ge Pati­en­tin umge­hend in die Atten­dor­ner Fach­kli­nik.

„Schon seit vie­len Jah­ren habe ich Pro­ble­me mit mei­nem Magen und star­kes Sod­bren­nen“, erzählt Frau Scher­weit. Zudem lei­det sie seit den 1990er Jah­ren an einem Bruch des Zwerch­fells, der sie mal mehr, mal weni­ger ein­schränkt. „Mir ging es zwar oft schlecht, doch dass es so schlimm um mich stand, konn­te ich gar nicht glau­ben. Schließ­lich habe ich immer nor­mal geges­sen“, so die Senio­rin. Umso über­rasch­ter war sie, als Dr. Ste­fan Boll­mann ihr eröff­ne­te, dass sie zeit­nah ope­riert wer­den soll­te.

Magen muss schlimms­ten­falls ent­fernt wer­den

„Ihr Magen war zur Hälf­te durch die bruch­be­ding­te Öff­nung des Zwerch­fells in den Brust­korb gerutscht, die Magen­schleim­haut zudem bereits stark ent­zün­det, eben­so die Spei­se­röh­re“, erklärt der Her­ni­en-Spe­zia­list die Situa­ti­on, in der sich die Pati­en­tin befand. „Dar­um muss­te ich die­sen wie­der dahin ver­la­gern, wo er eigent­lich hin­ge­hört – und die­sen Bruch ver­schlie­ßen.“

In eini­gen ähn­li­chen Fäl­len kom­me es dazu, dass der ver­rutsch­te Magen­teil regel­recht ein­klemmt und dann nicht mehr durch­blu­tet wird, so Boll­mann. Die Fol­ge sei dann, dass der Magen ver­fault und im schlimms­ten Fall ent­fernt wer­den müs­se. Dage­gen kommt die so genann­te Hia­to­plas­tik mit Fund­ope­xie zum Ein­satz. Hier­bei han­delt es sich um einen mini­mal­in­va­si­ven chir­ur­gi­schen Ein­griff, der haupt­säch­lich bei der Behand­lung von Zwerch­fell­her­ni­en mit mas­si­vem Magen­vor­fall in den Brust­korb ver­wen­det wird. Bei die­ser Ope­ra­ti­on wird der obe­re Teil des Magens am Zwerch­fell fixiert und der Zwerch­fell­durch­tritt der unte­ren Spei­se­röh­re mit Näh­ten ein­ge­engt. So wird die eigent­li­che Ana­to­mie wie­der­her­ge­stellt.

Bei Ope­ra­tio­nen die­ser Art han­delt es sich um spe­zi­el­le Ein­grif­fe, die in einem kom­ple­xen Funk­ti­ons­sys­tem durch­ge­führt wer­den – und die längst nicht jedes Kran­ken­haus anbie­ten kann. Für Frau Schwer­weit kam sie noch recht­zei­tig.

Basis­in­for­ma­tio­nen Her­ni­en­chir­ur­gie:

Bei der Her­ni­en­chir­ur­gie spricht man von einem chir­ur­gi­schen Ein­griff zur Behand­lung von Her­ni­en, auch bekannt als Brü­che. Eine Her­nie tritt auf, wenn ein Organ oder Gewe­be durch eine Schwach­stel­le oder Öff­nung in der umge­ben­den Mus­kel- oder Bin­de­ge­webs­schicht her­vor­tritt. Her­ni­en kön­nen an ver­schie­de­nen Stel­len des Kör­pers auf­tre­ten, am häu­figs­ten jedoch in der Bauch­re­gi­on. Aus­lö­ser kön­nen schwe­res Heben oder star­kes Hus­ten sein. Beson­ders gefähr­det sind Men­schen ab 50 Jah­ren. Aber auch jün­ge­re kön­nen bei schwa­chem Bin­de­ge­we­be betrof­fen sein.

Zu den häu­figs­ten Arten von Her­ni­en gehö­ren:

Leis­ten­bruch (Inguinal­her­nie): Die­se Her­nie tritt in der Leis­ten­ge­gend auf und ist bei Män­nern häu­fi­ger als bei Frau­en.

Nabel­bruch (Nabel­her­nie): Die­se Art von Her­nie tritt in der Nähe des Bauch­na­bels auf und kommt beson­ders häu­fig bei Neu­ge­bo­re­nen vor, kann aber auch bei Erwach­se­nen auf­tre­ten.

Schen­kel­bruch (Femo­ral­her­nie): Die­se Her­nie tritt unter­halb der Leis­te auf und ist bei Frau­en häu­fi­ger als bei Män­nern.

Nar­ben­bruch (Nar­ben­her­nie): Die­se Art von Her­nie tritt an einer Stel­le auf, an der zuvor eine Ope­ra­ti­on durch­ge­führt wur­de, oft an der Nar­be einer frü­he­ren Bauch­ope­ra­ti­on.

Zwerch­fell­bruch (Hia­tus­her­nie): Hier­bei tritt ein Teil des Magens durch das Zwerch­fell in den Brust­korb.

Haupt­säch­lich wer­den zwei Metho­den in der Her­ni­en­chir­ur­gie ange­wen­det:

Offe­ne Her­ni­en­chir­ur­gie: Bei die­ser Metho­de wird ein grö­ße­rer Schnitt über der Her­nie gemacht, das her­vor­ge­tre­te­ne Gewe­be wird zurück in den Bauch­raum gescho­ben, und die Schwach­stel­le wird in der Regel mit einem Netz ver­stärkt, um das Risi­ko eines erneu­ten Auf­tre­tens zu ver­rin­gern.

Lapa­ro­sko­pi­sche Her­ni­en­chir­ur­gie: Die­se mini­mal­in­va­si­ve Metho­de erfor­dert meh­re­re klei­ne Schnit­te. Ein Lapa­ro­skop (eine dün­ne, fle­xi­ble Kame­ra) und spe­zi­el­le Instru­men­te wer­den ver­wen­det, um die Her­nie zu repa­rie­ren. Die­se Metho­de kann zu einer schnel­le­ren Gene­sung und weni­ger post­ope­ra­ti­ven Schmer­zen füh­ren.

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