Freitag, 04. April 2025

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Ursu­li­nen im Lan­des­fi­na­le NRW auf Platz 5!

Das Jun­gen-Fuß­ball­team des St.-Ursula-Gymnasiums Atten­dorn hat am Diens­tag, 25.06.24 im Lan­des­fi­na­le NRW in der Wett­kampf­klas­se II (Jahr­gän­ge 2008–2010) den 5. Platz belegt. Auch wenn die Ursu­li­nen in Duis­burg in vier Spie­len ohne Punkt­ge­winn geblie­ben sind, muss man den­noch sagen, dass sie die Stadt Atten­dorn und den Kreis Olpe mehr als nur wür­dig ver­tre­ten haben, denn die nack­ten Zah­len spie­geln nicht immer die Rea­li­tät wider.

Man muss sich nur ein­mal die Vor­zei­chen, Rah­men­be­din­gun­gen und den Ver­lauf der Spie­le anschau­en, dann kann man viel­leicht auch als Außen­ste­hen­der nach­voll­zie­hen, was in Duis­burg pas­siert ist und wie die­ser 5. Platz wirk­lich ein­zu­ord­nen ist.  

Im Kader der Ursu­li­nen spie­len aus­nahms­los Spie­ler, die in der hei­mi­schen Kreis­li­ga oder Bezirks­li­ga aktiv sind, da es im länd­li­chen Raum ein­fach schwie­rig ist höher­klas­sig spie­len zu kön­nen, auch wenn der ein oder ande­re Spie­ler sicher das Poten­ti­al hät­te auch ein oder zwei Ligen höher zu spie­len. Bei den Geg­nern sieht das schon ein wenig anders aus, denn nicht ein ein­zi­ger Spie­ler ist in die­sem Liga­spek­trum tätig, son­dern alle spie­len höher­klas­sig.

Die Fried­rich-Bay­er-Real­schu­le Wup­per­tal (0:3), die auch am Ende NRW-Meis­ter gewor­den ist, hat eine eige­ne Fuß­ball­för­der­klas­se und koope­riert mit meh­re­ren Nach­wuchs­leis­tungs­zen­tren, wie zum Bei­spiel von Bay­er 04 Lever­ku­sen oder BVB 09 Dort­mund. Das Land­rat-Luca-Gym­na­si­um Lever­ku­sen (0:1) ist eine Eli­te­schu­le des Fuß­balls und bie­tet den ange­hen­den Pro­fi­spie­lern „best­mög­li­che Bedin­gun­gen“ um Kar­rie­re und den Sport mit­ein­an­der zu ver­ei­nen und die Koope­ra­ti­ons­schu­le von Bay­er 04 Lever­ku­sen. Eine Eli­te­schu­le des Sports ist auch das Helm­holtz-Gym­na­si­um Bie­le­feld (1:4), wel­ches an Armi­nia Bie­le­feld ange­glie­dert und die Gesamt­schu­le Ber­ger Feld (0:1) ist ein Fuß­ball­in­ter­nat und die Koope­ra­ti­ons­schu­le des FC Schal­ke 04. Alle Schu­len waren in der Ver­gan­gen­heit auch schon als NRW-Meis­ter im Bun­des­fi­na­le in Ber­lin und neh­men regel­mä­ßig in den ver­schie­de­nen Wett­kampf­klas­sen am Lan­des­fi­na­le teil. Sie sind gespickt mit Spie­lern, die in den ver­schie­de­nen NLZs der Bun­des­li­gis­ten in den U16‑, U17- und U18-Mann­schaf­ten in der Junio­ren­bun­des­li­ga spie­len. Eini­ge die­ser Spie­ler sind sogar im Kader der Junio­ren-Natio­nal­mann­schaft ihres Lan­des. Für Lever­ku­sen lie­fen sogar drei Natio­nal­spie­ler aus Deutsch­land und Spa­ni­en auf.

Die Erkennt­nis­se, die man aus den vier Spie­len sicher gewin­nen konn­te, sind, dass die Geg­ner indi­vi­du­ell viel stär­ker besetzt waren, tech­nisch und tak­tisch bes­ser geschult sind und sich auf einer ganz ande­ren Ebe­ne der Hand­lungs­schnel­lig­keit und Anti­zi­pa­ti­ons­fä­hig­keit bewe­gen. Den­noch gibt es im Fuß­ball Kom­po­nen­ten, die man nicht unter­schät­zen darf und mit denen Mann­schaf­ten eben sol­che Defi­zi­te teil­wei­se kom­pen­sie­ren kön­nen, näm­lich die Magie der mann­schaft­li­chen Geschlos­sen­heit und des Team­spi­rits sowie der rich­ti­gen Ein­stel­lung und der Leis­tungs­be­reit­schaft.

Und hier muss ich ein­deu­tig sagen, waren die Ursu­li­nen den ande­ren Mann­schaf­ten um eini­ges vor­aus. In allen Pha­sen des Spiels, wo man sich an die­se Tugen­den gehal­ten hat, konn­ten die Ursu­li­nen den Geg­nern Paro­li bie­ten und beweg­ten sich auf Augen­hö­he. Lies man jedoch auch nur einen Moment etwas nach, so war die Über­le­gen­heit der Geg­ner sofort zu spü­ren und eben die­se Pha­sen wur­den gna­den­los bestraft. In den Spie­len gegen die Schu­len aus Wup­per­tal und Bie­le­feld erwisch­ten die Ursu­li­nen eben sol­che Pha­sen, wo man mit zu viel Respekt und Pas­si­vi­tät agier­te, und gerie­ten direkt ins Hin­ter­tref­fen. In der rest­li­chen Zeit beweg­te man sich auf eben Augen­hö­he und ließ nicht viel zu, aller­dings wur­den auch zu vie­le aus­sichts­rei­che Umschalt­mo­men­te nicht kon­se­quent zu Ende gespielt oder die gege­be­nen Tor­chan­cen genutzt. An die­sen Stel­len sieht man eben den Unter­schied hin­sicht­lich der indi­vi­du­el­len Klas­se zwi­schen einem Junio­ren-Bun­des­li­ga­spie­ler und einem Spie­ler aus der Kreis­klas­se aus dem Sau­er­land.

Anders ver­lie­fen die bei­den Spie­le gegen die favo­ri­sier­ten Mann­schaf­ten aus Lever­ku­sen und Gel­sen­kir­chen, denn hier ließ man kei­ne Schwä­che­pha­sen zu und konn­te über die gesam­te Spiel­dau­er an die Leis­tungs­gren­ze gehen. Bei­de Spie­le zeig­ten eini­ge Par­al­le­len auf. Hier lie­ßen die Ursu­li­nen von Beginn an nichts anbren­nen, zeig­ten sich tak­tisch dis­zi­pli­niert, glänz­ten durch Lauf­be­reit­schaft, Zwei­kampf­stär­ke und ein dis­zi­pli­nier­tes Auf­tre­ten, konn­ten sogar immer wie­der Nadel­sti­che set­zen und brach­ten die haus­ho­hen Favo­ri­ten schier zur Ver­zweif­lung. In bei­den Spie­len sah es nach einem mehr als ver­dien­ten Unent­schie­den aus, als man doch noch mit dem Schluss­pfiff jeweils den bit­te­ren und unver­dien­ten Gegen­tref­fer hin­neh­men muss­te. Gegen Lever­ku­sen bekam man sogar unmit­tel­bar vor­her einen Elf­me­ter zuge­spro­chen, der jedoch nicht ver­wan­delt wer­den konn­te und gegen die Gel­sen­kir­che­ner wur­de län­ger als im Vor­feld ange­zeigt gespielt, bis man schließ­lich doch noch den bit­te­ren Gegen­tref­fer hin­neh­men muss­te. Wenn man also das gesam­te Tur­nier Revue pas­sie­ren lässt, dann wären vier bis sechs Punk­te abso­lut rea­lis­tisch und ver­dient gewe­sen und die­se hät­ten sogar zum drit­ten Platz gereicht.

Dane­ben gab es noch genü­gend ande­re Bei­spie­le, die zei­gen, dass man sich als ver­meint­lich klei­ne Mann­schaft und abso­lu­ter Außen­sei­ter auch noch mit ande­ren Wid­rig­kei­ten aus­ein­an­der­set­zen muss. Soll­ten die Spie­le eigent­lich immer pünkt­lich ange­pfif­fen wer­den, so galt die­ses schein­bar nur für die Atten­dor­ner, da den ande­ren Mann­schaf­ten stets eine aus­rei­chen­de Auf­wärm­pha­se gewährt wur­de. Da fast alle Mann­schaf­ten in einem roten Tri­kotsatz auf­lie­fen, muss­te eine Mann­schaft immer Leib­chen anzie­hen. Bei 28°C und teil­wei­se zwei direkt hin­ter­ein­an­der statt­fin­den­den Spie­len sicher kein Ver­gnü­gen, in drei Spie­len wur­den natür­lich die Atten­dor­ner dafür aus­ge­wählt.

Nun denn, wir las­sen das ein­fach mal unkom­men­tiert ste­hen.

Ins­ge­samt

„Ins­ge­samt emp­fin­de ich nur Stolz und bedan­ke mich bei den Jungs, dass ich sie auf die­ser wun­der­vol­len und ein­ma­li­gen Rei­se beglei­ten durf­te. Die Mann­schaft hat gezeigt, was man durch mann­schaft­li­che Geschlos­sen­heit alles errei­chen kann und dass man auch gegen ver­meint­lich über­mäch­ti­ge Geg­ner mit­hal­ten kann. Lei­der haben sie sich in Duis­burg gera­de gegen die Mann­schaf­ten aus Lever­ku­sen und Gel­sen­kir­chen im Lan­des­fi­na­le nicht belohnt, obwohl sie das mehr als nur ver­dient gehabt hät­ten. Den­noch haben sie den Kreis Olpe und das St.-Ursula-Gymnasium mehr als wür­dig ver­tre­ten! Einen beson­de­ren Dank möch­te ich auch noch unse­rem För­der­ver­ein und der Volks­bank Sau­er­land aus­spre­chen, die mit ihren Spen­den dafür gesorgt haben, dass wir wäh­rend des Tur­niers aus­rei­chend ver­sorgt, auf der Heim­fahrt noch zu einem gemein­sa­men Mann­schafts­es­sen in einen Duis­bur­ger Döner­tem­pel ein­keh­ren sowie als ein­zi­ge Mann­schaft vor Ort mit einem ein­heit­li­chen Reprä­sen­ta­ti­ons­an­zug glän­zen konn­ten!“

Mar­co König (Sport­leh­rer)

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