Freitag, 04. April 2025

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Run­der Tisch im Heli­os Kli­ni­kum Atten­dorn

Wie steht es um die Herz­ge­sund­heit im süd­li­chen Sau­er­land? Was brin­gen über­re­gio­na­le Kran­ken­haus­ko­ope­ra­tio­nen für Pati­en­ten? Das kar­dio­lo­gi­sche Früh­jahrs­sym­po­si­um in Atten­dorn stand ganz im Zei­chen des Dia­logs zwi­schen Kran­ken­haus und nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten.

Koro­na­re Herz­er­kran­kun­gen (KHK) sind deutsch­land­weit die häu­figs­te Todes­ur­sa­che. Mit dem Begriff bezeich­nen Exper­ten Ver­en­gun­gen der Herz­kranz­ge­fä­ße, die den Herz­mus­kel durch­blu­ten. So sind allei­ne im Kreis Olpe schät­zungs­wei­se zwi­schen acht und neun Pro­zent der Bevöl­ke­rung von KHK betrof­fen.

Auch die­se Ent­wick­lung war für die Heli­os Kli­nik Atten­dorn mit­aus­schlag­ge­bend, erst­ma­lig in der ver­gan­ge­nen Woche das kar­dio­lo­gi­sche Früh­jahrs­sym­po­si­um aus­zu­rich­ten. Chef­arzt Prof. Dr. Atil­la Yil­maz stell­te den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern aktu­el­le Fäl­le aus der kli­ni­schen Pra­xis vor – dar­in inbe­grif­fen auch das hoch­mo­der­ne Herz­ka­the­ter­la­bor, in dem Kar­dio­lo­gen das Organ und die umlie­gen­den Gefä­ße in Echt­zeit visua­li­sie­ren und Ein­grif­fe scho­nend durch­füh­ren kön­nen. „Unser Herz­ka­the­ter­la­bor ist ent­schei­dend für eine genaue und schnel­le Dia­gno­se und Behand­lung von Herz­krank­hei­ten. Es spielt für uns in Atten­dorn eine zen­tra­le Rol­le für die hoch­wer­ti­ge, kar­dio­vas­ku­lä­re Ver­sor­gung der Men­schen in der Regi­on und unse­rer gemein­sa­men Pati­en­ten“, berich­te­te Yil­maz.

Renom­mier­te Herz­ex­per­ten aus Sieg­burg zu Gast

Trotz der vie­len Mög­lich­kei­ten, die schon vor Ort bestün­den, gebe es jedoch auch Pati­en­ten, die eine noch inten­si­ve­re Behand­lung benö­tig­ten. Dabei han­de­le es sich bei­spiels­wei­se um hoch­kom­ple­xe Koro­nar­ein­grif­fe mit Herz­un­ter­stüt­zung. Ein bewähr­ter Part­ner ist dabei das Herz­zen­trum am Heli­os Kli­ni­kum Sieg­burg.

Mit Prof. Dr. Mir­ko Doss und Prof. Dr. René Andrié stell­ten gleich zwei Chef­ärz­te des dor­ti­gen Kran­ken­hau­ses die neus­ten Ent­wick­lun­gen in der Herz­me­di­zin vor. Sie berich­te­ten von ihren Erfah­run­gen bei der mini­mal­in­va­si­ven Herz­klap­pen­chir­ur­gie und der Behand­lung von Vor­hof­flim­mern mit­tels der Pul­mo­n­al­ve­nen-Iso­la­ti­on – ein inno­va­ti­ves Ver­fah­ren, das bei vie­len Pati­en­ten zu signi­fi­kan­ten Ver­bes­se­run­gen der Sym­pto­me und der Lebens­qua­li­tät füh­ren.

„Wir möch­ten, dass auch Herz­er­krank­te aus unse­rer Regi­on von der engen fach­li­chen Zusam­men­ar­beit pro­fi­tie­ren und emp­feh­len unse­ren Pati­en­ten, ihre Behand­lung dort fort­zu­set­zen, wenn wir als klei­ne­res Kran­ken­haus ans Ende unse­rer Mög­lich­kei­ten gekom­men sind“, so Yil­maz. Die Nach­be­hand­lung von Ein­grif­fen erfol­ge dann in enger Abstim­mung mit den Sieg­bur­ger Ope­ra­teu­ren wie­der vor Ort in Atten­dorn.

Schlag­an­fall-Vor­beu­gung bei Herz-Ope­ra­tio­nen

Aber auch in Atten­dorn selbst hal­ten moderns­te kar­dio­lo­gi­sche Ver­fah­ren Ein­zug. Eine noch rela­tiv neue Metho­de ist der LAA-Occluder, mit dem Pati­en­ten mit Vor­hof­flim­mern vor Schlag­an­fäl­len geschützt wer­den kön­nen, wenn eine ora­le Anti­ko­agu­la­ti­on nicht mög­lich ist. Bei der ora­len Anti­ko­agu­la­ti­on han­delt es sich um eine Behand­lungs­me­tho­de, die die Blut­ge­rin­nung hemmt und somit das Risi­ko von Blut­ge­rinn­seln ver­rin­gert. Dies ist beson­ders wich­tig bei Pati­en­ten mit bestimm­ten Herz­er­kran­kun­gen. Der Ein­satz eines LAA-Occluders ist daher sinn­voll bei Vor­hof­flim­mern und einem erhöh­ten Risi­ko für Schlag­an­fäl­le oder wenn der Ein­satz von Blut­ver­dün­nern nicht geeig­net ist bezie­hungs­wei­se Neben­wir­kun­gen ver­ur­sacht.

Fareed Had­dad, lei­ten­der Ober­arzt der Kli­nik für Kar­dio­lo­gie, Angio­lo­gie und Inten­siv­me­di­zin an der Heli­os Kli­nik Atten­dorn, stell­te anschau­lich die inno­va­ti­ve Metho­de vor, die sei­ne Kol­le­gen und er seit Kur­zem anwen­den.

Dr. Hans-Peter Hun­feld, All­ge­mein­me­di­zi­ner aus Atten­dorn und Besu­cher der Ver­an­stal­tung, zog ein posi­ti­ves Fazit des Abends: „Eine rund­um gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung mit fach­lich kom­pe­ten­ten Refe­ren­ten und Vor­trä­gen, die uns Ein­bli­cke in die moder­ne Herz­chir­ur­gie und Herz­the­ra­pie gaben.“

Ähn­lich sieht es Prof. Yil­maz, der Orga­ni­sa­tor der Ver­an­stal­tung: „Die vie­len posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen sind ein Ansporn, das kar­dio­lo­gi­sches Früh­jahrs­sym­po­si­um nächs­tes Jahr wie­der im April aus­zu­rich­ten. Damit kön­nen wir den Aus­tausch mit den nie­der­ge­las­se­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen als fes­ten Ter­min in Atten­dorn eta­blie­ren und Behand­lungs­pfa­de gemein­sam opti­mie­ren.“  

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