Donnerstag, 03. April 2025

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Kon­zer­tier­te Akti­on zum „Tag der Woh­nungs­lo­sen“

Heu­te ist der „Tag der Woh­nungs­lo­sen“. Anlass genug, den im Kreis Olpe von Obdach­lo­sig­keit betrof­fe­nen Men­schen eine mate­ri­el­le und zugleich ideel­le Auf­merk­sam­keit zukom­men zu las­sen.

Auf Initia­ti­ve vom Fach­dienst Päd­ago­gi­sche Jugendhilfen/Soziale Diens­te des Krei­ses Olpe sind im Berufs­kol­leg Olpe ins­ge­samt 100 Papier­tü­ten mit beleg­ten Bröt­chen, Geträn­ken sowie eini­gen süßen Lecke­rei­en befüllt wor­den. Die­se Tüten brach­ten Brit­ta Schu­rig vom vor­ge­nann­ten Fach­dienst des Krei­ses Olpe sowie Lena Dawi­dow­ski und Andre­as Heu­kel­bach vom Katho­li­schen Jugend­werk För­der­band Olpe sodann in die Unter­künf­te für obdach­lo­se Men­schen der sie­ben kreis­an­ge­hö­ri­gen Städ­te und Gemein­den.

Zuvor enga­gier­ten sich 19 Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Berufs­fach­schu­le Sozi­al­as­sis­tenz am Berufs­kol­leg des Krei­ses Olpe (BKO), um die net­te Gabe zu ermög­li­chen. Denn sie schmier­ten und beleg­ten die Bröt­chen und pack­ten die­se zusam­men mit den Geträn­ken und Süßig­kei­ten in die Tüten.

„Gute Schü­ler, gute Arbeit“, lob­ten die Leh­re­rin­nen Kat­ja Klei­kamp und Karin Stein die Leis­tung ihrer Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Und auch BKO-Lei­te­rin Ina Suchard und Abtei­lungs­lei­te­rin Ste­pha­nie Alff lob­ten das Enga­ge­ment der jun­gen Men­schen für eben jene, die nicht auf der Son­nen­sei­te des Lebens ste­hen. „Wir haben das sehr ger­ne gemacht“, so Ste­pha­nie Alff. Zumal hier eine Ver­zah­nung von Theo­rie und Pra­xis statt­ge­fun­den habe. 

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Zum Hin­ter­grund und der Initia­ti­ve „End­lich ein Zuhau­se“:

Obdach­lo­sig­keit wird nach Hun­ger oft als die schlimms­te Form von Armut beschrie­ben. Schutz und Gebor­gen­heit gehen ver­lo­ren, Per­spek­tiv­lo­sig­keit und Angst nis­ten sich ins Leben. Die Bekämp­fung der Obdach- und der Woh­nungs­lo­sig­keit ist ent­spre­chend des Ord­nungs­recht Auf­ga­be der Kom­mu­nen. Doch vie­le Städ­te und Gemein­den ste­hen vor wach­sen­den Pro­ble­men bei der Bekämp­fung von Woh­nungs­lo­sig­keit – auch im Kreis Olpe. Hier ist die Zahl der woh­nungs­lo­sen Men­schen in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit gestie­gen, der­zeit sind 80 Men­schen bekannt, die als Woh­nungs­lo­se in kom­mu­na­len Unter­künf­ten das viel­zi­tier­te Dach über dem Kopf erhal­ten.

Der Kreis Olpe betei­ligt sich zusam­men mit ande­ren Ein­rich­tun­gen an der Initia­ti­ve „End­lich ein Zuhau­se“. Die­se hat Karl-Josef Lau­mann, Minis­ter für Arbeit, Gesund­heit und Sozia­les des Lan­des NRW, in Abspra­che mit ver­schie­de­nen Akteu­ren ins Leben geru­fen.

„Dank die­ses Pro­gramms sind die per­so­nel­len Res­sour­cen in der Bekämp­fung von Obdach­lo­sig­keit auf­ge­stockt wor­den“, freut sich Brit­ta Schu­rig vom Fach­dienst Päd­ago­gi­sche Jugendhilfen/Soziale Diens­te des Krei­ses Olpe. Denn Dank der zusätz­li­chen Mit­tel kann sie zusam­men mit der Gesell­schaft Alter­na­ti­ve Lebens­räu­me für Frau­en (ALF) in Gre­ven­brück sowie dem Katho­li­schen Jugend­werk För­der­band Olpe die Woh­nungs­lo­sen­hil­fe gemein­sam ange­hen. Durch die ver­schie­de­nen ori­gi­nä­ren Aus­rich­tun­gen ent­ste­hen Syn­er­gie­ef­fek­te, die den von Woh­nungs­lo­sig­keit betrof­fe­nen und bedroh­ten Men­schen zugu­te­kom­men sol­len.  

Was steht ganz oben auf der Agen­da? „Wir suchen hän­de­rin­gend poten­ti­el­le Ver­mie­ter“, erklärt Brit­ta Schu­rig. Woh­nun­gen jed­we­der Grö­ße für nahe­zu alle Gene­ra­tio­nen sind will­kom­men. Die ohne­hin schwie­ri­ge Situa­ti­on auf dem Woh­nungs­markt hat sich durch glo­ba­le Kri­sen ver­schärft. Oft reicht eine kur­ze Pha­se der Kurz­ar­beit bereits aus, um die finan­zi­el­le Stand­fes­tig­keit eines Haus­halts zu kip­pen. Hin­zu kommt: Vie­le Men­schen kön­nen die hohen Prei­se für Strom und Wär­me nicht mehr schul­tern, auch hier droht vie­len Bür­ge­rin­nen und Bür­gern eine pre­kä­re Lebens­si­tua­ti­on.

„Fast jeder kann in die Gefahr gera­ten, die Woh­nung zu ver­lie­ren“, stellt Andre­as Heu­kel­bach von För­der­band fest. Beson­ders fatal sei die Woh­nungs­lo­sig­keit für jun­ge Men­schen, weil hier­durch die beruf­li­che Bio­gra­phie mas­siv gestört wer­den kön­ne.

Brit­ta Schu­rig appel­liert an die Betrof­fe­nen, dass man sich bereits bei den Hil­fe­stel­len mel­den soll­te, bevor die Woh­nung tat­säch­lich auf­ge­ge­ben wer­den müs­se. Womög­lich kön­ne durch Bera­tung das Schlimms­te ver­mie­den wer­den. So zum Bei­spiel beim Kreis Olpe: Brit­ta Schu­rig, Tel. (02761) 81–260, E‑Mail b.schurig@kreis-olpe.de.

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