Donnerstag, 03. April 2025

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Musik­the­ra­pie ist Spie­len, was man nicht sagen kann

In über zwei Drit­teln der kin­der- und jugend­psych­ia­tri­schen Kli­ni­ken gehört die Musik­the­ra­pie inzwi­schen zum the­ra­peu­ti­schen Ange­bot. In der päd­ia­tri­schen Psy­cho­so­ma­tik ist dies bei knapp der Hälf­te aller Abtei­lun­gen schon der Fall. Was der DRK-Kin­der­kli­nik bei die­sem The­ma ver­stärkt auf­fällt: „Die Vor­tei­le von The­ra­pie­ver­fah­ren, die non­ver­ba­le Ele­men­te oder Kör­per­ar­beit inte­grie­ren, wie es in der Musik­the­ra­pie der Fall ist, sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer mehr auch in der Öffent­lich­keit sicht­bar“, so Sabi­ne Prü­ser, Psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Lei­tung in der Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie, ‑psy­cho­so­ma­tik und –psy­cho­the­ra­pie. „Der Bedarf sol­cher Behand­lungs­an­ge­bo­te nimmt zu, denn Musik­the­ra­pie kann zusam­men mit den ande­ren Metho­den den The­ra­pie­er­folg ein­deu­tig ver­bes­sern.“

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Eine Mischung aus Spiel, Musik und Wort ist es, die den Kin­dern zu Gute kommt (Foto: DRK-Kin­der­kli­nik Sie­gen)


In der DRK-Kin­der­kli­nik kommt die Musik­the­ra­pie sowohl in der Tages­kli­nik als auch auf der Sta­ti­on P1 zum Ein­satz. Dort ist unter ande­rem Julia Drey­er, von Haus aus Leh­re­rin mit einer musik­the­ra­peu­ti­schen Aus­bil­dung, aktiv. In Ein­zel­sit­zun­gen behan­delt sie Kin­der und Jugend­li­che zwi­schen sechs und 18 Jah­ren. „Bei den Jün­ge­ren sind es eher emo­tio­na­le Stö­run­gen oder Schwie­rig­kei­ten im Sozi­al­ver­hal­ten, die wir behan­deln“, weiß Drey­er aus Erfah­rung. „Bei den Älte­ren sind es häu­fig Depres­sio­nen, sozia­le Ängs­te, selbst­ver­let­zen­des Ver­hal­ten oder Anore­xie.“ In Sit­zun­gen von jeweils 45 Minu­ten wer­den die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten indi­vi­du­ell the­ra­peu­tisch behan­delt – jeweils auf die Bedürf­nis­se, Kom­pe­ten­zen und Schwie­rig­kei­ten des Kin­des oder der Jugend­li­chen abge­stimmt.


„Musik schafft eine neue Ebe­ne der Bezie­hung“, so Sabi­ne Prü­ser. „Aber natür­lich kön­nen hier auch Bezie­hungs­er­fah­run­gen nach­ge­holt wer­den.“ Das Zusam­men­wir­ken von Spiel, Musik und Wort ist es, das den Kin­dern zu Gute kommt. „Gleich­zei­tig kön­nen die Kin­der und Jugend­li­chen neue Räu­me ent­de­cken, auch mal laut sein, sich aus­to­ben und dabei ihre Gefüh­le spü­ren. Oder aber sie arbei­ten hart an sich, um neue Wege zu suchen und zu gehen“, ergänzt Julia Drey­er.

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Mit Hil­fe von Musik bezie­hungs­wei­se Instru­men­ten kön-nen Kin­der und Jugend­li­che neue Räu­me ent­de­cken, aber auch mal laut sein und sich aus­to­ben (Foto: DRK-Kin­der­kli­nik Sie­gen)


In der Kin­der­kli­nik ste­hen umfang­rei­che Metho­den zur Ver­fü­gung, die viel­fäl­ti­ge musi­ka­li­sche Inter­ak­tio­nen ermög­li­chen. Die­se rei­chen von Spiel­lie­dern, Rol­len­spie­len mit Instru­men­ten, Sin­gen von „bedeut­sa­men“ Lie­dern, Malen zu Musik, Musik hören und Stil­le erle­ben, Ent­span­nung und Bewe­gung mit Musik bis hin zur gemein­sa­men Impro­vi­sa­ti­on. „In der Behand­lung von Kin­dern steht das Spiel im Mit­tel­punkt. Ob als Spiel im her­kömm­li­chen Sin­ne oder auch das Spiel mit Musik­in­stru­men­ten“, so Julia Drey­er. Musik­the­ra­peu­ti­sches Han­deln kön­ne hier vie­le Ähn­lich­kei­ten zu spiel­the­ra­peu­ti­schen Ansät­zen auf­wei­sen. In der Behand­lung von Jugend­li­chen spielt hin­ge­gen die musi­ka­li­sche Impro­vi­sa­ti­on eine gro­ße Rol­le. Dabei geht es zum Bei­spiel um die Fra­gen, in wel­chen „Sphä­ren“ sich die gemein­sam impro­vi­sie­rend her­ge­stell­te Musik bewegt. „Aktu­el­le Selbst-Zustän­de und frü­he Bin­dungs­er­fah­run­gen haben dort ihren Platz. Die­se Situa­ti­on wird reflek­tiert. Natür­lich ist dabei auch der anschlie­ßen­de Aus­tausch mit den The­ra­peu­ten sehr wich­tig.“

Infor­ma­tio­nen zur DRK-Kin­der­kli­nik Sie­gen gGmbH:

? Die DRK-Kin­der­kli­nik Sie­gen gGmbH ist eine Ein­rich­tung des Deut­schen Roten Kreu­zes.
? „Wir wol­len die Lebens­qua­li­tät für Kin­der und Jugend­li­che ver­bes­sern und sie mit ihren Fami­li­en in medi­zi­ni­scher, sozia­ler und per­sön­li­cher Hin­sicht opti­mal ver­sor­gen.“
? Wir sind eine hoch spe­zia­li­sier­te Fach­kli­nik für Kin­der- und Jugend­me­di­zin, die jähr­lich etwa 5700 Pati­en­ten sta­tio­när und rund 63.000 Pati­en­ten ambu­lant ver­sorgt.
? 158 Bet­ten im sta­tio­nä­ren Bereich, davon 14 Plät­ze in der Tages­kli­nik für Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie.
? Fast 1.000 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter – Ärz­te, Pfle­ge­kräf­te, Psy­cho­lo­gen und The­ra­peu­ten sor­gen für ihre best­mög­li­che medi­zi­ni­sche, pfle­ge­ri­sche und the­ra­peu­ti-sche Ver­sor­gung.
? Inter­dis­zi­pli­na­ri­tät ist eine unse­rer Stär­ken. Denn unse­re Kin­der­kli­nik ist mit ihrem umfang­rei­chen Leis­tungs­spek­trum so breit auf­ge­stellt, dass wir für nahe­zu jedes Krank­heits­bild einen eige­nen Spe­zia­lis­ten im Haus haben. Bei kom­ple­xen Erkran­kun­gen kön­nen wir so jeder­zeit auch fach­be­reichs­über­grei­fen­de Teams bil­den, die unse­re Pati­en­ten mit dem nöti­gen Know-how ganz­heit­lich betreu­en. Für die opti­ma­le Ver­sor­gung eini­ger beson­de­rer Krank­heits­bil­der, wie z.B. Lip­pen-Kie­fer-Gau­men­spal­ten, gibt es an unse­rer Kin­der­kli­nik sogar ein fest ein­ge­rich­te­tes Kom­pe­tenz­zen­trum.
? Zum mul­ti­pro­fes­sio­nel­len Team der DRK-Kin­der­kli­nik Sie­gen gehö­ren Kin­der- und Jugend­ärz­te ver­schie­de­ner Fach­rich­tun­gen, Kin­der­chir­ur­gen und ‑anäs­the­sis­ten, Kin­der- und Jugend­psych­ia­ter, das Pfle­ge­per­so­nal, ein brei­tes Spek­trum an The­ra­peu­ten unter­schied­li­cher Fach­rich­tun­gen, Mit­ar­bei­ter des sozia­len Diens­tes, Seel­sor­ger, Leh­rer und Erzie­her.

Die Lebens­qua­li­tät für Kin­der ver­bes­sern. Das ist unser Auf­trag.

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