Freitag, 04. April 2025

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Das Impf­zen­trum des Krei­ses Olpe schließt sei­ne Pfor­ten

Das Impf­zen­trum des Krei­ses Olpe in Atten­dorn ist nun Geschich­te. Land­rat Theo Mel­cher erklär­te die Ein­rich­tung am Frei­tag um Punkt 18 Uhr für „offi­zi­ell geschlos­sen“. In den zwei Stun­den zuvor erhiel­ten hier Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zum letz­ten Mal eine Imp­fung gegen das Coro­na-Virus.

„Das Impf­zen­trum ist von her­aus­ra­gen­der, beson­de­rer Bedeu­tung. Was hier geleis­tet wor­den ist, beein­druckt mich nach wie vor“, erklär­te Land­rat Mel­cher im Rah­men einer klei­nen Zusam­men­kunft anläss­lich der Schlie­ßung. „Ich bedan­ke mich per­sön­lich und namens des Krei­ses Olpe für die wert­vol­le Arbeit im Kampf gegen die Pan­de­mie.“

Ein Lob rich­te­te Theo Mel­cher ein­her­ge­hend an die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die mit der lan­des­weit höchs­ten Impf­be­reit­schaft dazu bei­getra­gen hät­ten, den Kampf gegen die Pan­de­mie vor­an­zu­trei­ben.  Der Land­rat: „Denn Coro­na darf nicht unser Leben beherr­schen, wir müs­sen Coro­na beherr­schen.“

In den ver­gan­ge­nen Wochen nutz­ten immer weni­ger Men­schen das Impf­an­ge­bot in Atten­dorn. Zuletzt waren es wöchent­lich ledig­lich knapp über zehn Per­so­nen, am letz­ten Öff­nungs­tag zwölf. „Ange­sichts die­ser deut­lich sin­ken­den Impf­zah­len ist der Auf­wand für den Betrieb des Impf­zen­trums nicht mehr ver­tret­bar“, so Micha­el Fär­ber, Lei­ter der Koor­di­nie­ren­den Covid-Impf­ein­heit des Krei­ses Olpe.

Etwa zwei Jah­re, nach­dem die ers­te Coro­na-Imp­fung im Kreis Olpe am 27. Dezem­ber 2020 vom Team des Impf­zen­trums (in der Senio­ren­ein­rich­tung „Haus Eli­sa­beth“ in Rothe­müh­le) ver­ab­reicht wor­den ist, wird das Imp­fen gegen Covid-19 also nun voll­ends in die Ver­ant­wor­tung der nie­der­ge­las­se­nen Ärz­tin­nen und Ärz­te sowie der Apo­the­ker­schaft über­tra­gen.

Das Impf­ge­sche­hen im Kreis Olpe kann als Erfolgs­ge­schich­te ange­se­hen wer­den. Vom Start bis zum letz­ten Öff­nungs­tag des Impf­zen­trums weist der Kreis Olpe die höchs­te Impf­quo­te in NRW auf. Bis zum Stich­tag 16. Dezem­ber 2022 haben:

  • 123.511 (92,7 Pro­zent) Bür­ge­rin­nen und Bür­ger eine Grund­im­mu­ni­sie­rung,
  • 100.257 Men­schen (75,2 Pro­zent) die ers­te Auf­fri­schungs­imp­fung („Boos­ter“),
  •   23.885 Per­so­nen (17,9 Pro­zent) die zwei­te Auf­fri­schungs­imp­fung (4. Imp­fung) erhal­ten.

Ins­ge­samt also wur­den 247.653 Imp­fun­gen im Kreis Olpe ver­ab­reicht.

Die­se Zah­len sind ein Ver­dienst der Prot­ago­nis­ten im Impf­zen­trum. Dies­be­züg­lich lob­te Land­rat Theo Mel­cher ins­be­son­de­re

  • Andre­as Spren­ger, der als Lei­ter der Koor­di­nie­ren­den Covid-Impf­ein­heit (KoCI) des Krei­ses Olpe das Impf­zen­trum von Sei­ten der Kreis­ver­wal­tung maß­geb­lich auf­bau­te und bis zu sei­nem Ein­tritt in den Ruhe­stand am 31. Juli 2022 lei­te­te,
  • Micha­el Fär­ber, Fach­be­reichs­lei­ter Jugend, Gesund­heit und Sozia­les beim Kreis Olpe und seit 1. August 2022 KoCI-Lei­ter,
  • Ste­fan Spie­ren, ärzt­li­cher Lei­ter des Impf­zen­trums, sowie das gesam­te Ärz­te-Team,
  • Dr. Tors­ten Hundt, Amts­apo­the­ker des Krei­ses Olpe,
  • das DRK-Team um Tors­ten Till­mann, haupt­amt­li­cher Vor­stand des DRK-Kreis­ver­bands, sowie Nadi­ne Wit­tich, DRK-Per­so­nal­lei­te­rin für das Impf­zen­trum,
  • das THW,
  • die Frei­wil­li­ge Feu­er­wehr der Stadt Atten­dorn
  • sowie wei­te­re Mit­ar­bei­ter aus der Kreis­ver­wal­tung Olpe.

Her­aus­ra­gend, so Ste­fan Spie­ren, sei über­dies die Koope­ra­ti­on mit den nie­der­ge­las­se­nen Ärz­tin­nen und Ärz­ten sowie der Apo­the­ker­schaft gewe­sen, die ihrer­seits gro­ße Ver­diens­te an der hohen Impf­quo­te hät­ten. Spie­ren: „Bei all den vie­len Auf­ga­ben, die im Rah­men des Imp­fens auf uns zu kamen, ist der wich­tigs­te Punkt die her­vor­ra­gen­de Zusam­men­ar­beit aller Betei­lig­ten. Ver­trau­en, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Fle­xi­bi­li­tät sowie Offen­heit für neue Wege und Aktio­nen. Bes­ser geht es nicht – auch in schwie­ri­gen Zei­ten.“ 

Die Stadt Atten­dorn als Inha­be­rin der Immo­bi­lie im Indus­trie­ge­biet Ennest möch­te das nun ehe­ma­li­ge Impf­zen­trum künf­tig für städ­ti­sche Zwe­cke nut­zen. Das Inven­tar des Impf­zen­trums wird abge­baut und beim DRK-Kreis­ver­band für den Kata­stro­phen­schutz ein­ge­la­gert.

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Rück­blick auf beein­dru­cken­de Fak­ten:

Die ers­te Sprit­ze im Impf­zen­trum wird am 8. Febru­ar 2021 gesetzt. Die Nach­fra­ge ist enorm: Mit­te Febru­ar wer­den die Öff­nungs­zei­ten sogar auf 8 bis 20 Uhr an allen sie­ben Wochen­ta­gen erwei­tert.

Anfang April rich­tet der Kreis Olpe sogar vier Shut­tle­bus­se ein, die von Atten­dorn aus im Vier­tel­stun­den­takt das Impf­zen­trum anfah­ren.

An Him­mel­fahrt, 13. Mai 2021, wird im Zen­trum die 50.000. Imp­fung ver­ab­reicht. Inzwi­schen sind auch die Arzt­pra­xen in die Impf­kam­pa­gne ein­ge­stie­gen. Am 20. Mai kann die KVWL (Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung West­fa­len-Lip­pe) mel­den: Die Hälf­te der Men­schen im Kreis Olpe hat die ers­te Immu­ni­sie­rung erhal­ten. Ein wei­te­rer Mei­len­stein ist Anfang Juli erreicht: Zwei Drit­tel der Bevöl­ke­rung im Kreis Olpe sind erst‑, mehr als die Hälf­te dop­pelt geimpft.

Der Som­mer 2021 ist die Zeit der Son­der­ak­tio­nen: ob Impf-Lounge mit DJ und alko­hol­frei­en Geträn­ken, Imp­fen beim Früh­schop­pen­kon­zert, im Big­ge­see-Express oder Imp­fen mit Gut­schein für Brat­wurst, Bur­ger oder Atta­höh­le – die Ver­ant­wort­li­chen las­sen sich Beson­de­res ein­fal­len, um mög­lichst vie­le Ziel­grup­pen zu errei­chen.

Nun steu­ert das Impf-Mobil regel­mä­ßig alle Städ­te und Gemein­den an,erste Sta­ti­on ist am 14. Juli 2021 Altenkle­us­heim.

Im Sep­tem­ber 2021 wähnt man sich auf der Ziel­ge­ra­den, denn zum Ende des Monats sol­len alle Impf­zen­tren schlie­ßen. Pas­send dazu mel­det die KVWL am 1. Okto­ber: Knapp 90 Pro­zent der Men­schen im Kreis Olpe sind erst‑, über 86 Pro­zent dop­pelt immu­ni­siert. Ins­ge­samt wur­den im Kreis Olpe bis zum 30. Sep­tem­ber 2021 im Impf­zen­trum, bei mobi­len Ter­mi­nen, in Arzt­pra­xen und Kran­ken­häu­sern 211.455 Impf­do­sen ver­ab­reicht (davon 107.684 Erst- und 103.771 Fol­ge­imp­fun­gen).

Doch im Spät­herbst bür­gert sich ein neu­er Begriff ein: Boos­ter. Die Auf­fri­schungs­imp­fung sorgt dafür, dass die Nach­fra­ge wie­der stark ansteigt. Zur Unter­stüt­zung der Arzt­pra­xen ermög­licht das Land NRW des­halb die Wie­der­eröff­nung der Impf­zen­tren. Am 21. Novem­ber 2021 gehen die Türen in Atten­dorn wie­der auf.

Im Jah­res­ver­lauf 2022 wer­den immer weni­ger Impf­ter­mi­ne in Atten­dorn gebucht, die Öff­nungs­zei­ten des Impf­zen­trums wer­den immer wei­ter redu­ziert – auf zuletzt zwei Stun­den in der Woche. Zuletzt wur­den dabei ledig­lich knapp über zehn Imp­fun­gen gegen das Coro­na-Virus vor­ge­nom­men.

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