Freitag, 04. April 2025

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Lan­des­re­gie­rung ver­schläft Impf­kam­pa­gne im Kreis Olpe

Wie aus einer Ant­wort der Lan­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der SPD-Frak­ti­on im Land­tag NRW her­vor­geht, müss­ten in Nord­rhein-West­fa­len rund sechs bis acht Mil­lio­nen Men­schen mit einem ange­pass­ten Omi­kron-Impf­stoff geimpft wer­den. „Dies wird in unse­ren Kom­mu­nen durch das man­geln­de Enga­ge­ment der NRW­Lan­des­re­gie­rung aktu­ell aber nur sehr schlecht erreicht“, kri­ti­siert SPD Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Chris­tin-Marie Stamm.


Um die Impf­ka­pa­zi­tä­ten in den Arzt­pra­xen und Apo­the­ken sowie bei den betriebs­ärzt­li­chen Ange­bo­ten zu unter­stüt­zen, sind die Kom­mu­nen von der Lan­des­re­gie­rung beauf­tragt wor­den, eige­ne Vor­hal­te­struk­tu­ren für die Imp­fung ein­zu­pla­nen. Dadurch soll pro Woche rund ein Drit­tel der gesam­ten Imp­fun­gen vor Ort mobi­li­siert wer­den. Die­ses kom­mu­na­le Ange­bot soll sich vor allem an Per­so­nen rich­ten, die mit den regu­lä­ren Impf­an­ge­bo­ten nur schlecht zu errei­chen sind.


Im Kreis Olpe müss­ten dadurch aktu­ell eigent­lich 1.880 Imp­fun­gen pro Woche als kom­mu­na­les Ange­bot zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. „Tat­säch­lich kön­nen hier aber nur rund 671 Dosen pro Woche maxi­mal ver­impft wer­den, weil die Lan­des­re­gie­rung die Kom­mu­nen bei der Bereit­stel­lung der Struk­tu­ren in kei­ner Wei­ser unter­stützt“, so Stamm. „Lei­der wer­den die Kom­mu­nen und auch die Haus­ärz­te bei der Bestel­lung und Ver­tei­lung des Impf­stof­fes von der Lan­des­re­gie­rung völ­lig allein gelas­sen. Die Herbst­wel­le baut sich immer wei­ter auf, aber NRW-Gesund­heits­mi­nis­ter Lau­mann zeigt kei­ner­lei Initia­ti­ve, um die Impf­be­reit­schaft vor Ort zu erhö­hen und die benö­tig­ten Struk­tu­ren dafür zu akti­vie­ren.“ Von einer regio­na­len Impf­kam­pa­gne durch die Lan­des­re­gie­rung kann lei­der kei­ne Rede sein.


„Gesund­heits­mi­nis­ter Lau­mann und sein Minis­te­ri­um müs­sen end­lich auf die ver­schärf­te Lage reagie­ren und für eine Impf­kam­pa­gne selbst den Tur­bo-Boos­ter anwer­fen“, for­dert Chris­tin-Marie Stamm. „Schließ­lich hat Minis­ter Lau­mann die Imp­fung als ent­schei­dend für die­sen Coro­na-Win­ter bezeich­net.“ Daher müs­se er mehr dafür tun, dass die benö­tig­ten Kapa­zi­tä­ten auch wirk­lich geschaf­fen wer­den.
Die akti­vier­ten Kapa­zi­tä­ten rei­chen jeden­falls nicht aus. „Wenn CDU-Minis­ter Lau­mann in die­sem Tem­po wei­ter­macht, dann ist der Win­ter längst vor­bei und der Minis­ter im Som­mer immer noch nicht fer­tig“, sagt Stamm.


Um schnel­ler vor­an­zu­kom­men, schlägt die hei­mi­sche SPD-Abge­ord­ne­te vor, wie­der viel stär­ker auf auf­su­chen­de Impf­an­ge­bo­te in medi­zi­ni­schen und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen zu set­zen und die­se durch die Lan­des­re­gie­rung zu koor­di­nie­ren. „Mobi­le Teams, die vom Land finan­ziert wer­den und in grö­ße­rer Zahl unter­wegs sind, könn­ten für die Kom­mu­nen eine gro­ße Unter­stüt­zung zur Mobi­li­sie­rung der
Impf­be­reit­schaft sein“, so die Abge­ord­ne­te. Denk­bar sei auch, das Kon­zept der Impf­zen­tren zu reak­ti­vie­ren und in dezen­tra­ler sowie weit­aus schlan­ke­rer Form umzu­set­zen. Auch bei der Impf­kam­pa­gne gel­te für die Lan­des­re­gie­rung: „Weni­ger nach Ber­lin rufen, son­dern ein­fach mal selbst lie­fern.”


Hin­weis:
Die Zah­len in den Ver­wal­tungs­be­zir­ken zu den maxi­ma­len und akti­vier­ten Kapa­zi­tä­ten der Impf­an­ge­bo­te kön­nen Sie der Ant­wort der Lan­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge 471 der SPD-Frak­ti­on im Land­tag NRW (Drs. 18/1253) ent­neh­men: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-1253.pdf

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