Donnerstag, 03. April 2025

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Vor­trä­ge zur Ener­gie­mes­se mit Wegen aus der Kri­se

Auf­rüt­teln­de Wor­te zur Lage des Kli­mas gab es bei der Auf­takt­ver­an­stal­tung zur 7. Ener­gie­mes­se in Atten­dorn. Doch es wur­den auch Mit­tel und Wege vor­ge­stellt, die lokal für Atten­dorn grei­fen kön­nen. Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Pospi­schil ruft zu einer gemein­sa­men Pro­blem­lö­sung auf.

Wir alle kön­nen in zehn Jah­ren mehr Geld im Porte­mon­naie haben und gleich­zei­tig dazu bei­tra­gen, unse­re Lebens­grund­la­gen zu sichern. So lau­te­te das Fazit der gro­ßen Auf­takt­ver­an­stal­tung mit renom­miert beset­zen Vor­trä­gen zum Kli­ma­wan­del und der Vor­stel­lung des Pro­jek­tes „Atten­dorn – Die kli­ma­neu­tra­le Han­se­stadt der Zukunft“ im Rah­men der 7.  Atten­dor­ner Ener­gie­mes­se.

Man hät­te in der voll­be­setz­ten Men­sa der Han­se­schu­le eine Steck­na­del fal­len hören kön­nen, als der Mee­res­bio­lo­ge Dr. Udo Engel­hardt den aktu­el­len Stand der Wis­sen­schaft erläu­ter­te. Denn die Lage sei dra­ma­tisch: Nur wenn wir es schaff­ten, inner­halb einer Deka­de unse­re Produktions‑, Wirt­schafts- und Lebens­wei­se so umzu­stel­len, dass wir kom­plett ohne fos­si­le Ener­gien aus­kom­men, las­se sich der Kli­ma­wan­del auf ein gera­de noch erträg­li­ches Maß begren­zen. Der Kli­ma­fol­gen­for­scher mach­te aber auch deut­lich, dass wir noch eine (letz­te) Chan­ce haben, die­ses Ziel zu errei­chen, wenn wir zusam­men­hal­ten und zügig los­le­gen.

Im zwei­ten Vor­trag mach­te der renom­mier­te Ener­gie­tech­nik-Exper­te Prof. Dr. Vol­ker Qua­sch­ning eine klei­ne Zeit­rei­se durch die Kli­ma­ge­schich­te der Welt und Deutsch­lands. Dabei ver­deut­lich­te er die schon im ers­ten Vor­trag auf­ge­zeig­te dra­ma­ti­sche Aus­gangs­la­ge. Aber im wei­te­ren Ver­lauf gab es eini­ge posi­ti­ve Aha-Momen­te, etwa bei der Erkennt­nis, dass sich die Trans­for­ma­ti­on sogar wirt­schaft­lich rech­net. Vol­ker Qua­sch­ning mach­te klar, wohin die Rei­se geht: „Wir müs­sen zügig die erneu­er­ba­ren Ener­gien aus­bau­en, vor allem die Wind- und Solar­kraft.“ Er rech­ne­te vor, dass es sich lohnt, den Ver­kehr und die Wär­me­ver­sor­gung zügig zu elek­tri­fi­zie­ren. Län­ger abzu­war­ten mache schlicht kei­nen Sinn: „Das Ren­nen ist längst ent­schie­den – zuguns­ten des E‑Autos und der Wär­me­pum­pe.“

Auch eine Lösung für die stark stei­gen­den Strom­rech­nun­gen wur­de prä­sen­tiert. Felix Roden­jo­hann von der Regio­nal­be­ra­tung ansvar2030 wur­de deut­lich. „Aktu­ell geben die Men­schen und Unter­neh­men in Atten­dorn jedes Jahr hun­der­te von Mil­lio­nen Euro für fos­si­le Ener­gien, wie Gas und Öl, aus. Ten­denz: sprung­haft stei­gend.“ Das Geld flie­ße zum aller­größ­ten Teil ins Aus­land ab. „Dabei könn­ten wir es durch die Erzeu­gung erneu­er­ba­rer Ener­gie auch in der Stadt hal­ten, so vor Ort die Wert­schöp­fung erhö­hen, neue Arbeits­plät­ze schaf­fen und vor allem: selbst für siche­re und bezahl­ba­re Ener­gie sor­gen.“

Er warb dafür, alle in der Stadt an einen Tisch zu brin­gen, auch Grup­pen, die sonst eher nicht gemein­sam nach Lösun­gen suchen. Je mehr Men­schen bei einer Atten­dor­ner Ener­gie­ge­mein­schaft mit­ma­chen wür­den, des­to bes­ser für alle. Der Vor­teil an der „gro­ßen Lösung“ sei, dass sie für alle Betei­lig­ten güns­ti­ger wer­de, als wenn jeder selbst sein Glück ver­su­che: „Durch eine gro­ße Sam­mel­be­stel­lung wer­den wir nicht nur eher belie­fert, wir kau­fen auch güns­ti­ger ein. Die Inves­ti­ti­on amor­ti­siert sich dann schon nach weni­gen Jah­ren.“

Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Pospi­schil zeig­te sich beein­druckt von der Reso­nanz und auch vom Durch­hal­te­ver­mö­gen des Publi­kums, das über drei Stun­den kon­zen­triert zuhör­te und sich inter­es­siert und kon­struk­tiv zu Wort mel­de­te. Zum Ende der Fra­ge­run­de rich­te­te der Bür­ger­meis­ter noch einen Wunsch ans Publi­kum: „Las­sen Sie uns gemein­sam die Trans­for­ma­ti­on ange­hen, und reden Sie mit Ihren Nach­barn und Freun­den dar­über, wel­che Chan­ce wir hier gera­de haben. Wenn wir alle zusam­men­hal­ten – dann kann hier in Atten­dorn etwas rich­tig Gro­ßes ent­ste­hen!“

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Auf­rüt­teln­de Wor­te zur Lage des Kli­mas gab es bei der Auf­takt­ver­an­stal­tung zur 7. Ener­gie­mes­se in Atten­dorn. Doch es wur­den auch Mit­tel und Wege vor­ge­stellt, die lokal für Atten­dorn grei­fen kön­nen: (v.l.n.r.) Dr. Udo Engel­hardt, Felix Roden­jo­hann, Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Pospi­schil, Prof. Dr. Vol­ker Qua­sch­ning (Foto: Han­se­stadt Atten­dorn)

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