Donnerstag, 03. April 2025

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Neza­hat Bara­da­ri MdB besucht Nie­ren­zen­trum Lüden­scheid

Die Gesund­heits­zu­hör­tour der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten geht in die nächs­te Run­de. Mit dem Ziel, die Her­aus­for­de­run­gen des Gesund­heits­sek­tors der Regi­on zu erfas­sen, besuch­te Neza­hat Bara­da­ri zuletzt das Nie­ren­zen­trum Lüden­scheid in der Buckes­fel­der Stra­ße.

Mit dem Mot­to „der Mensch im Mit­tel­punkt“ hat­ten die anwe­sen­den Ärz­te und die Abge­ord­ne­te gleich eine Gemein­sam­keit gefun­den. Das gleich­lau­ten­de Mot­to der Dia­ly­se­pra­xis hat­te die Abge­ord­ne­te schon in ihrem Wahl­kampf vor vie­len Jah­ren genutzt. Doch gera­de die­ses Mot­to steht nun auf dem Spiel. Finan­zi­el­le Belas­tun­gen und Fach­kräf­te­man­gel bei Pfle­ge­kräf­ten sor­gen immer häu­fi­ger dazu, dass nephrolo­gi­sche Pra­xen an inter­na­tio­na­le Kon­zer­ne und sog. Pri­va­te Equi­ty-Gesell­schaf­ten ver­kauft wer­den. Die­se Ent­wick­lung beob­ach­ten die Ärz­te mit Sor­ge. „Die indi­vi­du­el­le Betreu­ung der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten durch uns und unse­re Pfle­ge­kräf­te ist der Kern unse­rer Arbeit. Wir müs­sen eine aus­schließ­lich gewinn­ori­en­tier­te medi­zi­ni­sche The­ra­pie ver­hin­dern“, gaben sich Dr. Chris­toph Moh­ler und Dr. Wal­ter Leh­ne kämp­fe­risch. Auch die Abge­ord­ne­te zeig­te sich besorgt, „eine beun­ru­hi­gen­de Vor­stel­lung, dass die Pati­en­ten nur noch an eine Maschi­ne ange­schlos­sen und dann allein gelas­sen wer­den“. Schließ­lich ist sie selbst Ärz­tin und weiß, wie wich­tig der direk­te Kon­takt zu den Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten ist. Erst im gemein­sa­men Gespräch, wenn man sich Zeit für die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten nimmt, kann man Ursa­chen und Krank­heits­fol­gen rich­tig ein­schät­zen sowie Ver­trau­en auf­bau­en. Prä­ven­ti­ve Maß­nah­men kön­nen so bes­ser funk­tio­nie­ren und die Gesund­heit der Men­schen geschützt wer­den.

Eine wei­te­re Her­aus­for­de­rung für die Nephrolo­gie ist der Man­gel an Fach­ärz­tin­nen und ‑ärz­ten für Nephrolo­gie. Um in einer Dia­ly­se­pra­xis zu arbei­ten, muss jemand Inter­nist sein und zusätz­lich über die Wei­ter­bil­dung Nephrolo­gie ver­fü­gen. Die­sen Weg gehen lei­der nicht mehr vie­le, da die wirt­schaft­li­che Belas­tung der ambu­lan­ten Dia­ly­se­zen­tren immer grö­ßer wird, berich­te­te Dr. Olaf Loke der Abge­ord­ne­ten. Mit der Ein­füh­rung der Dia­ly­se­pau­scha­le 2002 und deren Sen­kung wie­der­um in 2013 ist der Beruf des Nephrolo­gen immer weni­ger attrak­tiv für Nach­wuchs aus der Ärz­te­schaft. Die­se Ent­wick­lung ist beson­ders dra­ma­tisch, da die Fach­kräf­te aus den ambu­lan­ten Pra­xen in die Kran­ken­häu­ser abwan­dern, da die­se die Lohn­stei­ge­run­gen an die Kos­ten­trä­ger wei­ter­ge­ben kön­nen. Die Brü­cken­sper­rung wir­ke sich ein­deu­tig auf die Fahrt­zeit der Fach­pfle­ge­kräf­te aus, die aus dem Ruhr­ge­biet kom­men. Noch wäre die Ver­bun­den­heit der Beschäf­tig­ten mit dem Stand­ort Lüden­scheid gege­ben. Auch for­der­ten Moh­ler und Leh­ne, dass Dia­ly­se­zen­tren als kri­ti­sche Infra­struk­tur ein­ge­stuft und unge­hin­der­ten Zugang zu Ener­gie bekom­men müss­ten, denn ohne eine Dia­ly­se über­lebt kein ein­zi­ger Pati­ent.

„Es zie­hen dunk­le Wol­ken am Him­mel des Gesund­heits­sek­tors auch in mei­nem Wahl­kreis auf. Ich wer­de die Her­aus­for­de­run­gen wei­ter sam­meln und gebün­delt in den Gesund­heits­aus­schuss hin­ein­tra­gen“, beteu­er­te die Abge­ord­ne­te Bara­da­ri abschlie­ßend.

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