Samstag, 05. April 2025

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Volks­bank Big­ge ‑Len­ne reagiert auf Vor­wurf der “Preis­trei­be­rei”

Stel­lung­nah­me der Volks­bank Big­ge-Len­ne eG zum Leser­brief des Atten­dor­ner SPD-Vor­stan­des mit der Über­schrift „Volks­bank Atten­dorn heizt Grund­stücks­prei­se an!“:

Wie ant­wor­tet man auf einen Leser­brief, in dem es dem Absen­der offen­sicht­lich nicht um eine sach­li­che Dis­kus­si­on geht, son­dern der ledig­lich das Ziel hat, den ver­meint­li­chen Geg­ner in der Öffent­lich­keit in ein schlech­tes Licht zu rücken?

War­um eine hei­mi­sche Genos­sen­schafts­bank mit jahr­hun­der­te­lan­ger Tra­di­ti­on und tief ver­wur­zel­ten Kun­den­be­zie­hun­gen, die sich in der Ver­gan­gen­heit in viel­fäl­ti­ger Wei­se zum Woh­le der Han­se­stadt Atten­dorn enga­giert hat und die sie nun mit der zügi­gen Ent­wick­lung von Wohn­bau­flä­chen unter­stüt­zen möch­te – und dabei auf­grund der aktu­el­len wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Lage in der Welt nicht uner­heb­lich ins Risi­ko geht – von der Atten­dor­ner SPD der­ar­tig dif­fa­miert wird, ist eben­so irri­tie­rend wie ent­täu­schend. Anstatt eine demo­kra­ti­sche Ent­schei­dung zu akzep­tie­ren, wird der Frust nun am Pro­jekt­ent­wick­ler aus­ge­las­sen.

Popu­lis­ti­sche Vor­wür­fe sind hier­bei schnell erho­ben. Sie zu wider­le­gen benö­tigt mehr Raum, der hier lei­der nicht zur Ver­fü­gung steht. Ein Bei­spiel den­noch: Die Bau­prei­se hat­ten sich bereits in den letz­ten Jah­ren deut­lich erhöht. Seit Aus­bruch des Ukrai­ne-Krie­ges sind sie noch ein­mal um bis zu 30 Pro­zent gestie­gen – in vier Mona­ten. Die­se Ent­wick­lung zeigt, wie sehr die Markt­prei­se von aktu­el­len Ereig­nis­sen beein­flusst sind. Nicht die Bank treibt die Prei­se, son­dern die Zei­ten, in denen wir leben! Bei jedem Besuch an der Tank­stel­le erle­ben wir die­se Ent­wick­lun­gen aktu­ell lei­der haut­nah. Wenn die SPD den Ver­kaufs­preis in Peters­burg den­noch auf einen ver­al­te­ten Boden­richt­wert von 110 Euro deckeln will, blen­det sie die Rea­li­tät offen­sicht­lich aus. So ein­fach lässt sich die Wirk­lich­keit aber nicht igno­rie­ren. Und des­halb wür­de zu die­sen Kon­di­tio­nen in Peters­burg auch nie­mals neu­es Bau­land ent­ste­hen. Ande­rer­seits benö­tigt die Han­se­stadt Atten­dorn aber drin­gend neu­es Bau­land.

Daher ist es gut für die Stadt Atten­dorn, dass die Mehr­heit des Stadt­ra­tes ver­ant­wor­tungs­be­wusst und mit Weit­sicht der Rea­li­sie­rung die­ses Pro­jek­tes zuge­stimmt hat, um mög­lichst zügig wei­te­ren Wohn­raum zu schaf­fen. Eine Erwei­te­rung des Ange­bots wirkt viel eher preis­dämp­fend im Woh­nungs­markt als poli­tisch ver­ord­ne­te Preis­de­cke­lun­gen. Im Übri­gen sei der Hin­weis erlaubt, dass der durch­schnitt­li­che Ver­kaufs­preis in Peters­burg trotz die­ser Ent­wick­lun­gen (nur) auf dem Niveau lie­gen wird, das in Biek­ho­fen bereits vor 8 Jah­ren gezahlt wur­de. Und er liegt deut­lich unter dem Preis­ni­veau in Ennest.

Die Ent­schei­dung für das Pro­jekt wur­de im Übri­gen auch nicht mit Lob­by­is­mus her­bei­ge­führt, son­dern mit einem über­zeu­gen­den Erschlie­ßungs- und Ver­mark­tungs­kon­zept. Die­ses sieht u.a. kos­ten­op­ti­mier­te Grund­stücks­grö­ßen vor, um weni­ger Kapi­tal des Bau­herrn zu bin­den. Zudem wer­den 40 Pro­zent der Grund­stü­cke zu Son­der­kon­di­tio­nen an einen bevor­rech­tig­ten Per­so­nen­kreis ver­ge­ben, der von der Atten­dor­ner Poli­tik bestimmt wird. Natür­lich müs­sen dafür ande­re Grund­stü­cke etwas teu­rer ver­kauft wer­den, um die Her­stel­lungs­kos­ten ins­ge­samt decken zu kön­nen. Aber genau die­ser Mix ent­spricht unse­ren genos­sen­schaft­li­chen Wer­ten, die Fried­rich Wil­helm Raiff­ei­sen bereits im 19. Jahr­hun­dert for­mu­liert hat: „Was dem Ein­zel­nen nicht mög­lich ist, das ver­mö­gen vie­le.“ Sol­che moder­nen, inno­va­ti­ven und krea­ti­ven For­men sozia­ler Kom­po­nen­ten sind die wirk­sa­men Ant­wor­ten auf die heu­ti­gen Mark­t­her­aus­for­de­run­gen. Ganz im Sin­ne der Han­se­stadt Atten­dorn und aller Bür­ger sind wir wei­ter­hin zu einem kon­struk­ti­ven Dia­log bereit.

Micha­el Grie­se, Vor­stands­mit­glied der Volks­bank Big­ge-Len­ne eG

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