Samstag, 05. April 2025

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Wal­ter Kauf­mann – Welch ein Leben!

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Wal­ter Kauf­mann in den 70ern (Foto: gelie­fert Han­se­stadt Atten­dorn)

Kino­do­ku­men­tar­film von Karin Kaper und Dirk Szus­zi­es

In ehren­dem Geden­ken an Wal­ter Kauf­mann,
der am 15.4.2021 im Alter von 97 Jah­ren in Ber­lin gestor­ben ist

Welt­pre­mie­re Jüdi­sches Film­fes­ti­val Ber­lin Bran­den­burg August 2021
Doku­men­tar­film­wett­be­werb Film­kunst­fest Schwe­rin Sep­tem­ber 2021
Öffent­li­che Prä­sen­ta­ti­on Leip­zi­ger Film­kunst­mes­se Sep­tem­ber 2021
Bun­des­wei­ter Kino­start am 30.9.2021

Son­der­vor­füh­rung in Atten­dorn im JAC am 22.5.22 um 18 Uhr

In Anwe­sen­heit des Regis­seurs Dirk Szus­zi­es

Unter der Schirm­herr­schaft und geför­dert
von der Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­ten NRW

Zusätz­li­che Schul­vor­füh­rung im Kino vor­mit­tags
am 23.5.22 mit Regis­seur

Schil­lern­der als jedes Dreh­buch ist das Leben von Wal­ter Kauf­mann

Im Leben des am 15.4.2021 im Alter von 97 Jah­ren in Ber­lin gestor­be­nen Wal­ter Kauf­mann spie­geln sich auf außer­ge­wöhn­lichs­te Wei­se welt­weit bedeu­ten­de Ereig­nis­se, Kata­stro­phen, Erschüt­te­run­gen des letz­ten Jahr­hun­derts, die bis in unse­re Gegen­wart wir­ken.

Wal­ter Kauf­mann blieb bis zu sei­nem Tod uner­müd­lich kämp­fe­risch. Er setzt mit sei­nem Leben ein nach­wir­ken­des Zei­chen gegen jede Form von Rechts­ruck, Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus, die wie­der bedroh­li­che  Aus­ma­ße in unse­rem Land ange­nom­men haben. Der Film ist ein Appell an uns Leben­de, die ele­men­ta­ren Men­schen­rech­te und demo­kra­ti­schen Errun­gen­schaf­ten ent­schlos­sen zu ver­tei­di­gen.

Der Film folgt den wesent­li­chen Lebens­li­ni­en und welt­wei­ten Erfah­run­gen des Prot­ago­nis­ten. Wal­ter Kauf­mann erleb­te als Jude per­sön­lich die kata­stro­pha­len Fol­gen des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Als Schrift­stel­ler und Kor­re­spon­dent nahm er regen Anteil an der Bür­ger­rechts­be­we­gung in den USA, am Pro­zeß gegen Ange­la Davis, an der Revo­lu­ti­on in Kuba, den Aus­wir­kun­gen der Atom­bom­ben­ab­wür­fe in Japan, der unend­li­chen Geschich­te des israe­lisch-paläs­ti­nen­si­schen Kon­flik­tes, der Ent­wick­lung und dem Zusam­men­bruch der DDR. Der Film bie­tet jün­ge­ren und älte­ren Zuschau­ern eine letz­te Gele­gen­heit, die Welt aus der Per­spek­ti­ve die­ses ein­zig­ar­ti­gen Zeit­zeu­gen ver­mit­telt zu bekom­men.

1924 kommt er als Sohn namens Jiz­chak der armen, jun­gen pol­ni­schen Jüdin Rachel Schmeid­ler in Ber­lin zur Welt. 3 Jah­re spä­ter adop­tiert ihn ein wohl­ha­ben­des Duis­bur­ger Ehe­paar. Im Gegen­satz zu sei­nen Adop­tiv­el­tern Johan­na und Sal­ly Kauf­mann konn­te Wal­ter Kauf­mann der Ver­nich­tung durch die Nazis ent­kom­men, ret­te­te sich als Jugend­li­cher mit einem Kin­der­trans­port nach Eng­land. Wur­de dort inter­niert und mit dem berüch­tig­ten Schiff „Dun­e­ra“ von den Eng­län­dern nach Aus­tra­li­en ver­frach­tet, wo er noch fast zwei Jah­re in einem Inter­nie­rungs­la­ger ver­brin­gen muß­te.

Er wur­de aus­tra­li­scher Sol­dat, Hoch­zeits­fo­to­graf, See­mann und spä­ter preis­ge­krön­ter Schrift­stel­ler. Bewußt ent­schied er sich Mit­te der 50iger Jah­re für ein Leben in der DDR. Er behielt sei­nen aus­tra­li­schen Paß, durf­te als Jour­na­list und Schrift­stel­ler aus­rei­sen und ver­ar­bei­te­te die­se Erfah­run­gen in zahl­rei­chen Repor­ta­gen und Büchern, die in der DDR in extrem hohen Auf­la­gen erschie­nen. Von 1985 bis 1993 stand er als Gene­ral­se­kre­tär dem PEN-Zen­trum vor. Hoch­ran­gi­ge Aus­zeich­nun­gen wie der Fon­ta­ne-Preis, der Hein­rich-Mann-Preis sowie der Lite­ra­tur­preis Ruhr wur­den ihm zuge­spro­chen.

Ein wich­ti­ges im Film wie­der­keh­ren­des dra­ma­tur­gi­sches Ele­ment ist die Umset­zung des Brief­wech­sels von Sal­ly und Johan­na Kauf­mann mit ihrem Adop­tiv­sohn Wal­ter. Die­ser erhal­te­ne bewe­gen­de Aus­tausch beginnt mit dem Kin­der­trans­port von Wal­ter Kauf­mann nach Eng­land und endet an dem Tag der Depor­ta­ti­on der Eltern nach The­re­si­en­stadt.

Alle Infos, Trai­ler, Down­loads: www.walterkaufmannfilm.de

FSK: ab 12 Jah­re / Län­ge: 101 Minu­ten / Pro­duk­ti­on und Ver­leih: Karin Kaper Film Ber­lin
Kame­ra: Tobi­as Rahm, Dirk Szus­zi­es und Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus aller Welt
Musik: Bene­dikt Schie­fer
Schnitt: Tobi­as Rahm und Dirk Szus­zi­es
Sounddesign/Tonmischung: Marx Audio Ber­lin

 Pro­jekt­trä­ger: Inter­na­tio­na­les Ausch­witz Komi­tee e.V.

Geför­dert von der Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medi­en auf­grund eines Beschlus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges, 321‑2021: 1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutsch­land e.V., der FFA und der Kurt und Hil­de­gard Löwenstein/Losten Stif­tung

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