Freitag, 04. April 2025

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Groß­übung „Wald­brand“ erfolg­reich ver­lau­fen

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Es war ein spek­ta­ku­lä­res, aber nicht unrea­lis­ti­sches Sze­na­rio: Ein Klein­flug­zeug stürzt ab und löst einen Wald­brand aus, der sich rasch aus­brei­tet und eine Ort­schaft gefähr­det. Rund 500 Ein­satz­kräf­te haben am Sams­tag, 23. April, im Kreis Olpe eine Groß­übung unter die­sen Vor­zei­chen absol­viert. Am Ende stan­den erschöpf­te Hel­fen­de, aber auch viel Lob.

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Foto: Feu­er­wehr

Anders als bei rea­len Ansät­zen war die Übung ange­kün­digt gewe­sen – die Ein­satz­kräf­te wuss­ten also unge­fähr, was auf sie zukom­men wür­de. Eine gro­ße Her­aus­for­de­rung blieb es den­noch. 

Die dra­ma­ti­sche Ent­wick­lung der Lage war zu Beginn nicht abzu­se­hen. Gegen 8 Uhr hat­te – so die Vor­ga­be – ein Bür­ger per Not­ruf einen Wald­brand in der Nähe des Olper Ent­sor­gungs­zen­trums gemel­det. Wie üblich rück­te als ers­tes die ört­lich zustän­di­ge Feu­er­wehr Olpe aus. Doch vor Ort wur­de schnell klar: Das Feu­er brei­tet sich rasant aus, Teck­ling­hau­sen muss geräumt wer­den. Es wer­den wei­te­re Kräf­te benö­tigt. Und zwar vie­le.

Am Ende waren die Feu­er­weh­ren aller sie­ben Kom­mu­nen des Krei­ses im Ein­satz, dazu über­ört­li­che Kräf­te aus Sie­gen-Witt­gen­stein und dem Hoch­sauer­land­kreis, Ehren­amt­li­che des DRK, der Mal­te­ser, der DLRG und des Tech­ni­schen Hilfs­werks, die Poli­zei NRW mit einem Hub­schrau­ber und Kräf­ten der Kreis­po­li­zei­be­hör­de Olpe, der Ret­tungs­dienst und nicht zuletzt zahl­rei­che Land­wir­te und Unter­neh­mer, die mit ihren gro­ßen Was­ser- und Gül­le­fäs­sern den Lösch­was­ser­trans­port unter­stütz­ten.

Neben den Lösch­ar­bei­ten stellt eine sol­che Ein­satz­stel­le unzäh­li­ge wei­te­re Auf­ga­ben: Ver­sor­gung von Ver­letz­ten, Räu­men einer Ort­schaft, Ein­rich­ten von Anlauf­stel­len für die betrof­fe­nen Anwoh­ner, Ver­sor­gung der Ein­satz­kräf­te und Betrof­fe­nen, Unfall­ermitt­lung, Füh­rung, Logis­tik, Ver­kehrs­len­kung, Pres­se­ar­beit und vie­les mehr.   

„Es war eine her­aus­for­dern­de Lage, die den Ein­satz­kräf­ten alles abver­langt hat – sowohl Fach­wis­sen als auch Fle­xi­bi­li­tät und kör­per­li­chen Ein­satz“, beton­te Ein­satz­lei­ter Chris­ti­an Hengs­te­beck von der Feu­er­wehr der Kreis­stadt Olpe. „Die neue Kon­zep­ti­on und die beschaff­te Tech­nik haben sich bewährt – aber nun muss es in Sachen Pra­xis­schu­lun­gen der Ein­satz­kräf­te im Hin­blick auf Wald- und Vege­ta­ti­ons­brand­be­kämp­fung wei­ter­ge­hen.“

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Foto: Feu­er­wehr

Die Übung war so rea­li­täts­nah wie mög­lich ange­legt: Eine eigens ange­fer­tig­te Flug­zeug-Attrap­pe war im Wald plat­ziert, spe­zi­el­le Pyro­tech­nik sorg­te für – unge­fähr­li­chen – Rauch und Feu­er­schein, Dar­stel­len­de spiel­ten die Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner des zu räu­men­den Teck­ling­hau­sen, die nicht alle frei­wil­lig ihre Häu­ser ver­las­sen woll­ten. Dadurch konn­ten die Ein­satz­kräf­te teil­wei­se fast ver­ges­sen, dass es sich um eine Übung han­del­te.

Ein beson­de­res Augen­merk lag auf dem Zusam­men­spiel und der Kom­mu­ni­ka­ti­on der Ein­hei­ten, Orga­ni­sa­tio­nen und Füh­rungs­ebe­nen. „Auch das hat zufrie­den­stel­lend geklappt, wobei es immer Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al zu ent­de­cken gibt – aber auch das ist Sinn einer Übung“, resü­miert Hengs­te­beck.

Beim weit über­wie­gen­den Teil der rund 500 ein­ge­setz­ten Kräf­te han­del­te es sich um Ehren­amt­li­che. Men­schen also, die in ihrer Frei­zeit in der Feu­er­wehr, beim Deut­schen Roten Kreuz, beim Mal­te­ser Hilfs­dienst, bei der Deut­schen Lebens­ret­tungs­ge­sell­schaft oder dem Tech­ni­schen Hilfs­werk aktiv sind.

Eine Leis­tung, die auch Land­rat Theo Mel­cher beim Besuch der Übung aus­gie­big wür­dig­te: „Wir haben her­vor­ra­gen­de Haupt­amt­li­che. Doch die­se allein könn­ten eine sol­che Lage unmög­lich beherr­schen. Dazu braucht es die Unter­stüt­zung vie­ler hun­dert Men­schen, die sich im Kreis Olpe in ihrer Frei­zeit enga­gie­ren. Dafür mei­nen höchs­ten Respekt. Sie alle, Haupt­amt und Ehren­amt gemein­sam, sor­gen dafür, dass wir alle uns in Not­fäl­len auf schnel­le und pro­fes­sio­nel­le Hil­fe ver­las­sen kön­nen. Dank gebührt auch den Land­wir­ten, die beim Lösch­was­ser­trans­port unter­stützt haben, den Wald­be­sit­zern, wel­che die Übung ermög­licht haben und der Huf­na­gel Ser­vice GmbH, die ihr Fir­men­ge­län­de als Bereit­stel­lungs­raum zur Ver­fü­gung gestellt hat.“

Herz­lich dank­te Mel­cher auch dem Team des Amtes für Feu­er­schutz und Gefah­ren­ab­wehr der Kreis­stadt Olpe, dem Fach­dienst Brand- und Bevölkerungsschutz/Rettungsdienst der Kreis­ver­wal­tung sowie der Kreis­po­li­zei­be­hör­de Olpe. Das Team hat­te die Übung knapp ein Jahr lang vor­be­rei­tet.  

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