Dienstag, 10. Februar 2026

Top 5 der Woche

Ähnlich

Pfotenabdrücke, die bleiben

Therapiebegleithund Frieda bereichert den Werkstatt-Alltag in Attendorn

Manchmal braucht es keine großen Worte für eine besondere Aufgabe. Manchmal reicht das leise Trippeln von vier Pfoten, ein offener Blick und ein wedelnder Schwanz: Seit April letzten Jahres ist die Miniature-Australian-Shepherd-Hündin Frieda ein fester Bestandteil der Abteilung Attendorn der Werthmann-Werkstätten.

Gemeinsam mit ihrem Frauchen Kathrin Klein-Kraume, Gruppenleitung im Team Dienstleistung, unterstützt sie als ausgebildeter Therapiebegleithund die Beschäftigten im Arbeitsalltag – und verändert ihn auf stille, aber nachhaltige Weise.

Frieda ist Zuhörerin ohne Worte, Trösterin in schwierigen Momenten und fröhliche Begleiterin im Arbeitsalltag von Menschen mit Behinderung. Ihre zugewandte Art wirkt sich spürbar positiv auf die Atmosphäre aus. „Sie schafft Nähe und Vertrauen und begegnet jedem Menschen offen und wertschätzend. So erreicht sie auch diejenigen, die sich sonst eher zurückziehen“, bestätigt Kathrin Klein-Kraume.  

Förderung durch Nähe, Spiel und Vertrauen

Im Rahmen des wöchentlichen Kursprogrammes erleben die Teilnehmenden die positiven Effekte des tiergestützten Angebotes hautnah. Hier entfaltet Frieda ihre ganz besondere Wirkung: Durch gezielte, spielerische Übungen mit dem Vierbeiner werden unter anderem die Feinmotorik, die kognitive Flexibilität sowie sprachliche und soziale Kompetenzen gefördert. Ohne Druck, ohne Erwartungen – dafür mit ganz viel Freude. Gleichzeitig stärken die gemeinsamen Aktivitäten mit Frieda das Selbstvertrauen und die Konzentration bei den Menschen mit Behinderung.

Die Begeisterung der Teilnehmenden ist dabei deutlich spürbar. Oxana Wrede berichtet, ihr habe besonders das Tastspiel gefallen, „bei dem wir erraten mussten, was in den Säckchen ist, die uns Frieda gegeben hat“. Yvonne Lennig schwärmt von dem Moment, in dem sie Leckerchen für Frieda auf eine Kordel auffädeln durfte – eine Aufgabe, die Geduld erforderte und am Ende mit einem glücklichen Hundeblick belohnt wurde. Auch der direkte Kontakt spielt in der Zusammenarbeit eine große Rolle: Oxana Wrede beschreibt, wie wohltuend es für sie ist, Frieda zu streicheln, „Wenn ich sie anfasse, werde ich ganz ruhig. Sie ist so schön flauschig“.

Ein vierbeiniger Brückenbauer

Frieda ist weit mehr als eine tierische Begleiterin – sie wirkt als echtes Bindeglied zwischen den Menschen. Besonders Personen mit körperlichen, geistigen oder emotionalen Beeinträchtigungen profitieren von ihrer Nähe. In den gemeinsamen Aktivitäten bringt sie Beschäftigte miteinander ins Gespräch, fördert Begegnungen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. So berichtet Yvonne Lennig, dass sie durch das Kursangebot auch viele Beschäftigte aus anderen Bereichen kennengelernt habe, „zu denen bisher kein Kontakt bestand“. Das habe ihr Mut gemacht, auch im Alltag offener auf andere zuzugehen.

Auch abseits der Kurse ist Frieda da. In emotional herausfordernden Situationen einzelner Beschäftigter sorgt ihre Präsenz häufig für Entspannung.

Wenn Frieda leise den Raum betritt, verändert sich die Stimmung spürbar – Anspannung weicht Aufmerksamkeit, Unruhe wird zu Ruhe. „Frieda verteilt gute Laune, wenn ich schlecht drauf bin – und dann geht es mir besser“, erzählt eine Oxana Wrede offen. Es sind die stillen Augenblicke, in denen deutlich wird, wie wertvoll ihre Arbeit ist. „Und Frieda liebt ihre Aufgabe, das spürt man“, bekräftigt Kathrin Klein-Kraume. „Mit jedem wedelnden Schwanz, jeder vorsichtigen Annäherung und jedem neugierigen Blick hinterlässt sie Spuren – nicht nur in unserem Werkstatt-Alltag, sondern vor allem in den Herzen unserer Beschäftigten.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Beiträge