Freitag, 04. April 2025

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Son­nen­brand bei Kin­dern darf nicht unter­schätzt wer­den

dr gebhard buchal
„Der rich­ti­ge Son­nen­schutz ist immens wich­tig. Er ver­mei­det aku­te Son­nen­brän­de und auch chro­ni­sche Haut­schä­den bei Kin­dern“, meint Dr. Geb­hard Buch­al, Chef­arzt Päd­ia­trie in der DRK-Kin­der­kli­nik (Foto: DRK-Kin­der­kli­nik Sie­gen)

Der Som­mer ist in vol­lem Gan­ge. Vie­le Kin­der ver­brin­gen wie­der gan­ze Tage im Frei­en. Die aus­gie­bi­ge Bewe­gung im Frei­en för­dert nicht nur die kind­li­che Ent­wick­lung, son­dern auch die Vit­amin D‑Bildung über die Haut. Da die Kin­der­haut aber nicht schnell genug und aus­rei­chend Pig­men­te pro­du­ziert, soll­te sie nur mög­lichst wenig direk­te Son­nen­be­strah­lung abbe­kom­men. Auch kann die kind­li­che Haut erlit­te­ne UV-Strah­len nur gering repa­rie­ren. „Umso wich­ti­ger ist der rich­ti­ge Son­nen­schutz. Er ver­mei­det aku­te Son­nen­brän­de und auch chro­ni­sche Haut­schä­den wie vor­zei­ti­ge Alte­rung und die Begüns­ti­gung der Ent­ste­hung von Haut­krebs“, meint Dr. Geb­hard Buch­al, Chef­arzt Päd­ia­trie in der DRK-Kin­der­kli­nik in Sie­gen. „Son­nen­schutz der Klei­nen ist geziel­te Pri­mär­prä­ven­ti­on. Schließ­lich erhöht jeder Son­nen­brand im Kin­des­al­ter das Risi­ko von Haut­krebs im Erwach­se­nen­al­ter wesent­lich. Für Kin­der kann ein star­ker Son­nen­brand durch den Flüs­sig­keits­ver­lust sogar lebens­ge­fähr­lich sein.“

Kin­der kön­nen ihren Wär­me­haus­halt noch nicht so regu­lie­ren. Des­halb reagie­ren sie weit­aus emp­find­li­cher auf Son­nen­strah­lung und ‑hit­ze. Sie schwit­zen weni­ger, brau­chen aber im Ver­hält­nis gese­hen mehr Was­ser als ein erwach­se­ner Mensch. „Wenn Kin­der län­ge­re Zeit in der Son­ne sind und spie­len, soll­ten sie unbe­dingt durch kind­ge­rech­te Son­nen­schutz­mit­tel (ab Licht­schutz­fak­tor 30) und ent­spre­chen­de Klei­dung geschützt sein und sich am bes­ten im Schat­ten auf­hal­ten“, meint Geb­hard Buch­al. Und: Für Kin­der unter einem Jahr muss die Son­ne abso­lut tabu sein. Ihre Haut ist beson­ders emp­find­lich, gera­de wenn es um die UV-Strah­lung geht. „Die Haut ist noch sehr dünn, und der UV-Eigen­schutz muss sich in den ers­ten Lebens­jah­ren erst noch ent­wi­ckeln“, so der Chef­arzt. Gleich­zei­tig brau­chen Mäd­chen und Jun­gen aber auch mög­lichst viel Gele­gen­heit, sich im Frei­en aus­zu­to­ben und zu bewe­gen. Sie sind also natur­ge­mäß der UV-Strah­lung beson­ders aus­ge­setzt.

Der ein­zi­ge Son­nen­schutz für Klein­kin­der ein­schließ­lich des Kin­der­gar­ten­al­ters ist es, gut behü­tet und beschirmt die direk­te Son­ne zu mei­den. Lang­är­me­li­ge Baum­woll-Klei­dung bie­tet hier einen guten Schutz. Kopf­be­de­ckun­gen mit Gesichts- und Nacken­schutz soll­ten die Regel sein und zum Son­nen-Out­fit gehö­ren. „Spe­zi­el­le UV-Schutz­klei­dung emp­fiehlt sich für extrem licht­ge­fähr­de­te Kin­der“, rät der Chef­arzt. Gut zu wis­sen: Mehr als 80 Pro­zent der täg­li­chen UV-Strah­lung fal­len zwi­schen 11 und 16 Uhr an. Wer ein­fach die pral­le Mit­tags­son­ne mei­det, ver­min­dert das Risi­ko eines Son­nen­bran­des wesent­lich. „Schul­kin­dern kann man sehr anschau­lich die Schat­ten­re­gel ver­mit­teln: Spiel nicht in der pral­len Son­ne, solan­ge Dein Schat­ten klei­ner ist als Dein Kör­per“, erläu­tert Geb­hard Buch­al.

Ist doch der Fall ein­ge­tre­ten, dass das Kind zu gro­ßer Son­nen­ein­strah­lung aus­ge­setzt war, soll­ten die Eltern ihren Zög­ling zuerst in eine küh­le­re, schat­ti­ge­re Umge­bung brin­gen. Ist der Zustand des Kin­des Besorg­nis erre­gend, muss eine Kin­der­arzt-Pra­xis auf­ge­sucht wer­den. „Quark­wi­ckel, aber auch feuch­te Umschlä­ge mit Joghurt oder Kräu­ter­tee kön­nen bei leich­tem Son­nen­brand hel­fen“, meint Geb­hard Buch­al. „Für Kin­der geeig­ne­te, küh­len­de Lotio­nen, Feuch­tig­keits­cremes und Gels beru­hi­gen die Haut und tra­gen zur Gesun­dung bei.“ Auch dür­fen die gereiz­ten Haut­stel­len kei­ner Rei­bung aus­ge­setzt sein. Ent­spre­chend ist also leich­te Klei­dung oder gar kei­ne ange­sagt. „In kei­nem Fall darf man bei einem star­ken Son­nen­brand die ent­stan­de­nen Bläs­chen öff­nen oder ent­fer­nen“, warnt der Chef­arzt. Hier besteht Ent­zün­dungs­ge­fahr – dar­um muss sich ein Kin­der­arzt küm­mern. „Geben Sie dem Kind genug zu trin­ken, um den Flüs­sig­keits­ver­lust aus­zu­glei­chen. Beru­hi­gen und trös­ten Sie es und geben Schmerz­mit­tel bei Bedarf. Gege­be­nen­falls ist auch eine sta­tio­nä­re Behand­lung mit intra­ve­nö­ser Flüs­sig­keits-Zufuhr oder auch Ver­bren­nungs-Inten­siv­be­hand­lung, wie in der DRK-Kin­der­kli­nik Sie­gen mög­lich, not­wen­dig. Und ganz wich­tig: Das Kind darf erst wie­der in die Son­ne, wenn die Haut kom­plett aus­ge­heilt ist.“

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