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Neue Nutzung für die evangelische Friedenskirche in Petersburg

Was fängt man mit einer nicht benötigten Kirche an, ohne dass es auf Dauer nur etwas kostet? Mit dieser Frage müssen sich die Mitglieder des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Attendorn-Lennestadt seit Beginn des Kirchenjahres 2025/26 beschäftigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde drei ihrer sieben Gottesdienststellen aus finanziellen Gründen schließen müssen: die Friedenskirche in Attendorn-Petersburg, die Gnadenkapelle in Finnentrop und die Emmauskirche in Würdinghausen.

Damit begann auch die Zeit Ideen zu sammeln und auf ihre Durchführung zu prüfen. Für die Friedenskirche wurden so neun Optionen für eine Nutzung zusammen getragen und von Lars Kirchhoff und Michael Schebitz, beide Presbyter aus der Bezirksgemeinde Attendorn, geprüft. Auch wurden bei allen Vorschlägen eventuelle Interessenten angesprochen und in die Diskussion mit einbezogen.

Wie Lars Kirchhoff in einer Gemeindeversammlung am Quasimodogeniti (12.4.) den Anwesenden erläuterte, mussten bis auf zwei Vorschläge alle anderen trotz erheblichen Zeit- und Energieaufwandes bei ihm und Michael Schebitz als undurchführbar zu den Akten gelegt werden, sei mangels Interesses, sei weil es am nötigen Personal fehlen würde und ganz besonders weil die finanziellen Vorstellungen nicht übereinander gebracht werden konnten.

Übrig blieben somit nur zwei Optionen, von denen die eine – Abriss der Kirche und Erschließung von Erbbaugrundstücken – zunächst als wirklich letzte Lösung ganz weit nach hinten verlegt wurde.

Lediglich die Überlegung die Kirche in ihrer jetzigen Gestalt als eine Art Kulturstätte zu nutzen wurde von den beiden Presbytern weiter verfolgt. Dabei wurde ein Konzept erstellt, dem auch das Gesamtpresbyterium im Grundsatz folgen konnte.

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Lars Kirchhoff (links) und Michael Schebitz erläuterten in der Gemeindeversammlung das ausgearbeitete Nutzungskonzept für die Friedenskirche
Fotos: Karl-Hermann Ernst

Michael Schebitz erläuterte dieses Konzept auf der Gemeindeversammlung und fand auch dort große Zustimmung, die die Vorsitzende des Presbyteriums, Juliane Schnittka, als gelungene Lösung für den Erhalt des Kirchengebäudes und eine angemessene Nutzung bezeichnete. Dabei lobte sie auch das Attendorner Engagement.

Anhand einer großen Zeichnung, die einen griechischen Säulentempel darstellte, erläuterte Schebitz die Planung. Die Kirche solle auf drei Säulen stehen, die die inhaltliche wie auch finanzielle Sicherung darstellen sollten.

Die erste Säule nannte er Atelier, die zweite Trägerverein und die dritte Events.

Zur Säule „Atelier“ konnte er schon drei Künstlerinnen begrüßen, die dabei sind in der Kirche ihre Arbeitsstätten einzurichten. Auch beim unabhängigen Trägerverein sei man inzwischen in der Phase der Gründung. Er rief die Anwesenden in diesem Zusammenhang auf, auch dem Verein beizutreten, damit er auf ein solides Fundament gestellt sei. Er sei für alle Interessenten offen und solle die Vermarktung kreisweit vornehmen.

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Susanne Gehrmann, Susanne Siewer-Wolter und Tanja Evers (von links) haben inzwischen ihre Ateliers in der Friedenskirche bezogen

Bei der Säule „Events“ sei man noch in der Findungsphase. Geplant sei etwa die Vermietung für Veranstaltungen wie Ausstellungen, Hochzeiten, Autorenlesungen und so weiter. Auch als Treffpunkt und Besprechungsraum für ortsansässige Vereine könnten die Räume dienen.

Das Ganze solle dann unter dem Embleme (Kunst und Kultur in der Kirche) vermarktet werden. Auch eine eigene Homepage werde in Kürze freigeschaltet werden.

Als Ziel habe man sich zudem den März 2028 gesetzt. Bis dahin müsse sich das Gebäude durch die Vermietungen selbst tragen. Vereinfacht gesagt sei das Konzept: Die Kirchengemeinde verpachtet das Gesamtgrundstück und den unabhängigen Trägerverein, der die Kirche mit ihren Events vermarktet, schloss Michael Schebitz seine Erläuterungen.

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