Frühjahrsausgabe von „Südsauerland – Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe“ erschienen

1945: Deutschland lag in Trümmern – physisch, moralisch und politisch. Das „Tausendjährige Reich“ war zusammengebrochen und hatte Zerstörung, Hunger, Heimatlosigkeit und eine verunsicherte Gesellschaft hinterlassen.
1946: Ein Jahr nach Kriegsende fanden in vielen Gegenden Deutschlands die ersten freien Kommunal- und Landtagswahlen statt, so auch im Kreis Olpe – damals Teil der britischen Besatzungszone. Es war ein tastender Neubeginn unter Aufsicht der Alliierten; Demokratie musste erst wieder gelernt werden.
Mit dieser Zeit des Neuanfangs befasst sich der Kreisheimatbund in diesem Jahr, ganz besonders in den vier Ausgaben seiner Zeitschrift „Südsauerland – Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe“, von denen gerade die erste erschienen ist. Christoph Henrichs appelliert in seinem „Wort vorneweg“ an alle Leserinnen und Leser: „Demokratie ist kein Geschenk, das man achtlos verwalten kann. Sie ist ein Auftrag und unsere gemeinsame Verantwortung.“
Klaus Schulte stellt stellvertretend für alle Gemeinden und Städte des Kreises diejenigen Männer vor, die im damaligen Amt Bilstein als Gemeindebürgermeister, Amtsbürgermeister und Amtsdirektor gewählt wurden. Walter Stupperich zeigt auf, mit welchen Aufgaben 1946 bis 1948 der Grevenbrücker Bürgermeister Walter Droege befasst war.
Die weiteren Themen zeigen das gewohnt breite Spektrum der Zeitschrift: Zwei Beiträge lenken den Blick zurück in die Zeit des Ersten Weltkrieges: Peter Schauerte hat Teile des Kriegstagebuches von Franz Löcker aus Benolpe transkribiert und kommentiert, Ulrich Rauchheld gibt Briefe wieder, die der Bilsteiner Valentin Schuppert aus Russland nach Hause schrieb.
Zwei Beiträge befassen sich mit dem Widerstand gegen Extremismus und Rassismus: Roswitha Kirsch-Stracke fast die Inhalte der Herbstveranstaltung „Aufstehen und nicht vergessen“ auf der Hohen Bracht zusammen, bei der sich die Erinnerungsinitiativen „Jüdisch in Attendorn“, „Jüdisches Erbe in Olpe“ und die „Erinnerungsinitiative Opfer des Nationalsozialismus Drolshagen“ vorstellten. Klaus Schulte berichtet über den Preis „Kein Platz für Extremismus und Rassismus“ des Kreises Olpe, der 2025 dem Jugendzentrum Attendorn verliehen wurde.
Josef Rave setzt seine Schilderungen zum Bau der Biggetalsperre (1948-1965) fort, Konrad Dickhaus den Bericht über die Gründung der St.-Josef-Kirchengemeinde in Bleche.

Einen „Nachruf“ auf das Rebhuhn schreibt Josef Rave: 1986/87 wurden die letzten Rebhuhn-Ketten im Kreis Olpe gesichtet, seit nunmehr 40 Jahren ist der Vogel des Jahres 2026 im Kreis Olpe als Brutvogel ausgestorben. Den enormen Verlust kleinräumiger Strukturen in der landwirtschaftlichen Flur konnte er nicht verkraften.
Der Kreisheimatbund erinnert an seinen Wettbewerb „Heimat lebt!“ für Studierende, Schülerinnen und Schüler: Zum achten Mal sind junge Menschen, die sich an Universität oder Schule mit Themen ihres Heimatkreises Olpe befassen, zur Teilnahme aufgerufen.
Volker Kennemann würdigt Matthias Baumeister, der sein Amt als Ortsheimatpfleger von Lenhausen nach sieben Jahren engagierter Arbeit abgegeben hat. Otto Höffers Funde und Hinweise aus dem Archiv des Freiherrn von Fürstenberg-Herdringen, die Kreischronik für das Winterquartal 2025, Buchbesprechungen, Literatur- und Ausstellungshinweise ergänzen das aktuelle Heft.
Die Redaktion der „Heimatstimmen“, Klaus Schulte in Lennestadt-Maumke, heimatstimmen@kreisheimatbund-olpe.de, Tel. 02721/138 0268, nimmt gerne Text- und Bildbeiträge zur Heimatforschung entgegen, insbesondere zum Jahresthema: „80 Jahre Demokratie im Kreis Olpe – die Anfänge 1946“. Berichte aus dem Alltagsleben dieser Zeit sind sehr willkommen.
Die Zeitschrift des Kreisheimatbundes Olpe erscheint viermal im Jahr zum Preis von 6,50 €, Einzelhefte sind erhältlich im örtlichen Buchhandel oder über die KHB-Geschäftsstelle, info@kreisheimatbund-olpe.de. Im KHB-Mitgliedsbeitrag von 23 € ist der Bezug alle vier Hefte einschließlich ihrer Zusendung enthalten. Ältere Folgen der „Heimatstimmen“ gibt es im Kreisarchiv Olpe, d.clemens@kreis-olpe.de. Hier kann auch das aktuelle Buch der Schriftenreihe des Kreises Olpe zum Preis von 40 € bezogen werden: „Bau-, Kunst-, Boden-Denkmäler im Kreis Olpe“, mit 800 Abbildungen zu 700 Denkmälern auf 600 Seiten.
Weitere Informationen zum Verein und zu seinen Veröffentlichungen und Veranstaltungen finden sich unter www.kreisheimatbund-olpe.de.
