Leserbrief von Wolfgang Langenohl
Gerade in Zeiten knapper kommunaler Haushalte – aber auch angesichts der finanziellen Herausforderungen auf Bundes- und Landesebene – braucht es einen klaren Kompass: Die soziale Infrastruktur vor Ort darf nicht zur Verhandlungsmasse werden. Sie ist kein optionaler Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge, sondern ihr Fundament.
Die freien Träger der Wohlfahrtspflege leisten seit Jahrzehnten einen unverzichtbaren Beitrag zur Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sie handeln nah an den Menschen, flexibel, fachlich qualifiziert und wirtschaftlich verantwortungsvoll. Diese gewachsene Struktur ist ein zentraler Bestandteil unseres sozialen Netzes.
Wenn Aufgaben aus finanziellen Gründen wieder vollständig in staatliche Behörden zurückgeführt werden, entsteht daraus auf Dauer keine echte Entlastung für die öffentlichen Haushalte. Im Gegenteil: Die Erfahrungen zeigen, dass die Zusammenarbeit mit freien Trägern häufig effizientere, niedrigschwelligere und nachhaltigere Lösungen ermöglicht.
Noch gravierender wäre es, soziale Hilfen ganz auslaufen zu lassen. Wer heute an präventiven und unterstützenden Angeboten spart, zahlt morgen vielfach drauf – finanziell, aber vor allem gesellschaftlich. Denn hinter jeder Leistung stehen Menschen: Familien, Kinder, junge Frauen, ältere Menschen und viele andere, die auf verlässliche Unterstützung angewiesen sind.
Deshalb appelliere ich an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung:
Sichern Sie die soziale Infrastruktur vor Ort. Setzen Sie weiterhin auf die bewährte Partnerschaft zwischen öffentlicher Hand und freien Trägern. Investitionen in soziale Hilfen sind keine Belastung – sie sind eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und in eine stabile Zukunft unserer Kommunen.
Wolfgang Langenohl
Geschäftsführer
SkF Siegen e.V.

